Bundestagswahl-Newsblog: Olaf Scholz spricht Klartext – mit IHNEN will er koalieren

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Nicht nur zur Bundestagswahl am 26. September wird es spannend. Auch nach der Wahl wird es viele offene Fragen geben. Denn: es geht für die Parteien in die Koalitionsverhandlungen. Wer regiert mit wem? Welche Bündnisse wird es geben? Jamaika, Ampel oder Kenia? Was steckt hinter diesen Bezeichnungen? Wir erklären es dir.

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Die Bundestagswahl 2021: Die Hochrechnungen verfestigen sich! Olaf Scholz dürfte als Wahlsieger hervorgehen, doch wird er auch nächster Kanzler? FDP und Grüne flirten heftig am Wahlabend und wollen offenbar Union und SPD gegeneinander ausspielen. Wird es eine Jamaika- oder eine Ampel-Koalition? Die Linkspartei schneidet schwach ab,. Nach ersten Hochrechnungen dürfte es nicht mal theoretisch für Rot-Grün-Rot reichen.

>>> Dieser Newsblog ist geschlossen. Ab dem 27. September tickern wir HIER über die neuesten Entwicklungen und Koalitionsspekulationen weiter.

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Bundestagswahl in Deutschland: Das Ergebnis im Überblick

Ampel, Jamaika oder Große Koalition: Diese Bündnisse hätten nach der Bundestagswahl eine Mehrheit:

News-Blog zur Bundestagswahl: Ergebnisse, Hochrechnungen und Reaktionen am Wahlsonntag

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09.32 Uhr: „Man sieht hier eine sehr glückliche SPD“, mit diesen Worten eröffnete Olaf Scholz seine Rede am Montagvormittag.

Man habe den Auftrag bekommen, die Regierung zu bilden, so Scholz weiter. Man habe nun den Auftrag, eine Regierung zu bilden. Mit wem? Das machte Scholz ebenso deutlich. Für ihn komme nur die Ampel-Koalition mit den Grünen und der FDP infrage. Diese Parteien hätten Stimmen dazugewonnen, sie seien es, die das Volk sich wünsche.

Er trete für mehr Respekt und industrielle Modernisierung ein. Zudem wolle er den menschengemachten Klimawandel aufhalten und für ein souveränes Europa sorgen. „Jetzt ist Pragmatismus und Führungskunst gefragt“, so Scholz. Mit Ruhe und Klarheit solle das nun zustande gebracht werden.

08.53 Uhr: Nun stellt sich auch noch Michael Kretschmer (CDU) gegen Armin Laschet. Der Ministerpräsident von Sachsen kritisiert am Montagmorgen im MDR den CDU-Kanzlerkandidaten. Es habe sich eine klare Wechselstimmung gegen die CDU gezeigt, das habe diese Wahl deutlich gemacht. Jetzt von einem Regierungsauftrag zu sprechen, erschließe sich ihm nicht, so Kretschmer.

08.13 Uhr: Es kommt immer härter für Armin Laschet. Nach dem Katastrophen-Ergebnis vom Sonntag fordert nun die Werteunion eine personelle Neuaufstellung. Lachet müsse Konsequenzen ziehen, so die Werteunion im 'Merkur'.

05.35 Uhr: Die SPD hat die Bundestagswahl nach Auszählung aller Wahlkreise gewonnen. Das berichtet die ARD am Montagmorgen. Demnach liegt die Partei um Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei 25,7 Prozent. Die CDU/CSU stürzt dagegen auf 24,1 Prozent. Die Grünen kommen auf 14,8 Prozent, die FDP auf 11,5 Prozent. Die AfD holt 10,3 Prozent und die Linke fällt unter die 5-Prozent-Marke auf 4,9 Prozent.

23.45 Uhr: Linke bei 4,9 Prozent in neuer ARD-Hochrechnung zur Bundestagswahl

Hammer in der neuesten ARD-Umfrage: Nun liegt die Partei bei 4,9 Prozent, also unter der 5-Prozent-Hürde. In der neuesten ZDF-Hochrechung bleibt die Linkspartei noch bei 5 Prozent.

Die Linke hält die Direktmandate in Leipzig II sowie in den Wahlkreisen Berlin-Lichtenberg und Berlin-Treptow-Köpenick. Somit kann sie trotzdem laut der Grundmandatklausel entsprechend ihres Zweitstimmenergebnisses in den Bundestag einziehen.

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23.25 Uhr: SPD soll entsetzt sein über Positionierung der Grünen nach Bundestagswahl

Wie der Vize-Chefredakteur der "Bild", Paul Ronzheimer, bei Bild TV sagt, soll die SPD hinter den Kulissen entsetzt sein über die Positionierung der Grünen nach 18 Uhr. Man habe sich ein klareres Zeichen für ein Bündnis mit der SPD gewünscht. FDP und Grüne lassen jedoch alles offen und wollen sich zunächst selbst verständigen, bevor sie mit Union oder SPD sprechen (hier mehr >>>).

Ronzheimer enthüllt daneben auch einen geheimen Grünen-Deal. Demnach soll vereinbart worden sein in der Partei, dass Robert Habeck bei den Verhandlungen den Hut aufhaben wird, wenn die Partei unter 15 Prozent rutscht bei der Wahl. Danach sieht es nun deutlich aus. Somit scheinen Habeck und Lindner die Kanzlermacher zu werden.

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22.55 Uhr: Triple-Wahlsieg für die SPD zeichnet sich ab

Neueste Hochrechnungen bei der ARD zeigen: Der Trend hat sich auch in Berlin für die SPD gedreht. Auch in der Hauptstadt liegen die Sozialdemokraten nun klar vorne. Die SPD liegt nun bei 21,8 Prozent vor den Grünen mit 19,4 Prozent. ZDF sieht einen ähnlichen Vorsprung der SPD (21,9 zu 19,9 Prozent). Damit könnte Franziska Giffey neue Regierende Bürgermeisterin sein. Olaf Scholz konnte die Bundestagswahl gewinnen. Manuela Schwesig feiert einen Triumph in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist ein Triple-Wahlsieg für die SPD!

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21:25 Uhr: SPD wird wohl stärkste Partei bei der Bundestagswahl

Nun gleichen sich die Hochrechnungen bei ARD und ZDF immer mehr an. Nachdem es in der ersten ARD-Prognose nach Gleichstand aussah, zog die SPD von Hochrechnung zu Hochrechnung immer weiter davon. Im ZDF führten die Sozialdemokraten von Anfang an.

21.02 Uhr: Laschet und Scholz wollen neue Bundesregierung bis Weihnachten

Olaf Scholz will eine neue Regierung bis Weihnachten. Das erklärt er in der Elefantenrunde bei ARD und ZDF. Ziel sei, dass Angela Merkel nicht erneut die Neujahrsansprache halten müsse. Deutschland habe die G7-Präsidentschaft im nächsten Jahr, sagt Armin Laschet in der Sendung. Deswegen müsse die neuen Regierung "sehr zeitnah" ins Amt kommen, "auf jeden Fall vor Weihnachten".

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20.35 Uhr: Trend der ARD-Hochrechnung zur Bundestagswahl dreht sich

In der ersten Prognose der ARD gab es einen Gleichstand von SPD und CDU/CSU. Beide lagen bei 25 Prozent. Nun dreht sich der Trend immer deutlicher. Mittlerweile führt die SPD mit 25.5 Prozent vor der Union mit 24,5 Prozent. Das ZDF hat schon von Anfang an die SPD vorne gesehen.

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20.27 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner will zuerst mit den Grünen über nächste Regierung sprechen

Auch Christian Lindner will zuerst mit den Grünen sprechen bevor es Sondierungsgespräche mit SPD und Union gibt. Das erklärt der FDP-Chef in der sogenannten Elefantenrunde bei ARD und ZDF.

20.10 Uhr: Olaf Scholz gewinnt Wahlkreis Potsdam deutlich gegen Annalena Baerbock

Eine Kuriosität bei dieser Bundestagswahl war das Duell von Olaf Scholz und Annalena Baerbock m Wahlkreis Potsdam. Der SPD-Kanzlerkandidat wird diesen Wahlkreis deutlich gewinnen. Scholz führt aktuell mit 33 Prozent vor Annelena Baerbock, die aktuell bei 18,5 Prozent kommt.

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19.55 Uhr: Grüne und SPD ringen um Sieg in Berlin ++ Schwesig feiert Triumph in Mecklenburg-Vorpommern

Kurzer Seitenblick zu den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. In Berlin zeichnet sich ein knapper Sieg der Grünen ab. Laut ARD-Zahlen liegen die Grünen mit 22,0 Prozent vor der SPD mit 22,3 Prozent. Im ZDF führt dagegen die SPD mit Franziska Giffey mit 23 Prozent vor den Grünen mit Bettina Jarasch, denen 22 Prozent zugetraut werden.

Eindeutig sind dagegen die Verhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern: Hier feiert Manuela Schwesig einen Triumph! In einer ZDF-Hochrechnung liegt die SPD bei 38,2 Prozent. Zweitstärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern wird die AfD mit 17,8 Prozent vor der CDU (14,2 Prozent).

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19.31 Uhr: Jamaika-Flirt in der ARD! Robert Habeck will möglicherweise zuerst mit der FDP sprechen

Robert Habeck deutete im ARD-Interview an, dass es zunächst Gespräche zwischen den Grünen und der FDP geben könnte. In Schleswig-Holstein habe er das bereits so gemacht. Dort bildete sich nach der Landtagswahl 2017 eine Jamaika-Koalition! Es spreche "einges" dafür, den Weg zu wählen, zuerst mit der FDP zu sprechen, so der Grünen-Chef.

Eine Ampel-Koalition sei "kompliziert" und nicht Rot-Grün mit "gelbem Kitt".

19.15 Uhr: Christian Lindner will Regierungsbildung "aus der Mitte heraus"

Chistian Lindner ist in seinem Statement der Meinung, dass "die politische Mitte gestärkt" wurde. Die politischen Ränder wurden geschwächt. Lindner fordert, dass es nun eine "Regierungsbildung aus der Mitte heraus" geben müsse.

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19.03 Uhr: Olaf Scholz erscheint im Willy-Brandt-Haus und feiert Ergebnis bei der Bundestagswahl

Unter großem Applaus wird Olaf Scholz auf der Bühne im Willy-Brand-Haus empfangen. Er freue sich über das Wahlergebnis, die Zahlen seien "ein großer Erfolg" für die SPD. Es werde ein langer Wahlabend, prophezeit Scholz.

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18.51 Uhr: Armin Laschet wirbt um eine "Zukunftskoalition" und will weiter Kanzler werden

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet tritt zeitgleich mit Baerbock im Konrad-Adenauer-Haus auf. Er lobte "16 gute Jahre für Deutschland". Merkel steht ebenfalls mit auf der Bühne und erhält viel Applaus. Im Vorfeld sei der Union klar gewesen: "Ohne Amtsbonus wird das ein offener, ein harter, ein enger Wahlkampf". So sei es auch gekommen. Dieser Wahlkampf sei eine "Ausnahmesituation". Mit dem Ergebnis könne die Union nicht zufrieden sei.

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Das Wahlergebnis stelle alle demokratischen Parteien vor große Herausforderungen. Die Union wolle eine "linksgeführte Bundesregierung" verhindern, deshalb werde man "alles daran setzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden". Deutschland brauche eine "Zukunftskoalition", so Laschet, und meint damit wohl Jamaika.

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18.48 Uhr: Annalena Baerbock gesteht nach Bundestagswahl "eigene Fehler" ein

Annalena Baerbock gab nun ihr erstes Statement ab. Sie gratulierte zuerst den Wahlkämpfern in Berlin. Hier könnte die Grünen stärkste Kraft werden und vielleicht mit Bettina Jarasch die Regierende Bürgermeisterin stellen. Diese Zahlen seien "ganz, ganz wunderbar", so Baerbock. Ihre eigenen Kanzlerin-Träume sind geplatzt.

Baerbock räumt aber auch ein, dass aufgrund "eigener Fehler von mir" nicht zu mehr gereicht habe. Es sei der "Auftrag für die Zukunft" der Grünen, dass es irgendwann reicht. An dieser Stelle herzt sie Robert Habeck innig, Baerbock wirkt berührt. Danach fordert sie eine "Klimaregierung" für Deutschland.

18.43 Uhr: Wahlbeteiligung etwa auf Niveau von 2017

Die Wahlbeteiligung lag laut Zahlen von ARD und ZDF etwa auf dem Niveau von 2017. Laut ARD bei 75% (-0,2%), bei der Forschungsgruppe Wahlen für ZDF wird von 78% ausgegangen. Das wäre ein Plus 1,8 Prozent.

18.20 Uhr: Über eine Million Wähler der Union wanderten bei der Bundestagswahl zur SPD und Grünen

Laut einer Hochrechnung von Infratest dimap für die ARD wanderten rund 1,4 Millionen Wähler von der Union zur SPD. Knapp eine Million Menschen, die 2017 noch CDU/CSU wählten, stimmten nun für die Grünen. An die FDP verlor die Union rund 340.000 Wählerstimmen.

Die SPD sammelte zudem noch 600.000 Stimmen von den Linken ein, verlor aber gleichzeitig etwa 320.000 an die Grünen, erklärte ARD-Moderator Jörg Schönenborn.

18.01 Uhr: Das sind die 18-Uhr-Prognosen von ARD und ZDF

ARD - -Uhr-Prognose (Infratest dimap):

SPD: 25%

CDU/CSU: 25%

Grüne: 15%

FDP: 11%

AfD: 11%

Die Linke: 5,0%

ZDF - 18-Uhr-Prognose (Forschungsgruppe Wahlen)

SPD: 26%

CDU/CSU: 24%

Grüne: 14,5%

FDP: 12%

AfD: 10%

Die Linke: 5%

17.45 Uhr: Das waren die wahlentscheidenden Themen bei der Bundestagswahl

ARD und ZDF haben bereits Befragungen veröffentlicht zu den wahlentscheidenden Themen. Laut ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) war für 48% Rente/Alterssicherung ein wichtiges Themen. Für 45% zudem Soziale Gerechtigkeit. Klimaschutz kommt auf 33%. Flüchtlinge/Asyl und Corona spielte nur eine geringe Rolle.

Ähnlich das Bild bei den ARD-Zahlen (Infratest dimap). Hier war für 28% Soziale Sicherheit das Top-Thema vor Umwelt und Klima (22%).

17.12 Uhr: Parteichef veröffentlicht erste Bundestagswahl-Zahlen vor 18 Uhr

Skandal um den Parteichef der Freien Wähler: Hubert Aiwanger hat am Wahlsonntag Zahlen der Nachwahlbefragungen veröffentlicht, die angeblich von der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) mit Stand 15 Uhr stammen. Mit dem mutmaßlichen Zwischenstand versuchte Aiwanger letzte Wähler für seine Partei zu mobilisieren, damit diese die 5-Prozent-Hürde überspringt.

Aiwanger, der zusammen mit der CSU in Bayern regiert, sorgte damit für Empörung. CSU-Generalsekretär Markus Blumen twitterte: „Ein unglaublicher Fall von Wahlmanipulation und Wählerbeeinflussung. Das ist zutiefst undemokratisch und muss Konsequenzen haben!“ Er markierte dabei den Bundeswahlleiter, um ihn auf den Vorfall aufmerksam zu machen.

Somit bahnt sich ein heftiger Koalitionskrach in Bayern an. Aiwanger droht nun eine mögliche Geldbuße bis zu 50.000 Euro laut Bundeswahlgesetz.

17.01 Uhr: Merkel war heute nicht öffentlich wählen – das steckt dahinter

Auffällig: Angela Merkel hatte heute keinen obligatorischen Pressetermin an der Wahlurne. Anders als die Kanzlerkandidaten ging sie am Sonntag nicht öffentlich wählen und ließ sich dabei nicht von Kameras im Wahllokal filmen. Dabei ist es ihre letzte Bundestagswahl im Amt!

Was steckt dahinter? Schon Mitte September hatte Regierungssprecher Steffen Seibert erklärt, dass sich Merkel für die Briefwahl entschieden habe.

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16.25 Uhr: Wahlbeteiligung aktuell niedriger als 2017 – doch DIESER Aspekt darf nicht vergessen werden

Gegen 14 Uhr lag die bundesweite Beteiligung bei der Bundestagswahl 2021 an der Urne bei 36,5 Prozent, wie Bundeswahlleiter Georg Thiel bekannt gab.

Vor vier Jahren, bei der Bundestagswahl 2017, lag die Wahlbeteiligung zur gleichen Uhrzeit 4,6 Prozentpunkte höher.

Aber: Die Stimmen der Briefwähler sind dabei noch nicht berücksichtigt. „Die aktuell ermittelte Wahlbeteiligung liegt erwartungsgemäß unter dem Wert von 2017, da wir von einem deutlich erhöhten Anteil von Briefwählerinnen und Briefwählern ausgehen, deren Wahlbeteiligung zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Ermittlung des endgültigen Wahlergebnisses festgestellt wird“, so Thiel.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die bundesweite Beteiligung bei 76,2 Prozent gelegen, der Anteil der Briefwähler lag damals bei 28,6 Prozent. In diesem Jahr geht man davon aus, dass der Briefwähler-Anteil mindestens bei 40 Prozent liegen dürfte.

14.29 Uhr: Bundeswahlleiter äußert sich auf Twitter – „Wählerbeeinflussung kann darin nicht gesehen werden“

Bundeswahlleiter Georg Thiel hat sich auf Twitter zu dem offenen Wahlzettel von Armin Laschet geäußert. Ohne Armin Laschet zu nennen, heißt es: „Ein bundesweit bekannter Politiker hat wie erwartet seine eigene Partei gewählt. Eine Wählerbeeinflussung kann darin nicht gesehen werden.“

Zudem seien die Wahlvorschriften eindeutig: Der Wahlvorstand habe Wählerinnen und Wähler zurück zuweisen, die den Stimmzettel so gefaltet haben, dass die Stimmabgabe erkennbar ist. Dies diene dazu, dass andere Wählende nicht beeinflusst werden. Aber: „Kommt es zu einer Fehlfaltung, teilt der Wahlvorstand einen neuen Stimmzettel aus. Gelangt der Stimmzettel dennoch in die Wahlurne, kann er nicht mehr aussortiert werden und ist gültig.“

13.56 Uhr: Annalena Baerbock hat gewählt

Auch Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat ihre Stimme zur Bundestagswahl 2021 abgegeben.

Gemeinsam mit ihrem Mann Daniel Holefleisch hat Baerbock am Mittag in Potsdam gewählt. „Wir erhoffen uns natürlich noch ein paar Stimmen mehr mit Blick auf die Umfrageergebnisse, damit wir einen echten Aufbruch in diesem Land schaffen können“, so die 40-Jährige beim dem Termin.

13.20 Uhr: Bundeswahlleitung stellt klar – Laschet-Fauxpas hat „keine Rechtsfolgen“

Obwohl Armin Laschet offen seinen Wahlzettel zeigte und damit gegen das Wahlrecht verstieß, erklärte ein Sprecher des Bundeswahlleiters, dass der Fauxpas keine rechtlichen Folgen haben wird.

„Aus dem unglücklichen Halten oder Knicken oder Einwerfen eines Stimmzettels in die Wahlurne ergeben sich keine Rechtsfolgen“, so der Sprecher gegenüber „Bild“. Unregelmäßigkeiten oder Anfragen aus dem Stimmkreis Aachen sind bekannt – auch die CDU hat sich bisher noch nicht zu der Sache geäußert.

11.45 Uhr: Armin Laschet hat gewählt – und leistet sich diesen Fauxpas

Auch CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat mittlerweile seine Stimme abgegeben. Mit seiner Ehefrau Susanne kam der NRW-Ministerpräsident gegen elf Uhr zu einer städtischen katholischen Grundschule in seinem Wohnort Aachen-Burtscheid.

Dabei kam es zu einem Fauxpas: Bei dem öffentlich begleiteten Auftritt hatte Armin Laschet seinen Wahlzettel so gefaltet und in die Urne gesteckt, dass deutlich sichtbar war, wo er seine beiden Kreuze gesetzt hatte – natürlich bei der CDU.

Damit hat der 60-Jährige eines der Grundprinzipien der Bundestagswahl außer Kraft gesetzt, denn die Wahl muss geheim ablaufen, so steht es im Gesetz – und auf der Website des Bundeswahlleiters: „Bei der Urnenwahl muss der Wähler um das Wahlgeheimnis zu wahren, in der Wahlkabine seinen Stimmzettel – nachdem er ihn gekennzeichnet hat – in der Weise falten, dass seine Stimmabgabe nicht erkennbar ist. Der Wähler wirft dann den so gefalteten Stimmzettel in die Wahlurne.“

Sollte sich der Wähler nicht daran halten, hat der Wahlvorstand einen Wähler zurück zu weisen, heißt es weiter.

10.37 Uhr: Olaf Scholz hat gewählt – plötzlich kommt es zu dieser rührenden Geste

Die Augen der Wähler in Deutschland richten sich heute besonders auf ihn: SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz war als erster der drei Kanzlerkandidaten am Sonntagmorgen in Potsdam wählen.

Gemeinsam mit seiner Frau Britta Ernst gab der Bundesfinanzminister an der Max-Dortu-Grundschule seine Stimme ab.

Dabei kam es auch zu einer schönen Geste: Als der SPD-Mann auf dem Weg zum Wahlraum eine ältere Dame sieht, die gestützt werden muss, zögert er nicht lange.

Er geht zu der Wählerin, bietet ihr seine Hand an – die sich beim Heruntergehen der Treppenstufen auch dankend annimmt.

8.30 Uhr: Wahllokale geöffnet! SIE machen Prognose besonders schwierig

Seit acht Uhr sind die 60.000 Wahllokale in Deutschland geöffnet. Rund 60,4 Millionen Menschen sind aufgerufen, zur Bundestagswahl ihre Stimmen abzugeben – davon 2,8 Millionen Erstwähler.

Es wird damit gerechnet, dass dieses Jahr so viele Menschen wie nie zuvor ihre Stimme per Briefwahl abgeben werden – laut Bundeswahlleitung mindestens 40 Prozent der Wähler.

Doch die hohe Anzahl an Briefwählern wird zu einem echten Problem, denn zum Beispiel nutzen vor allem besonders ältere Menschen überdurchschnittlich häufig die Briefwahl und Menschen über 60 Jahre wählen eben anders als jene, die ins Wahllokal gehen. So erzielen Union und SPD traditionell bei den Senioren bessere Ergebnisse als bei Jüngeren. Deswegen könnten die Nachwahlbefragungen an den Wahllokalen das tatsächliche Stimmungsbild, das sich bei der Auszählung der Stimmen später ergibt, verzerren.

Um das tatsächlich Ergebnis schon um 18 Uhr möglichst genau zu treffen, führen die Institute auch telefonische Befragungen durch. Wie stern.de von Frank Brettschneider, Professor für Kommunikationswissenschaft und Wahlforscher an der Universität Hohenheim, erfahren hat, werden Wähler am Telefon befragt, ob sie Briefwahl genutzt haben.

7 Uhr: Wie die 18-Uhr-Prognose zur Bundestagswahl für ARD und ZDF entsteht

Es ist der spannendste Moment an jedem Wahlabend: Die 18-Uhr-Prognose. Doch in diesem Jahr sollte man diese ersten Zahlen zunächst noch mit Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Der Grund sind Millionen Briefwähler.

Die 18-Uhr-Prognose wird insbesondere über Nachwahlbefragungen ermittelt. Etwa 100.000 Menschen werden an repräsentativ ausgewählten Wahllokalen abgefangen und dürfen geheim für das Wahlforschungsinstitut (Infratest dimap für ARD, Forschungsgruppe Wahlen fürs ZDF) ein zweites Mal ihre Stimme abgeben.

Dazu machen sie noch weitere Angaben zu ihrer Person, etwa das Alter, das Geschlecht, Berufsgruppe oder den Bildungsgrad. So kann am Wahlabend recht genau gesagt werden, dass vor allem Frauen Partei X und vor allem Arbeitslose Partei Y gewählt haben.

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Die Ergebnisse der Telefonbefragung unter Briefwählern werden dann mit den "exit polls", also den Nachwahlbefragungen an den Wahllokalen, kombiniert. Zusammen entsteht die 18-Uhr-Prognose.

Diese 18-Uhr-Prognose ist aber keine Hochrechnung, sie basiert also nicht auf Basis von bereits ausgezählten Stimmen in den Wahllokalen. Deshalb verschiebt sich das Ergebnis noch von Hochrechnung zu Hochrechnung.

6.30 Uhr: So sahen die letzten Umfragen vor der Bundestagswahl aus

In den vergangenen Tagen veröffentlichten mehrere Meinungsforschungsinstitute letzte Umfragewerte vor der Bundestagswahl. Bei allen konnte die SPD ihre Führung behaupten, doch der Abstand schrumpfte. Laut der jüngsten Umfrage des Allensbach Instituts haben die Sozialdemokraten nur noch einen einzigen Prozentpunkt Vosprung.

Die Bandbreite der letzten Umfragewerte der Parteien vor der Bundestagswahl:

  • SPD: 25-26%
  • CDU/CSU: 21-25%
  • Grüne: 14-17%
  • FDP: 10,5-12%
  • AfD: 10-12%
  • Linke: 5-7%

In einem von der Seiten DAWUM berechneten "gewichteten Durchschnitt" aller Institute ergeben sich folgende Werte: SPD 25,4%, Union 22,4%, Grüne 15,6%, FDP 11,5%, AfD 10,7%, Linke 6,4%. Die Freien Wähler verpassen mit 2,6% den Einzug in den Bundestag laut aktuellen Umfragen.

Mehr zu den letzten Umfragen vor der Bundestagswahl liest Du in dieser Übersicht.