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Hartz 4: Mehr Geld vom Staat wegen steigender Gas- und Strompreise? Jobcenter macht klare Ansage

Gaspreise für Verbraucher könnten sich verdreifachen

Verbraucherinnen und Verbraucher müssen mit explodierenden Gaspreisen ab dem kommenden Jahr rechnen: Die Bundesnetzagentur warnt vor einer Verdreifachung des Betrags der Gasrechnungen.

Während die finanzielle Lage für Hartz 4-Empfänger ohnehin meist angespannt ist, machen Inflation in Deutschland und steigende Preise für Gas und Strom die Situation für viele Leistungsbezieher noch dramatischer.

Im Gegensatz zu Arbeitnehmern, die teilweise schon jetzt Geld zurück legen, um hohe Nachzahlungen oder gestiegene Abschläge zahlen zu können, haben Hartz 4-Empfänger keine Möglichkeit, ein finanzielles Polster zu schaffen. Springen hier die Jobcenter ein?

Hartz 4: Große Angst vor steigenden Preisen

So melden sich aktuell viele Empfänger von Hartz 4 beim Sozialverband „Der Paritätische“, weil sie wegen der steigenden Kosten für Gas und Strom besorgt sind.

„Die Menschen haben natürlich vor zwei Dingen Angst. Erstens: Es kommen die fetten Rechnungen rein. Wobei es weniger darum geht, dass man Angst vor Nachzahlungen hat. Die Angst, die da umgeht, ist, dass die neuen Abschläge, die festgesetzt werden, kaum noch zu stemmen sind. Wenn man eine Verdopplung beim Gaspreis hat, dann ist es unheimlich schwierig, statt 100 Euro 200 zahlen zu müssen. Das wird auch das Riesenproblem werden“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.

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Zumindest bezüglich der Gaskosten gibt das Jobcenter Entwarnung. Gegenüber „Gegen Hartz“ gab die Bundesagentur für Arbeit an, steigende Gaspreise, die sich aufgrund der Preissteigerungen erklären lassen, „vollumfänglich zu übernehmen“. Aber: Der Verbrauch muss angemessen sein. Das erklärt auch Markus Mempel vom Deutschen Landkreistag: „Sie können keine Heizkosten vom Jobcenter bezahlen lassen mit einer eingebauten Sauna, die sie jeden Tag benutzen. Das geht natürlich nicht.“

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Hartz 4: Unsicherheit bei steigenden Stromkosten – reicht das Geld?

Doch ganz aufatmen können Empfänger von Hartz 4 nicht – denn die Unsicherheit, wer die steigenden Stromkosten übernimmt, bleibt. Zwar gibt es bald eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro – die gilt allerdings auch für höhere Kosten für Nahrungsmittel wie Milch, Brot und Co.

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Allerdings wenden die Jocenter bezüglich Stromkosten seit Jahren eine Stromkostenpauschale an, die in den Regelsätzen enthalten ist. Das sind bei einem Single-Haushalt gerade einmal 36 Euro pro Monat – und deckt bei weitem nicht die um rund 34 Prozent gestiegenen Stromkosten ab.

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Laut „Gegen Hartz“ fordern Wohlfahrts- und Sozialverbände die Übernahme der Stromkosten für Hartz 4-Empfänger in angemessenem, aber vollem Umfang. Sollte einem Leistungsbezieher wegen Schulden beim Stromanbieter die Abschaltung drohen, kann der immerhin ein Darlehen beim Jobcenter beantragen – das muss aber wiederum von den laufenden Regelleistungen abgetragen werden, wodurch sich die Situation verschlimmert. (kv)