NRW: Arbeitslosengeld-Bezieher in Not wegen steigender Kosten! „Wie sollen wir den Winter überstehen?“

Das ist Hartz IV

Das ist Hartz IV

Seit das Arbeitslosengeld II 2005 eingeführt wurde, wird es im Volksmund Hartz IV genannt. Doch woher kommt der Name?

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Vieles ist teuer geworden: Tanken, Heizen, Lebensmittel und vieles mehr. Deswegen gerät ein Arbeitslosengeld-Bezieher aus NRW in Not!

Doch nicht nur die Preise steigen, sondern auch die Inflation. Folglich sinkt die Kaufkraft, weil das Geld nicht mehr das Gleiche wert ist. Von diesen Entwicklungen sind wie immer die Ärmsten der Armen am schlimmsten betroffen.

So auch dieser Arbeitslosengeld-Bezieher aus NRW. Er ist in Not und weiß nicht mehr, wie er den Winter überstehen soll!

NRW: Arbeitslosengeld-Bezieher wegen steigender Kosten in Not!

Der Blick auf die Spritpreise lässt Autofahrer zornig und ungläubig zurück, auch die Heizkosten werden es in diesem Winter in sich haben. Für Arbeitslosengeld-Bezieher Ahmet A. (50) keine guten Aussichten. Er ist jetzt seit rund einem Jahr arbeitslos, hat seit 2010 entweder befristet oder als Leiharbeiter als Metallbauer gearbeitet.

Sein letzter Arbeitgeber hat den Standort ins Ausland verlagert, A. wurde gekündigt – und ist auf Jobsuche. Dafür bietet er sogar seinen Ford Focus zum Tausch an. Gegenüber DER WESTEN erzählt er: „Es gibt in jeder Branche Leiharbeit. Das ist ein Fehler im System, man wird ausgebeutet, weil der Leihvertrag immer um ein Jahr verlängert werden kann, ohne festangestellt zu werden. Man landet nach einer Kündigung so schnell in Armut – bis man es realisiert und kapiert hat, ist man wirklich arm.“

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Das ist Hartz 4:

  • „Hartz 4“ heißt eigentlich Arbeitslosengeld II (ALG II)
  • Es wurde zum 1. Januar 2005 eingeführt
  • Es ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch
  • Es soll Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht
  • Allerdings kann es durch zulässige Sanktionen gekürzt oder ganz gestrichen werden - Kritiker sagen: Das ist menschenunwürdig
  • Die gesetzliche Grundlage für das ALG II bildet das Zweite Buch Sozialgesetzbuch

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Arbeitslosengeld-Bezieher aus NRW: „Wir sollen wir den Winter überstehen?“

Er habe laut eigener Aussage schon alles versucht, um Arbeit zu finden – erfolglos. Arbeitslosengeld wird er demnächst nicht mehr beziehen, Hartz 4 will er nicht, obwohl er Anspruch hätte. Ahmet A.: „Ich habe früher mal Hartz 4 bekommen, will es jetzt aber nicht.“ Zu schlecht, zu respekt- und würdelos würde man vom Jobcenter behandelt.

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Die steigenden Kosten bereiten auch ihm Sorge. Sein Glück: Seine Frau arbeitet, so könne man die Lebenshaltungskosten auffangen. Doch er sagt auch: „Wir müssen den Gürtel natürlich viel enger schnallen. Das Auto kann weg, ist wegen dem Benzin zu teuer. Wir fragen uns schon: Wie sollen wir den Winter überstehen?“ Er werde zwar nicht verhungern, aber trotzdem wird er auf vieles verzichten müssen, die in den letzten Jahren selbstverständlich gewesen sind.

Verbraucherschutz NRW macht Druck auf Politik: „Es ist nicht viel zu holen!“

Ahmet A. ist kein Einzelfall. Viele Geringverdiener und Hartz 4-Empfänger werden noch weniger in der Netto-Tasche haben als ohnehin schon. Reinhard Loch ist Energie-Experte bei der Verbraucherzentrale NRW, berät regelmäßig Menschen, die sparen wollen oder müssen. Loch zu DER WESTEN: „Zunächst einmal übernimmt ja das Jobcenter die gestiegenen Kosten für Gas und Heizöl. Das gehört zur Wärmebereitstellung. Dennoch machen uns Geringverdiener Sorgen, sie haben das Dilemma, dass sie prinzipiell in schlechteren Wohnungen leben. Bei manchen sind zudem Schimmelschäden vorhanden.“

Seine Forderung an die Arbeitspolitik: „Wir fordern, dass der Stromanteil bei den Hartz 4-Grenzen nach oben geschoben werden, Betroffene also mehr verbrauchen dürfen. Ein Problem ist auch, dass sie oft ältere Geräte haben, weil schlicht kein Geld für neue Kühlschränke, Spülmaschinen und Fernseher vorhanden ist. Sie nutzen diese Grundausstattung auch überdurchschnittlich viel, weil sie viel zuhause sind.“

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Für Menschen, die in prekären finanziellen Situationen leben, heißt es: „Es ist für sie nicht viel zu holen!“ Er appelliert dennoch an Betroffene, eine Stromsparberatung in Anspruch zu nehmen. Die sei in vielen Städten und Kommunen kostenlos. Vielleicht ist das auch eine ernste Option für Ahmet A. aus Düsseldorf...