Schalke-Star Drexler über Terodde-Diskussion – „Warum sollten wir denn so blöd sein“

Schalke 04: 5 Fakten, die du über die Veltins-Arena noch nicht wusstest

Schalke 04: 5 Fakten, die du über die Veltins-Arena noch nicht wusstest

Seit 2001 ist sie die Spielstätte des FC Schalke 04: die Veltins-Arena. Wir haben 5 Fakten gesammelt, die du über die Veltins-Arena noch nicht wusstest.

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Beim FC Schalke 04 blieb ihm wenig Zeit, um sich einzugewöhnen. Schon kurz nach seinem Wechsel wurde Dominick Drexler bei den Knappen ins kalte Wasser geworfen.

Seitdem hat er beim FC Schalke 04 bereits einiges erlebt.

FC Schalke 04: Drexler mit klarer Ansage – „Für mich geht es nur darum, aufzusteigen“

Im Interview mit DER WESTEN macht Drexler eine klare Aufstiegs-Ansage und verrät zudem, warum er auf Schalke nicht gerne Torwart-Trainer wäre und welche Diskussion er um Sturm-Star und Kumpel Simon Terodde nicht nachvollziehen kann.

DER WESTEN: Herr Drexler, Sie sind knapp drei Monate auf Schalke. Wie haben Sie sich eingelebt?

Dominick Drexler: Sehr gut! Es lief alles reibungslos. Wenn man jemanden wie Simon Terodde in der Mannschaft hat, den man gut kennt, ist es noch einfacher, sich zu integrieren. Es ist eine Floskel, dass einen alle gut aufgenommen haben, aber in der Tat muss ich sagen, dass mir das von Tag eins an superleicht gefallen ist - auch weil wir sofort angefangen haben zu spielen. Ich war direkt mittendrin, hatte gar nicht viel Zeit zum Nachdenken. Das war alles ein Gesamtpaket, das sehr angenehm für mich war.

Wie bewerten Sie die bisherige Saison? Wie groß, glauben Sie, sind die Aufstiegschancen?

Ich glaube, dass wir als Mannschaft, als Spieler das Selbstverständnis haben sollten, zu sagen, unser Ziel ist der Aufstieg. Das ist auch mein persönliches Ziel, ich möchte jedes Spiel gewinnen. Mit der Einstellung gehe ich in jede Partie. Die Qualität in der Mannschaft ist auf jeden Fall da.

Andererseits hat man in den bisherigen Spielen gesehen, dass es – und das wird so bleiben – Wellenbewegungen geben wird. Man wird vielleicht auch mal wieder zwei Spiele hintereinander verlieren. Aber es geht darum, dass man Phasen hat, wo man mehrere Spiele am Stück gewinnt. Diese müssen überwiegen. Von Nackenschlägen müssen wir uns schnell befreien und dafür sorgen, dass wir überwiegend gute Phasen in der Saison haben werden

Deswegen ist es total schwierig, in die Zukunft zu gucken und zu sagen, ob es am Ende reicht. Aber ich kann versichern, dass wir das Ziel haben, jedes Spiel so anzugehen, dass wir es gewinnen können. Wir wollen es selbst in der Hand haben. Generell ist die Qualität da, um das Ziel, ganz oben dabei zu sein, zu erreichen. Man muss über 34 Spiele konstant sein. Man sieht es ja, wie eng es ist und so wird es auch bis zum Ende bleiben.

Wie bewerten sie bisher ihre eigene Leistung und was muss in den kommenden Monaten passieren, damit Sie auch für sich persönlich von einer erfolgreichen Saison sprechen können?

Die Antwort kann ich direkt geben und die ist wirklich ehrlich gemeint: Für mich geht es nur darum, aufzusteigen. Ich habe das in Köln schon erlebt. Wenn man als Mannschaft aufsteigt, kommt jeder Einzelne gut weg. Man hat dadurch ein unglaubliches Gefühl.

Danach kann jeder für sich gucken: Wie viele Scorerpunkte und Minuten habe ich gesammelt? Das mache ich auch am Ende der Saison. Ich weiß, dass ich zu anderen Zeiten in der zweiten Liga schon mehr Scorerpunkte auf dem Konto hatte. Da kommen verschiedene Faktoren zusammen, warum ich jetzt noch nicht so viel gescort habe.

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Aber auch das ist nicht der Hauptgrund, wie ich Spiele bewerte und deswegen bin ich grundsätzlich sehr zufrieden. Wenn wir am Ende aufsteigen und ich habe immer noch nur ein Tor und eine Vorlage, kann ich damit absolut leben.

Als Schalker haben sie die Veltins-Arena bisher noch nicht ausverkauft erlebt. Wie sehr freuen sie sich, dass bald zumindest ca. 54.000 Zuschauer zugelassen sind?

Ich freue mich unglaublich. Beim ersten Geisterspiel habe ich gesagt, dass ich mich da nicht dran gewöhnen kann. Aber leider hat man sich dann doch daran gewöhnt, dass so wenig los war.

Man sieht es in jedem Stadion bei jedem Tor, wie die Torschützen manchmal nicht wissen, was sie machen sollen, weil die Emotionen wieder da sind, die man anderthalb Jahre nicht hatte. Der Jubellauf von Simon gegen Düsseldorf fällt mir da sofort ein. Das wäre in der Art und Weise niemals vor leeren Rängen so gewesen.

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Allein die 25.000 Zuschauer waren schon unheimlich schön. Eigentlich ist es unvorstellbar, wie es jetzt doppelt so laut werden soll, aber auch das wird möglich sein und auch daran wird man sich schnell wieder gewöhnen.

Ich bin super euphorisch und freue mich darauf. Man sieht, dass es mit Fans ein anderes Spiel ist und Vereine wie Schalke dadurch einen Heimbonus haben können.

Von Fanseite wurde in den letzten Wochen oft kritisiert, dass Schalke sein offensives Potenzial wegen einer zu defensiven Ausrichtung nicht ausschöpfen würde. Können Sie die Kritik nachvollziehen?

Nachvollziehen kann ich das auf jeden Fall. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Am Ende des Tages müssen wir erfolgreich sein. In den letzten Wochen, wo wir erfolgreicher waren, habe ich das Thema nicht mehr gehört, aber es wird wieder kommen, wenn wir verlieren sollten.

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Grundsätzlich ist eine Philosophie-Frage. Es gibt Trainer, die spielen volle Attacke und wollen 5:4 gewinnen. Unser Coach hat da einen anderen Ansatz. Für ihn ist die Defensive die erste Basis, um Spiele zu gewinnen. So treten wir auch auf. Wir sind sehr zweikampfstark. Das ist unsere Herangehensweise. Ich kann die Stimmen verstehen. Aber wir setzen das um, was der Trainer möchte und die letzten fünf Spiele sind wir damit gut gefahren.

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Vielleicht kommt in der Saison auch noch eine Phase, in der man das System umstellt oder eine andere Grundausrichtung wählt. Das weiß man nie. Die Fans wollen am Ende des Tages, dass wir gewinnen und das ist wahrscheinlich auch der Grund der Kritik gewesen.

Für große Diskussionen sorgte der Torwart-Tausch vor einigen Wochen. Wie haben Sie diese Entscheidung erlebt? Waren Sie überrascht oder verwundert?

Torwart-Wechsel sind immer anders, als wenn man einen Feldspieler auswechselt, da es ein absoluter Mann gegen Mann Konkurrenzkampf ist. Auf dem Platz können die Spieler mehrere Positionen spielen, weswegen das nicht so ins Gewicht fällt wie beim Torwart.

Auf dem Niveau, auf dem wir uns bewegen, entscheiden Nuancen darüber, ob man spielt. Ich bin der Meinung, dass wir drei richtig gute Torhüter haben. Daher bin ich froh, dass ich die Entscheidung als Torwarttrainer, aber auch als Cheftrainer nicht treffen muss.

Der Trainer hat sie so getroffen und ich glaube, dass das in der Mannschaft ein viel kleineres Thema ist, als es am Ende dargestellt wurde. Aber ich bin wirklich froh, dass ich kein Torwarttrainer bin und diese Entscheidung treffen muss.

Bei Ihrer Vorstellung haben Sie gesagt, dass Simon Terodde einer der Hauptgründe für ihren Wechsel war. Was macht ihn aus? Was würde es für Sie, die Mannschaft und Schalkes Saison bedeuten, sollte er mal ausfallen?

Ich habe viel über das Thema gelesen, warum wir so abhängig von Simon sind. Ich muss da fast eine Gegenfrage stellen: Warum sollten wir denn so blöd sein und Simon nicht in die Position bringen, wo er trifft?

Er ist der absolut treffsicherste Spieler, er kann aus jeder Position im Strafraum treffen. Sollen wir jetzt eher versuchen, den Domme Drexler dauernd anzuspielen, dass der am Ende die Dinger übers Tor schießt? (lacht)

Daher verstehe ich diese Diskussion gar nicht. Dieses außergewöhnliche Talent, das Simon hat, sollten wir nutzen und das tun wir auch. Das hat für mich nichts mit Abhängigkeit zu tun.

Wir werden sehen, was wir machen, wenn Simon irgendwann mal nicht zur Verfügung stehen sollte. Dann müssen wir uns was anderes überlegen. Dann sind wir vielleicht auch bei der Thematik, dass wir das System umstellen oder Positionswechsel vornehmen. Solange wir ihn haben, werden wir das eiskalt ausnutzen und hoffen, dass er 40 Tore schießt.

In letzter Zeit wurde zurecht viel über Simon geredet. Das hat er sich verdient. Er ist ein geiler Typ, das kommt zu seinen spielerischen Fähigkeiten noch dazu. So einem Typen gönnt man solche Rekorde als Mitspieler dann auch, weil er so ist, wie er ist. So jemanden in der Mannschaft zu haben, gibt einem auch auf dem Platz ein sehr gutes Gefühl.

Dieses Interview wurde zusammen mit Betway Sportwetten organisiert.