Oberhausen

Oberhausen: Wiederbelebung nach Impfauffrischung – Ärzte reagieren unterschiedlich

In einem Oberhausener Seniorenheim gab es Problem bei der Dritt-Impfung. (Symbolbild)
In einem Oberhausener Seniorenheim gab es Problem bei der Dritt-Impfung. (Symbolbild)
Foto: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm

Oberhausen. In Oberhausen gab es Probleme bei der dritten Corona-Impfung. In einem Seniorenheim in Oberhausen-Holten hatten mehrere Bewohner schwere körperliche Reaktionen auf ihre dritte Impfung.

Der Vorfall in Oberhausen stimmt viele Ärzte nachdenklich. Sie fragen sich, wie sie jetzt vorgehen sollen.

Oberhausen: Dritte Impfungen in Seniorenheim – Bewohner müssen reanimiert werden

In einem Seniorenheim in Oberhausen hatten Bewohner wenige Tage nach ihrer dritten Corona-Impfung schwerwiegende körperliche Probleme. Laut einer Mitteilung der Stadt traten diese Beschwerden „im Wesentlichen in Form von Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und neurologische Störungen“ auf.

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In der betroffenen Einrichtung in Oberhausen-Holten sollen insgesamt 90 ältere Menschen ihre dritte Impfung erhalten haben. Davon sei es bei neun Personen zu heftigen Reaktionen gekommen. Drei Tage später mussten zwei der Bewohner sogar reanimiert werden. Zum Glück konnten beide überleben, berichtet der WDR. Die schwerwiegenden Impfreaktionen veranlassten die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein dazu, intern ein Schreiben zu verschicken, um andere Ärzte vor möglichen Komplikationen im Zusammenhang mit der Impfauffrischung zu warnen.

Oberhausen: Zusammenhang der Vorfälle und der Dritt-Impfung noch ungeklärt

In dem Schreiben wendete sich der Vorstand der Kreisstelle der KV an die Ärzte. „Ich würde Sie bitten, selber ärztlich zu entscheiden, ob Sie auf eine Empfehlung durch die Stiko beziehungsweise EMA warten oder ob die dritten Impfungen nun zeitlich bei Ihren eigenen Patienten so dringlich sind, dass Sie diese ohne Empfehlung durchführen müssen.“

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Das ist die Stadt Oberhausen:

  • der Bereich des heutigen Stadtgebiets Oberhausen gehörte bis Ende des 18. Jahrhunderts zu unterschiedlichen Herrschaften
  • knapp 211.000 Einwohner, drei Stadtbezirke und 26 Stadtteile
  • trägt wegen der 1758 in Betrieb genommenen Eisenhütte St. Antony (der ersten im Ruhrgebiet) den Beinamen „Wiege der Ruhrindustrie“
  • Wahrzeichen unter anderen: das Gasometer, das Centro-Einkaufszentrum und das Schloss
  • Oberbürgermeister ist Daniel Schranz (CDU)

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Ein Hausarzt aus Oberhausen entschied sich bereits gegen eine dritte Impfung bei seinen Patienten. Diese „ohne Impfempfehlung jetzt schnell durchzuführen ist aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar“, so Peter Kaup. Er wolle erst einmal abwarten bis die Ständige Impfkommission des RKI (Stiko) eine Empfehlung ausspreche. Auch das Impfzentrum in Mülheim will 80-Jährige vorerst nur dann ein drittes Mal impfen, wenn ihre Erstimpfung mindestens sechs Monate her ist.

Der Dortmunder Virologe Carsten Watzl sorgte sich jedoch um das Image der Corona-Impfung. Er meinte, dass auch dieser Arzt „auf diesen einen Vorfall zu ängstlich reagiert“. Es müsse erst noch überprüft werden, in welchem Zusammenhang die Impfungen mit den Reaktionen der Senioren stünden. In Israel habe es beispielsweise bisher keine Probleme bei der Impfauffrischung gegeben. Auch vom Gesundheitsamt wurden mögliche Gründe für die heftigen Reaktionen der Dritt-Geimpften benannt. So könnten ihre Körper bereits durch Medikamente, Hitze oder zu wenig Wasser geschwächt gewesen sein. (mbo)