Bochum

Bundestagswahl in Bochum: SPD deutlicher Sieger ++ Klare Wähler-Wanderung erkennbar

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Nicht nur zur Bundestagswahl am 26. September wird es spannend. Auch nach der Wahl wird es viele offene Fragen geben. Denn: es geht für die Parteien in die Koalitionsverhandlungen. Wer regiert mit wem? Welche Bündnisse wird es geben? Jamaika, Ampel oder Kenia? Was steckt hinter diesen Bezeichnungen? Wir erklären es dir.

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Bochum hat bei der Bundestagswahl 2021 für klare Verhältnisse gesorgt.

Die SPD-Kandidaten haben bei der Bundestagswahl in Bochum den Sieg errungen. In einem Wahlkreis haben die Grünen der CDU als zweitstärkste Kraft den Rang abgelaufen. Alles zu den bundesweiten Ergebnissen liest du hier >>>

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Ergebnisse der Bundestagswahl in Bochum

Erststimmen-Ergebnis im Wahlkreis Bochum I (Stand: 05.17 Uhr, 215 von 215 Wahllokalen ausgezählt):

  • Axel Schäfer (SPD): 38,31 %
  • Fabian Richard Schütz (CDU): 21,67 %
  • Max Lucks (Grüne): 18,60 %
  • Olaf Karl Wilhelm in der Beek (FDP): 8,98 %
  • Sevim Dağdelen (Linke): 6,16 %

Zweitstimmen-Ergebnis bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Bochum I (Stand: 05.17 Uhr, 215 von 215 Wahllokalen ausgezählt):

  • SPD: 32,67 %
  • CDU: 19,44 %
  • Grüne: 20,03 %
  • FDP: 9,47 %
  • AfD: 6,66 %
  • Linke: 5,35 %

Wahlbeteiligung: 72,2 %

Erststimmen-Ergebnis im Wahlkreis Herne-Bochum II (Stand: 05.17 Uhr, 176 von 176 Wahllokalen ausgezählt):

  • Michelle Müntefering (SPD): 43,48 %
  • Christoph Bußmann (CDU): 19,81 %
  • Jacob Liedtke (Grüne): 11,72 %
  • Klaus Füßmann (FDP): 6,95 %
  • Markus Dossenbach (AfD): 9,75 %
  • Felix Oekentorp (Linke): 3,84 %

Zweitstimmen-Ergebnis bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Herne-Bochum II (Stand: 05.17 Uhr, 176 von 176 Wahllokalen ausgezählt):

  • SPD: 38,22 %
  • CDU: 19,01 %
  • Grüne: 12,62 %
  • FDP: 8,72 %
  • AfD: 9,75 %
  • Linke: 4,13 %

Wahlbeteiligung: 70,76 %

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News-Blog: Bundestagswahl in Bochum und Herne

+++ Zum Aktualisieren HIER klicken +++

27. September 2021

10.30 Uhr: Der Blog ist beendet

Der Blog zur Bundestagswahl in Bochum ist beendet. Alle Infos rund um die Bundestagswahl findest du im Bundestagswahl-Newsblog.

05.38 Uhr: SPD klar vorne

Beide SPD-Kandidaten entscheiden die Wahl für sich. Axel Schäfer und Michelle Müntefering konnten die beiden Wahlkreise in Bochum/Herne für sich entscheiden und ziehen direkt in den Bundestag ein.

26. September 2021

19.52 Uhr: Klare Wählerwanderung erkennbar

Mittlerweile haben im Bochumer Wahlkreis I rund ein Drittel der Wahllokale ihre Ergebnisse durchgegeben. Demnach liegt die SPD deutlich vorn. Bleibt es beim jetzigen Zwischenstand hätte die CDU am meisten Boden verloren. 8 Prozentpunkte weniger stehen bislang im Vergleich zum Zweitstimmenanteil bei der Bundestagswahl 2017 zu Buche. Die Grünen lachen sich ins Fäustchen. Sie könnten ihre Prozentpunkte Stand jetzt fast verdoppeln von 8,9 Prozent auf bislang 17,65 Prozent.

18.59 Uhr: Erste Ergebnisse aus Bochumer Wahllokalen eingetroffen

Mittlerweile gibt es die ersten offiziellen Ergebnisse der Bundestagswahl aus Bochum. Stand jetzt geht die SPD in beiden Wahlkreisen als Sieger hervor. Aber die Ergebnisse haben angesichts der geringen Zahl ausgezählter Stimmen noch keine große Aussagekraft.

18.31 Uhr: CDU-Absturz! Nachfolger gesichtet?

Laut den ersten Prognosen sieht es nach dem historisch schlechtesten Ergebnis bei einer Bundestagswahl für die CDU aus. Übernimmt jetzt Peter Neururer das Ruder in der CDU-Zentrale? Zumindest das Fußball-Satireportal „Wumms“ bringt den als „Feuerwehrmann" bekannten ehemaligen Trainer des VfL Bochum ins Gespräch - das Ganze natürlich mit einem Augenzwinkern:

18.02 Uhr: Wahllokale in Bochum geschlossen – erste Ergebnisse!
Die Wahllokale sind dicht. Jetzt wartet ganz Bochum auf die ersten Ergebnisse der Bundestagswahl. Zur ersten bundesweiten Wahlprognose geht es hier >>>

16.21 Uhr: Stadt hat wichtigen Hinweis

Endspurt in den Wahllokalen. Noch bis 18 Uhr kannst du dein Kreuz auf dem Stimmzettel machen. Für alle Briefwähler, die bislang ihre Wahlunterlagen noch nicht abgegeben haben, gibt es noch einen wichtigen Hinweis: „Auch eure Briefwahlunterlagen könnt ihr noch bis spätestens 18 Uhr am Briefwahlzentrum Neues Gymnasium Bochum abgeben“, teilte die Stadt Bochum bei Twitter mit.

15.27 Uhr: Wahlbeteiligung weiter hoch

Bei der Bundestagswahl 2021 haben in Bochum 24,75 Prozent an der Urne in Bochum bisher ihre Stimme abgegeben. Inklusive Briefwahl liegt der Anteil bei 65,0 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 lag die Beteiligung um 15 Uhr bei 36,6 Prozent. Mit Briefwahl lag der Anteil bei 59,7 Prozent.

12.25 Uhr: SPD-Direktkandidat gibt Stimme ab

SPD-Direktkandidat bei der Bundestagswahl 2021, Gereon Wolters, wählt am Sonntag, 26. September 2021 im Wahllokal in der Hufelandschule in Bochum-Querenburg.

11.36 Uhr: SO hoch ist die Wahlbeteiligung bisher

Die Stadt Bochum hat einen ersten Zwischenstand zur Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl in der Stadt veröffentlicht. 7,5 Prozent haben bereits an der Urne gewählt. Inklusive Briefwahl liegt die Wahlbeteiligung aktuell bei 47,8 Prozent.

8.45 Uhr: SIE beeinflussen die erste 18-Uhr-Prognose

Seit acht Uhr sind die 60.000 Wahllokale in Deutschland geöffnet. Rund 60,4 Millionen Menschen sind aufgerufen, zur Bundestagswahl ihre Stimmen abzugeben – davon 2,8 Millionen Erstwähler.

Es wird damit gerechnet, dass dieses Jahr so viele Menschen wie nie zuvor ihre Stimme per Briefwahl abgeben werden – laut Bundeswahlleitung mindestens 40 Prozent der Wähler.

Doch die hohe Anzahl an Briefwählern wird zu einem echten Problem, denn zum Beispiel nutzen vor allem besonders ältere Menschen überdurchschnittlich häufig die Briefwahl und Menschen über 60 Jahre wählen eben anders als jene, die ins Wahllokal gehen. So erzielen Union und SPD traditionell bei den Senioren bessere Ergebnisse als bei Jüngeren. Deswegen könnten die Nachwahlbefragungen an den Wahllokalen das tatsächliche Stimmungsbild, das sich bei der Auszählung der Stimmen später ergibt, verzerren. Mehr dazu erfährst du in unserem Bundestagswahl-Newsblog.

8.00 Uhr: Wahllokale in Bochum eröffnet

Die Wahllokale in Bochum sind geöffnet. Die Wähler haben nun bis 18.00 Uhr Zeit, um ihre Stimmen abzugeben. Briefwahlunterlagen können die Wähler bis spätestens 16 Uhr in die Verwaltungsbriefkästen am Rathaus einwerfen oder bis spätestens 18 Uhr am Briefwahlzentrum Neues Gymnasium Bochum abgeben.

25. September 2021: Briefwahl-Rekord in Bochum

Riesiger Ansturm auf die Briefwahlunterlagen! Trotz einer Panne bei der Briefwahl war das Interesse enorm. Es seien über 107.000 Briefwahl-Anträge bei der Stadt eingegangen, hieß es. Das entspricht etwa 40 Prozent aller Wahlberechtigten.

Bundestagswahl in Bochum und Herne: Bislang SPD-Hochburgen

Bislang war die Sache klar: Die beiden direkten Wahlkreismandate in Bochum und Herne hat die SPD sicher. Seit 1961 gehen die beiden Bundestagswahlkreise nämlich immer an die Genossen. Doch die Zeiten, in denen SPD-Kandidaten hier absolute Mehrheiten einfahren konnten, sind vorbei!

Für die prominente Sozialdemokratin Michelle Müntefering, Staatsministerin unter Außenminister Heiko Maas und seit 2009 mit dem ehemaligen SPD-Parteichef und Vizekanzler Franz Müntefering verheiratet, dürfte es dennoch ein ungefährdeter Sieg werden.

Enger könnte es dagegen für SPD-Mann Axel Schäfer ausgehen!

Bundestagswahlkreis Bochum I (Wahlkreis 140): Kein Selbstläufer für SPD-Mann Axel Schäfer

Der 69-jährige Schäfer bringt zwar viel Erfahrung mit, so sitzt er seit 2002 im Bundestag und war zuvor schon für fünf Jahre im Europaparlament, doch bei der Bundestagswahl 2017 büßte er stark an Zustimmung ein. Der Abgeordnete, verheiratet mit der Bochumer Bürgermeisterin Gaby Schäfer, verlor sieben Prozentpunkte und kam nur noch auf 37,2 Prozent Zustimmung.

Der Bundestagswahlkreis Bochum I umfasst die Stadtbezirke Wattenscheid, Süd, Südwest und Mitte. Berühmtester Vorgängers Schäfers in diesem Wahlkreis war Erich Ollenhauer. Der spätere SPD-Parteivorsitzende zog 1949 als Kandidat aus Bochum direkt in den Bundestag ein.

Bei der Wahl 2021 könnte Axel Schäfer vor allem der Kandidat der Grünen wichtige Stimmen bei Erst- und Jungwählern abknöpfen. Der 24-jährige Max Lucks war in den vergangenen Jahren schon NRW-Landesvorsitzender und dann sogar Bundesvorsitzender der Grünen Jugend. Er will den bisherigen grünen Bundestagsabgeordneten Frithjof Schmidt (68) politisch beerben, der seit 2009 dreimal über die Landesliste ins Parlament einzog.

Die CDU schickt ihren Kreisvorsitzenden Fabian Schütz ins Rennen. Der 39-jährige Regierungsdirektor beim Landesrechnungshof in Düsseldorf will mehr als die 28,2 Prozent erreichen, die Kandidat Christian Haardt für die CDU 2017 holen konnte. Kommt Schütz näher dran ans Direktmandat?

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Mehr über Bochum:

  • 364.000 Einwohner
  • Hat mit der Ruhr-Universität eine der größten Hochschulen Deutschlands.
  • Sehenswürdigkeiten: Deutsches Bergbau-Museum Schauspielhaus, Bermuda3eck, Musical „Starlight Express“.
  • Berühmt auch für den Bundesligisten VfL Bochum und Herbert Grönemeyers Liebeslied an die Stadt – „Tief im Westen“.

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Mit Sevim Dağdelen (45, Die Linke) und Olaf in der Beek (54, FDP) haben die Bochumer zudem zwei weitere amtierende Bundestagsabgeordnete in diesem Wahlkreis zur Auswahl. Beide schafften es über die NRW-Listen ihrer Parteien nach Berlin.

Eine erneute direkte Wiederwahl Schäfers wird somit kein Selbstläufer. Verliert er zu viele Erststimmen von jungen Wählerinnen und Wählern an Lucks, könnte es knapp werden, zumal CDU-Politiker Schütz davon profitieren könnte, dass die AfD keinen eigenen Kandidaten in diesem Wahlkreis aufstellt.

Schon bei der parteiinternen Aufstellung schienen einige Sozialdemokraten an einer erneuten Kandidatur Schäfers zu zweifeln. Er erhielt lediglich 64 Ja-Stimmen bei 109 SPD-Delegierten, die abstimmten.

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Bundestagswahl im Ruhrgebiet:

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Bundestagswahlkreis Herne-Bochum II (Wahlkreis 141): SPD-Hoffnungsträgerin Michelle Müntefering klare Favoritin

Ganz anders das Bild bei Michelle Müntefering. Sie wurde parteiintern mit 92 Prozent erneut nominiert und konnte 2017 ihren Wahlkreis auch mit 41,9 Prozent eindeutig gewinnen. Allerdings musste auch sie knapp sieben Prozent Stimmverluste hinnehmen.

Die erst 41-jährige Müntefering könnte bei einer Wahlniederlage ihrer SPD zu den Gesichtern des Neuanfangs in der Opposition gehören. Schließlich ist sie nicht nur eine junge erfolgreiche Frau aus einer der letzten SPD-Hochburgen, sondern sammelt als Staatsministerin im Auswärtigen Amt derzeit auch schon Regierungserfahrung. Hinzu kommt ihr prestigeträchtiger Nachname, der an bessere SPD-Zeiten erinnert.

Auch ihr Wahlkreis hat eine reiche sozialdemokratische Historie. Ein Vorgänger Münteferings im Bundestag, Heinz Westphal, war Vizepräsident des Deutschen Bundestages und kurz Arbeitsminister im Jahr 1982. Sogar von 1969 bis 1976 war außerdem Walter Arendt ebenfalls Bundesminister für Arbeit und ab 1972 direkt gewählter Abgeordneter aus Herne. Große SPD-Fußstapfen für Müntefering, die erstmals 2013 in den Bundestag einzog.

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Mehr über Herne:

  • 156.000 Einwohner
  • 1975 wurde die Großstadt Wanne-Eickel eingegliedert.
  • Sehenswürdigkeiten: Cranger Kirmes und Cranger Weihnachtszauber, Schlosspark Schloss Strünkede, LWL-Museum für Archäologie.
  • Das Damen-Basketballteam des Herner TC wurde 2018/19 deutscher Meister und Pokalsieger.

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Der Bundestagswahlkreis Herne-Bochum II umfasst die Bochumer Stadtbezirke Nord und Ost sowie die kreisfreie Stadt Herne.

Die Gegenkandidaten von Michelle Müntefering:

  • CDU: Christoph Bußmann (Jahrgang 1988), Orts- und Stadtbezirksverbandsvorsitzender seiner Partei in Eickel
  • Grüne: Jacob Liedtke (Jahrgang 1988), städtischer Mitarbeiter, engagiert im antifaschistischen „Bündnis Herne“
  • FDP: Klaus Füßmann (Jahrgang 1957), kandidiert zum vierten Mal, zuletzt holte er 2017 6,7 Prozent der Erststimmen.
  • Linke: Felix Oekentorp (Jahrgang 1963), Friedensaktivist
  • AfD: Markus Dossenbach (Jahrgang 1968), arbeitet für den Soester AfD-Bundestagsabgeordneten Berengar Elsner von Gronow.

Michelle Müntefering geht als klare Favoritin in die Wahl um das Direktmandat, zumal sie 2017 einen Vorsprung von fast 18 Prozent vor dem zweitplatzierten CDU-Kandidaten hatte. Es war der heutige CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, damals noch Bundesvorsitzender der Jungen Union und dennoch chancenlos.