Essen

Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet: Staatsanwältin fordert heftige Strafe für Antonio H. – und stellt einen drastischen Antrag

Foto: Peter Sieben

Essen. Antonio H. (17) war der Kopf der brutalen Bande, die mindestens sieben Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet beging. Das steht zumindest für die Staatsanwaltschaft fest.

Ausgerechnet der jüngste der fünf Angeklagten – bei der ersten Tat gerade einmal 15 Jahre alt – führte die Gruppe demnach an.

Außerdem war er offenbar der aggressivste der jungen Männer – und der einzige, der auch gewalttätig wurde (hier mehr zu den Hierarchien in der brutalen Bande).

Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet: Hohe Strafe für Antonio H. gefordert

Dafür soll Antonio H. am heftigsten bestraft werden. Im Plädoyer, das Staatsanwältin Rebecca Henrich am Dienstagnachmittag hielt, forderte sie sieben Jahre und neun Monate Gefängnis.

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Das ist nicht nur die höchste geforderte Freiheitsstrafe aller fünf Angeklagten. Weil Antonio H. als Minderjähriger nach Jugendstrafrecht verurteilt wird, bewegt sich die Forderung sogar nah an der Höchststrafe.

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Das Jugendstrafrecht sieht im schlimmsten Fall eine Haftstrafe von zehn Jahren vor, beispielsweise bei einem brutalen Tötungsdelikt.

Nur bei einem Mord mit besonderer Schwere der Schuld darf dieses Maß überschritten werden.

Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet: Haftbefehl für Antonio H. beantragt

Zum Vergleich: Der Haupttäter der Gruppenvergewaltigung in Velbert muss für vier Jahre und neun Monate hinter Gitter – Antonio H. fast doppelt so lang!

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Und damit nicht genug: In ihrem Plädoyer beantragte Staatsanwältin Henrich darüber hinaus einen Haftbefehl für Antonio H. Der war bislang als Minderjähriger auf freiem Fuß.

Henrich sieht bei H. im Falle einer Verurteilung eine hohe Fluchtgefahr. Deshalb solle er seine Haftstrafe direkt mit Urteilsverkündung antreten.

Staatsanwältin fordert mehrjährige Haftstrafen für alle Angeklagten

Auch für die anderen vier Angeklagten forderte die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen.

Joshua E., der schon am ersten Prozesstag vollumfänglich gestanden hatte und dafür sogar vorzeitig aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, soll für die Taten fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Für Enrico F. (24) forderte Henrich sechs Jahre, für Dean Martin L. (18) sechs Jahre und drei Monate Knast. Für Gianni H. (19), der mit einem späten Geständnis noch für Wirbel sorgte, beantragte die Staatsanwältin sieben Jahre Haft.

 
 

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