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„Tu es für mich! Ich dachte, du liebst mich“: Das hat Dean Martin L. (18) im Gruppenvergewaltiger-Prozess ausgesagt

Gruppenvergewaltigungs-Prozess: Jüngester Beschuldigter bezeichnete sich als Big Boss

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  • Am vierten Prozesstag um die Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet sagte Dean Martin L. aus
  • Wie seine Mitangeklagten stellte er sich als Mitläufer dar
  • Doch in einem der Fälle gibt er zu, der Haupttäter gewesen zu sein

Essen. Dean Martin L. (18) wurde zum Gesicht der Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet. Er war auf der Flucht, als seine vier Freunde bereits in Untersuchungshaft saßen – sein Foto ging durch alle Medien, bis er sich stellte.

Am Montag sagte L. vor dem Essener Landgericht aus. Gemeinsam mit seinen Freunden Gianni H., Antonio H., Enrico F. und Joshua E. soll er Schülerinnen systematisch in eine Falle gelockt und zum Sex gezwungen haben. Die Polizei sprach beim Schritt an die Öffentlichkeit von „besonders abscheulichen Taten“. Die fünf Jugendlichen sind wegen Vergewaltigung, Nötigung und Körperverletzung angeklagt.

Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet: Dean Martin L. gesteht drei Tatbeteiligungen

An drei der mindestens sieben Taten war Dean Martin L. beteiligt, wie er zu Beginn seiner Aussage gestand. Wie bereits die Brüder H. und Joshua E. spielte L. die Taten aber herunter. In seinen Ausführungen klangen die Handlungen der Bande gar nicht nach den brutalen Gruppenvergewaltigungen, die ihnen vorgeworfen werden.

Haupttäter sei er nicht gewesen, allenfalls ein Mitläufer, der sich zu den Taten überreden ließ. Auch diese Aussagen kannte man bereits aus den Aussagen der Mitangeklagten.

„Ich dachte mir: Die ist leicht zu haben“

Doch in einem Fall belastete sich der 18-Jährige schwer. Eins der Mädchen habe sich in ihn verliebt, schickte ihm bereits kurz nach dem Kennenlernen Nacktfotos. „Ich dachte mir: Die ist leicht zu haben“, führt er seine Gedanken aus.

Zweimal traf er sich an folgenden Tagen mit ihr, beide Male nahm er weitere Kumpels zu den Dates mit. Sie fuhren an entlegene Waldstücke – laut L. nur, um dort „Wahl, Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen und sich näher zu kommen.

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Als die Aufgaben an sie immer sexueller wurden, habe sie eingewilligt, mit den vier jungen Männern in ein Hotel zu fahren. Dort nutzte er, wie er zugab, die Zuneigung des Mädchens aus, um sie zum Sex mit allen Anwesenden zu bewegen.

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„Warum verlangst du so etwas von mir?“, habe sie ihn gefragt. „Tu es für mich! Ich dachte, du liebst mich“, sei seine Antwort gewesen. Dean Martin L. gesteht: „Ich habe ihre Liebe zu mir schamlos ausgenutzt.“

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Mit Erfolg: Das Opfer ließ sich widerwillig auf Geschlechtsverkehr mit allen vier jungen Männern ein. Anschließend fuhren sie entgegen der Bitte des Mädchens nach Hause.

Noch Tage später chattete L. mit ihr, sie machte ihm schwere Vorwürfe. Als die ersten Verdächtigen der Gruppenvergewaltigungen verhaftet wurden, schrieb er sie erneut an. Dean Martin L. bat sie, nicht zur Polizei zu gehen. Vergeblich.

 
 

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