Hart aber fair (ARD): Berlin-Insider reißt der Geduldsfaden – „Das wollen Sie TV-Publikum erzählen?“

Maischberger, Lanz und Co.: Das sind die deutschen Talkmaster

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Irgendwann reichte es dem Top-Journalisten Robin Alexander bei „Hart aber fair“. Der Berlin-Insider war am Montagabend zu Gast bei Frank Plasberg und musste sich einen „grün-gelben Werbeblock" anhören, wie er genervt feststellte.

Dann erhielt er bei „Hart aber fair“ das Wort und rechnete mit den Ausführungen seiner Vorredner ab.

„Hart aber fair“ (ARD): Berlin-Insider genervt vom „grün-gelben Werbeblock“ bei Plasberg

Der Chef der NRW-Grünen, Felix Banaszak, hatte zuvor davon gesprochen, dass die neue Koalition von Grünen, FDP und einem weiteren Partner eine „gemeinsame Idee“ brauche. Man müsse herauskommen aus den Debatten der Vergangenheit, die Klimaschutz gegen Wirtschaft oder Freiheit ausspielten. „Klimaschutz bedingt die Freiheit von morgen“, probierte der Grüne eine Brücke hin zur FDP zu bauen.

Die neue Koalition müsse über diese Differenzen hinweggehen, eine „Idee von morgen formulieren“ und damit über das hinausgehen, was die Große Koalition konnte.

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Die Gäste bei „Hart aber fair“ (ARD) am 4. Oktober:

  • Robin Alexander: stellvertretender Chefredakteur von „Welt“ und „Welt am Sonntag“
  • Gerhart Baum: ehemaliger FDP-Bundesinnenminister
  • Felix Banaszak: Landesvorsitzender der Grünen in NRW
  • Sarna Röser: Bundesvorsitzende des Verbandes „Die jungen Unternehmer“
  • Ulrike Herrmann: Wirtschaftsredakteurin der „taz“

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Jung-Unternehmerin schwärmt bei „Hart aber fair“ von Gelb-Grün: „Aufbruch in Richtung Zukunft“

Unternehmerin Sarna Röser zeigte sich im ARD-Talk ebenfalls zuversichtlich, fast schon schwärmerisch. FDP und Grüne würden für einen „Aufbruch in Richtung Zukunft“ stehen. Grün-Gelb habe „etwas Junges, Frisches, Dynamisches mit jungen Köpfen“ anzubieten.

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Top-Journalist rechnet bei „Hart aber fair“ ab: „Das ist eher ein Anti-Grünes-Votum gewesen!“

Nun war „Welt“-Journalist Robin Alexander an der Reihe und rechnete ab. Den ganzen Werbeblock für eine grün-gelbe Versöhnung solle man vergessen. Der Hauptstadt-Insider versuchte die Realitäten in Erinnerung zu rufen. Robert Habeck habe am Anfang des Wahlkampfes ein klares Ziel verfolgt: „Schwarz-Grün oder Grün-Schwarz". Die Grünen hätten unbedingt mit der Union koalieren, „die SPD final beerdigen und die FDP nach rechts rausdrängen“ wollen.

Die Zuneigung der Grünen für die FDP sei eine „frische Liebe“, was auch andersherum für Christian Lindner gelte. Hier handle es sich lediglich um ein Zweckbündnis.

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Es sei auch keine Versöhnung der jungen Generation in einem solchen Bündnis zu erwarten, so Robin Alexander. Beide Parteien wurden besonders von Erstwählern gewählt, doch aus seiner Sicht aus völlig konträren Gründen: „Ich habe auch drei Kinder. Meine These ist, die jungen Leute, die FDP gewählt haben, den gehen ihre rot-grünen Lehrer, die rot-grünen Medien und die ganze 'Fridays for Future'-Beschallung auf die Ketten! Das ist eher ein Anti-Grünes-Votum gewesen!“

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Robin Alexander reißt wegen NRW-Chef der Grünen der Geduldsfaden: „Das wollen Sie dem Fernsehpublikum erzählen?“

Deswegen plädierte der Journalist in der ARD-Sendung für den „pragmatischen Ansatz“ von Olaf Scholz als möglicher Ampel-Kanzler. Ohne den Pathos eines „Generationen-Projekts" könnte Scholz „eine Etage tiefer“ ein haltbares Bündnis zusammenpuzzeln.

Als Moderator Frank Plasberg das Instagram-Selfie der vier Verhandlungspartner Robert Habeck, Annalena Baerbock, Christian Lindner und Volker Wissing ansprach („Es wird demnächst im Haus der Geschichte in Bonn hängen“), riss Alexander endgültig der Geduldsfaden.

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Dieses Foto sei auf dem Kanal gepostet worden, „wo die Pferdefotos und die schönen Frauen sind – und nicht die Inhalte!“ Man wolle doch jetzt nicht ernsthaft glauben, dass die vier Politiker voneinander begeistert seien. Den Grünen NRW-Chef pflaumte er an: „Das wollen Sie dem Fernsehpublikum erzählen?“

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Darum gehe es auch nicht, entgegnete Felix Banaszak. Eine Koalition mit der Union sei „eine Option von vielen“ gewesen. Dennoch verwies er darauf, dass FDP und Grünen durchaus „Innovationsgedanken“ teilen würden – anders als die „strukturkonservativen Parteien SPD, CDU/CSU“.

Die ganze Sendung „hart aber fair“ kannst Du hier in der ARD-Mediathek sehen.