Anne Will (ARD): CDU-Politiker Röttgen redet sich um Kopf und Kragen

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Nicht nur zur Bundestagswahl am 26. September wird es spannend. Auch nach der Wahl wird es viele offene Fragen geben. Denn: es geht für die Parteien in die Koalitionsverhandlungen. Wer regiert mit wem? Welche Bündnisse wird es geben? Jamaika, Ampel oder Kenia? Was steckt hinter diesen Bezeichnungen? Wir erklären es dir.

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Eigentlich war es eine einfache Frage von ARD-Moderatorin Anne Will, doch CDU-Mann Norbert Röttgen, Mitglied im Präsidium, dem höchsten Gremium der Partei, wollte nicht klar darauf antworten, ob Armin Laschet Kanzler werden soll.

Ein bemerkenswerter TV-Moment bei Anne Will, der offenlegt, in welchem Zustand sich die CDU aktuell befindet.

Anne Will (ARD): CDU-Mann Norbert Röttgen redet sich um Kopf und Kragen

Im Kampf um den CDU-Vorsitz war Norbert Röttgen, neben Friedrich Merz, Gegner von Armin Laschet. Nach der Niederlage gegen die Bundestagswahl gibt er Laschet keine volle Rückendeckung.

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Die Gäste bei Anne Will am 3. Oktober:

  • Manuela Schwesig: Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (SPD)
  • Norbert Röttgen: Mitglied im CDU-Präsidium
  • Otto Fricke: FDP-Politiker
  • Konstantin von Notz: Grünen-Politiker
  • Christiane Hoffmann: „Spiegel“-Journalistin

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„Wollen Sie, Herr Röttgen, dass Armin Laschet Kanzler wird?“, fragte Anne Will am Sonntagabend nach dem ersten Sondierungsgespräch zwischen Union und FDP.

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Anne Will (ARD): Röttgen eiert bei Laschet-Frage herum

Röttgen bejahte diese Frage nicht, sondern eierte herum, ohne ein klares Bekenntnis für Laschet abzugeben:

„Wir wollen diese Gespräche führen, und so wie es Herr Fricke und Herr von Notz gesagt haben, ermitteln, ob es eine Übereinstimmung in der Sache gibt, die den Inhalten, die den Problemen, die wir gemeinsam bewerten, gerecht wird. Das ist der Maßstab. Wenn es dazu kommt, dass Jamaika die größeren Übereinstimmungen hat als die andere Koalition, dann kommen am Ende auch Personalfragen. Wir haben einen Kanzlerkandidaten gehabt, mit dem sind wir in den Wahlkampf gegangen, aber die Aufgabe, die jetzt vor uns steht ist die, eine politische Übereinstimmung zwischen den Parteien zu finden. Das machen wir. Und dann kommen am Ende auch die Personalfragen.“

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Journalistin bei Anne Will: „Wie soll man mit einer solchen Partei in Koalitionsverhandlungen gehen?“

In der Runde von Anne Will wurde diese ausweichende Antwort von Norbert Röttgen zerlegt. „Spiegel“-Journalistin Christiane Hoffmann urteilte, dass die Machtfrage in der Union völlig offen sei: „Wie soll man mit einer solchen Partei ernsthaft in Koalitionsverhandlungen gehen, wenn gar nicht klar ist, wer in dieser Partei zukünftig das Sagen hat?“

Auch SPD-Politikerin Manuela Schwesig ließ die Steilvorlage von Röttgen nicht ungenutzt. Dessen Antwort auf die Laschet-Frage sei „ein ganz großer Witz“, meinte sie.

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„Sie wollen einerseits gerne eine Regierung bilden, sagen aber nicht, wer die Regierung anführen soll“, kritisierte die Sozialdemokratin ihren Nebenmann. Bei der Bundestagswahl sei es zentral um die Merkel-Nachfolge gegangen, deswegen müsse es eine eindeutige Antwort geben, wer ins Kanzleramt einziehen solle.

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Grünen-Politiker Konstantin von Notz vermisste „Klarheit“ in den Ausführungen von Röttgen: „Man denkt, bei denen ist vieles in Unordnung.“

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ARD-Zuschauer gehen mit Röttgen streng ins Gericht

Auch bei ARD-Zuschauern scheint der Auftritt von Norbert Röttgen ebenfalls alles andere als souverän gewirkt haben. Entsprechende Kommentare finden sich im Netz:

  • „Wie lost ist denn die CDU? Schicken Röttgen ohne Plan zu Anne Will und der lamentiert nur im Nebel rum.“
  • „Dass ein kluger Mann wie Röttgen so viel schwafelt und faselt, um aus machtpolitischen Erwägungen heraus nichts Konkretes zum desolaten Zustand der Union sagen zu müssen, ist schon auch tragisch.“
  • „Röttgen schwimmt.“

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Hier kannst Du die Diskussion bei Anne Will in der ARD-Mediathek sehen.

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