Bandidos in NRW: Verbot für Rockergruppe! Drogen, Waffen und Geld bei Razzien beschlagnahmt

Bandidos: Die in Westdeutschland agierenden „Bandidos MC Federation West Central“ wurde am Montagmorgen verboten und mit sofortiger Wirkung vom Bundesinnenministerium aufgelöst. (Symbolfoto)
Bandidos: Die in Westdeutschland agierenden „Bandidos MC Federation West Central“ wurde am Montagmorgen verboten und mit sofortiger Wirkung vom Bundesinnenministerium aufgelöst. (Symbolfoto)
Foto: IMAGO / biky

Innenminister Horst Seehofer spricht ein Verbot für die Bandidos im Westen von Deutschland aus! Die Rockergruppe "Bandidos MC Federation West Central" ist nun offiziell verboten - kriminelle Machenschaften haben diesen Entschluss wohl provoziert.

Das Verbot betrifft nicht nur die Bandidos West Central in NRW, sondern auch die Gruppen und Teilgruppierungen in Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Bandidos in NRW und anderen Bundesländern: Aufnäher auf Westen weisen auf verübte Straftaten hin

Laut Bundesinnnenministerium hatten fast 1800 Polizeibeamte über 100 Vereinshäuser und Wohnungen von mutmaßlichen Mitgliedern der Bandidos-Gruppe in den vier genannten Bundesländern und Thüringen durchsucht.

Dabei wurden unter anderem Waffen, Munition, Drogen und „größere Mengen Bargeld“ sicher gestellt. Außerdem erhielten die Ermittler durch die Razzien einen Einblick in die Strukturen und Regeln der Gruppierung – vor allem Westen mit Abzeichen, sogenannte „Kutten“, geben Aufschluss über die kriminelle Komponente der „Bandidos MC Federation West Central“.

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Mehr zum Bandidos Motorcycle Club (BMC):

  • Motorrad- und Rockerclub mit weltweiter Mitgliedschaft
  • wurde im März 1966 in Houston (Texas) gegründet
  • 2005 wurde der Club auf rund 5000 Mitglieder mit 210 Ortsgruppen in 22 Ländern geschätzt
  • seit März 2017 ist es den Bandidos-Mitgliedern verboten, öffentlich ihre offiziellen Embleme zu zeigen (das gilt unter anderem auch für die Hells Angels, die Mongols MC, die Chicanos und den Gremium MC)

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So sind die Aufnäher auf den Westen der Rocker kein modisches Accessoire oder Erkennungsmerkmal, sondern vielmehr ein Zeichen für Straftaten. Sie wurden laut Innenministerium „an Mitglieder verliehen, die Straftaten im Sinne des Vereins verübt haben“ – dazu gehören schwere Körperverletzung und versuchte und vollendete Tötungsdelikte.

Bandidos in NRW und anderen Bundesländern: Gemeinsames Motorrad fahren nicht Hauptziel der Gruppierung

Es gehe dem „Bandidos MC Federation West Central“, der seinen Schwerpunkt in NRW hat, nicht hauptsächlich um das gemeinsame Hobby, wie in den Statuen behauptet.

Stattdessen sei der Zweck der Rockergruppe „einen territorialen und finanziellen Machtzuwachs innerhalb der Rockerszene anzustreben und entsprechende Ansprüche regelmäßig auch mit Gewalt, insbesondere gegenüber anderen Rockergruppierungen in seinem regionalen Einflussgebiet durchzusetzen“, so das Bundesinnnenministerium.

Erst 2019 gab es einen Schusswechsel in der Kölner Innenstadt zwischen führenden Mitgliedern der Bandidos und der rivalisierenden „Hell's Angels“. Auch eine Untergruppierung, ein „Chapter“, der Bandidos in Hagen („Los Compadres Hagen“) wurde vor einigen Monaten verboten, eine Klage der Mitglieder gegen das Verbot von NRW-Innenminister Herbert Reul scheiterte.

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Bandidos in NRW und anderen Bundesländern: „Bislang größtes Verbot“

Mit der Verbotsverfügung von diesem Montag ist es der Vereinigung „Bandidos MC Federation West Central“ auch verboten, Ersatzgruppen zu gründen und ihre Kennzeichen zu verbreiten, zu veröffentlichen oder in einer Versammlung zu verwenden. Auch das Vermögen des Rockerablegers wurde komplett beschlagnahmt.

Etwa 650 Mitglieder in ganz Deutschland sind vor dem Verbot betroffen. „Das bislang größte Verbot einer kriminellen Rockergruppe zeigt, dass sich der Rechtsstaat nicht an der Nase herumführen lässt“, erklärte CDU-Innenminister Horst Seehofer.

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Ursprünglich hatten die „Bandidos West Central“ im April ihre Selbstauflösung erklärt, nachdem die Untergruppierung „Hohenlimburg/Witten“ ebenfalls verboten worden war. Zu dieser Auflösung kam es aber nicht – „Wer unsere Gesetze mit Füßen tritt, verschwindet nicht vom Radar unserer Sicherheitsbehörden, nur weil er seine Selbstauflösung erklärt“, so Seehofer zum weitreichenden Schlag gegen die Bandidos.

Nach der Verbotsverfügung kam es am Montagmorgen bei Bandidos-Räumen in NRW zu mehreren Polizeieinsätzen, bei denen die Vereinsheime beschlagnahmt und Schlösser ausgetauscht wurden.

Jenke von Wilmsdorff mit neuer ProSieben-Sendung "Jenke Crime"

Auch der Moderator Jenke von Wilmsdorff setzt sich in seiner neuen Sendung "Jenke Crime" mit Menschen auseinander, die in kriminelle Machenschaften verwickelt waren. Er trifft sich in diesem Rahmen auch mit einem Ex-Neonazi, doch was dann passiert kommt unerwartet. Alles zu dieser Story erfährst du >>> hier.

Im Rahmen der Sendung trifft Jenke außerdem einen jungen Familienvater, der ein dunkles Geheimnis hat. >>> Hier erfährst du, um welches Geheimnis es sich dabei handelt. (kv)