Robert Habeck statt Baerbock als Kanzlerkandidat? Jetzt wird eine krasse Forderung laut

Annalena Baerbock: Das ist die erste grüne Kanzlerkandidatin

Annalena Baerbock: Das ist die erste grüne Kanzlerkandidatin

Sie kann als erstes Mitglied der Grünen Bundeskanzlerin werden: Annalena Baerbock. Wir stellen die Politikerin vor.

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Es war ein denkwürdiger Auftritt der beiden Parteichefs. Auf der Bühne und coronabedingt nur im Live-Stream zu verfolgen, trat Robert Habeck vor das Mikrofon – um dann Annalena Baerbock den Weg zu bereiten.

In den Wochen davor hatte es in der Union zwischen den Kandidaten Armin Laschet (CDU) und CSU-Chef Markus Söder in der sogenannten „K-Frage“ heftig gekracht. Ganz anders bei den Grünen. Fast schon im Stillen hatte sich Annalena Baerbock im internen Rennen gegen Robert Habeck durchgesetzt. Doch die heile Grünen-Fassade beginnt zu bröckeln – und jetzt wird eine krasse Forderung laut.

Robert Habeck: Könnte er am Ende Annalena Baerbock doch verdrängen?

Eine Kolumne vom „Spiegel“ wirft nun ein Szenario auf, welches eigentlich undenkbar schien. Sollte Annalena Baerbock sich aus dem Rennen um das Amt der Bundeskanzlerin zurückziehen und das Ruder an Robert Habeck übergeben?

Diesen Vorschlag macht zumindest die Kolumnistin Bettina Gaus in ihrem Text. Kleine Fehler – wie beispielsweise Ungereimtheiten im Lebenslauf – seien medial stark aufgebauscht und diskutiert worden. Gelitten habe darunter vor allem die Glaubwürdigkeit von Annalena Baerbock.

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Sie habe sich zwar „viel weniger zuschulden kommen lassen als andere politische Führungskräfte […] Aber ihre Popularität war eben noch nicht gefestigt genug, um diese Affäre aussitzen zu können“, heißt es in dem Meinungsstück weiter.

Auch der Umgang mit dem aus Sicht der Grünen nicht so wie erhofften Wahlergebnisses bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sei unsouverän gewesen, Baerbock sei „weitgehend abgetaucht“. Die krasse Forderung nach dieser Analyse folgt auf dem Fuße.

Krasse Forderung wird laut

Baerbock solle den Parteitag der Grünen nutzen, um sich selbst aus dem Rampenlicht zurückzuziehen und stattdessen den Wahlkampf an der Spitze an Robert Habeck zu übergeben. Der Parteitag der Grünen findet in digitaler Form an diesem Wochenende statt. Auf der Agenda steht neben dem Beschluss des Wahlprogramms auch die Abstimmung über die Parteispitze – und über die Kanzlerkandidatin.

Mit der Übergabe dieser Rolle an Robert Habeck könne Baerbock, so die These im „Spiegel“-Stück, nur gewinnen: „Annalena Baerbock hätte ihr Eigeninteresse hinter die Interessen der Partei, des Landes und der Welt gestellt. Sie wäre von da an eine Ikone.“

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Dass es bei den Grünen am Wochenende tatsächlich zum Wechsel an der Spitze kommt, ist allerdings äußerst unwahrscheinlich. Mangelnde Medienauftritte nach einer Landtagswahl – deren Ergebnis nun auch nicht desaströs für die Grünen war – und das „Aufhübschen“ des Lebenslaufes dürften kaum reichen, um ernsthaft am Stuhl von Annalena Baerbock zu sägen. Zumal auch Olaf Scholz (Brechmittel-Einsatz und Wirecard) und Armin Laschet (ebenfalls mit pikanter Lücke im Lebenslauf) mit ihren Baustellen zu kämpfen haben. (dav)