Essen: Doc Caro hat kein Verständnis für Kampagne #allesdichtmachen – „eine Schmerzgrenze überschritten“

Essen: Ärztin und Internet-Star Doc Caro hat für die "'#allesdichtmachen"-Kampagne überhaupt kein Verständnis. (Symbolbild)
Essen: Ärztin und Internet-Star Doc Caro hat für die "'#allesdichtmachen"-Kampagne überhaupt kein Verständnis. (Symbolbild)

Eine Online-Kampagne unter dem Hashtag „alles dicht machen“ sorgte im Internet in den letzten Tage für eine aufgeheizte Debatten. In 52 Videoclips kommentierten Schauspieler die Corona-Strategie der Politik satirisch. Bei vielen Menschen stieß die Aktion auf Unverständnis und Kritik.

Auch bei Mitarbeitern aus dem Gesundheitswesen. Nun hat sich auch Doc Caro aus Essen geäußert. Die Notärztin und Bloggerin Carola Holzner zerpflückte die Aktion in einem Instagram-Video - dort ruft sie zu einer Gegenaktion auf.

Essen: Doc Caro versteht nicht den Sinn von Online-Kampagne – „eine Schmerzgrenze überschritten“

Dutzende Film- und Fernsehschauspieler - darunter Stars wie Jan Josef Liefers, Heike Makatsch und Volker Bruch - kommentierten unter dem Motto #allesdichtmachen mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung. Die am Donnerstag veröffentlichten Videos thematisierten etwa die politische Entscheidungsfindung oder die Kontaktbeschränkungen in der Pandemie. Davon gab es unter anderem Zuspruch von AfD und Querdenkern.

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Doc Caro, Leitende Oberärztin am Universitätsklinikum Essen, platzte daraufhin der Kragen, sie veröffentlichte nun ein Video auf Instagram, in dem sie #allesdichtmachen nach allen Regeln der Kunst zerpflückt. „Ich bin nicht nur tatsächlich Ärztin und spiele keine Rolle beispielsweise als Arzt in einem Film“, sagt sie. Und weiter: „Nein, ich bin nicht nur Ärztin, sondern ich habe mittlerweile eine gewisse Reichweite und bin die Stimme des Gesundheitssystems. Zumindest eine davon.“

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Das ist Doc Caro aus Essen:

  • Voller Name: Dr. Carola Holzner
  • Oberärztin im Universitätsklinikum Essen (Notaufnahme)
  • Führt bei Facebook einen Medizin-Blog
  • Während der Corona-Pandemie hat sich das Interesse an ihren Beiträgen vervielfacht
  • Mittlerweile hat Doc Caro fast 230.000 Abonnenten bei Facebook

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Sie wisse nicht, ob die Kampagne „schlecht gemeint, gut gemacht, gut gemacht oder schlecht bedacht was auch immer war.“ Zynische Diskussion, Sarkasmus und Ironie hätten in der aktuellen Situation nichts verloren, meint Doc Caro.

„Sie haben eine Grenze überschritten. Und zwar eine Schmerzgrenze.“ Und das sage die 39-Jährige stellvertretend für alle, „die tagtäglich seit über einem Jahr in diesem Gesundheitssystem stehen, handeln, helfen, immer wieder aufstehen und immer noch da sind. (...) Alle die, die mitmachen“, so die Ärztin.

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„Sie haben eine Schmerzgrenze überschritten, für alle die, die vielleicht nichts mit Medizin zu tun haben und die mitgemacht haben. Die, obwohl sie wütend sind, frustriert, nicht mehr können, vielleicht ihre Existenz verloren haben, sich an die Maßnahmen halten und weitermachen.“

Essen: Doc Caro ruft zur Gegenaktion auf

Doc Caro wolle daher einen eigenen Hashtag der Kampagne entgegensetzen: „#allemalneschichtmachen“. Sie lud dabei auch auch die Teilnehmer der Aktion ein, im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation auszuhelfen.

„Und sich danach nochmal gemeinsam für eine Kampagne zusammenzutun und zwar ohne Zynismus, ohne Sarkasmus und ohne Ironie. Sondern für jeden einzelnen, der tagtäglich dort ist, dort bleibt und weitermacht“, so die Ärztin abschließend. (nk mit dpa)

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