Oberhausen

Oberhausen: Polizei geht gegen Clan-Kriminalität vor – 18-Jähriger rastet aus

Die Polizei Oberhausen kontrollierte Shisha-Bars und Cafés.
Die Polizei Oberhausen kontrollierte Shisha-Bars und Cafés.
Foto: Polizei Oberhausen

Oberhausen. Große Razzia in Oberhausen!

Die Polizei Oberhausen ist am Freitag zu einer großangelegten Razzia ausgerückt. Dabei rastete ein 18-Jähriger aus.

Polizei, Zoll, Steuerfahndung und Stadt kontrollieren fünf Shisha-Bars und Cafés im Stadtgebiet. „Diese Schwerpunktaktion ist Bestandteil der NRW-Strategie im Kampf gegen Organisierte Kriminalität und Mitglieder krimineller Clans“, erklärt Polizeidirektor Dietmar Leyendecker.

Oberhausen: Ein Lokal muss schließen

56 Personen wurden kontrolliert. Insgesamt gab es in fünf Betrieben Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung. Mehrere Stunden lang dauerte die Aktion in Oberhausen.

„Shisha-Bars und ähnliche Etablissements könnten nach unseren Erkenntnissen eine Kommunikations- und Rückzugsebene für die Personen sein, die wir derzeit besonders im Fokus haben“, so Einsatzleiter Leyendecker. „Wir holen so diese Personen aus der Anonymität heraus und wollen eine mögliche Ausbreitung von Organisierter Kriminalität und Verfestigung von kriminellen Strukturen bereits im Ansatz unterbinden.“

Ein Lokal musste sogar schließen, weil der Impfstatus eines Mitarbeiters nicht den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung entsprach.

Der Zoll und die Steuerfahndung leiteten außerdem wegen des Verdachts auf Leistungsbetrug und Steuerhinterziehung Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Auch wurde unversteuerter Tabak sichergestellt.

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Woher kommen die Clans?

  • Wenn die Rede von kriminellen Araber-Clans ist, sind meist Mitglieder von Großfamilien mit türkisch-arabischen Wurzeln gemeint. In Deutschland gehören nach Schätzungen des Bundeskriminalamts (BKA) rund 200.000 Menschen zu solchen Großfamilien
  • Die meisten von ihnen sind nicht kriminell. Manche aber haben sich zu mafiösen Gruppierungen zusammengeschlossen, nutzen familiäre Strukturen für kriminelle Geschäfte
  • Sie leben häufig in einer abgeschotteten Parallelwelt, erkennen staatliche Strukturen nicht an. Straftaten werden zu internen Problemen erklärt, die innerhalb der Familien von sogenannten Friedensrichtern geregelt werden
  • Viele haben eine türkische (15 Prozent) oder libanesische (31 Prozent) Staatsangehörigkeit, 36 Prozent haben eine deutsche Staatsangehörigkeit, fünf Prozent sind staatenlos
  • Ausweisungen von Intensivtätern sind entsprechend schwierig

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Doch nicht nur Personen wurden kontrolliert, sondern auch Glücksspielgeräte. An sechs davon konnte die Polizei Oberhausen Unregelmäßigkeiten feststellen. Drei Automaten wurden sichergestellt und mitgenommen.

In allen sechs Fällen wurden wegen des Verdachts auf illegales Glücksspiel Anzeigen geschrieben. Mit den Maßnahmen war ein 18-Jähriger aus Oberhausen gar nicht einverstanden.

Oberhausen: Clan-Kriminalität frühzeitig erkennen

Er beleidigte die Polizisten und griff sie an, als die Beamten seine Personalien kontrollierten wollten. Der 18-Jährige landete in Polizeigewahrsam. Jetzt muss er sich in einem Strafverfahren wegen Widerstandes dazu rechtfertigen.

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Währenddessen wurden auch einige Fahrzeuge kontrolliert. Hierbei wurden 30 Ordnungswidrigkeiten und zwei Verkehrsstraftaten festgestellt.

Laut der Polizei weist derzeit nichts darauf hin, dass sich die Clan-Kriminalität in Oberhausen groß niedergelassen hat. „Durch Kontrollmaßnahmen in den Nachbarstädten, könnten diese aber nach Oberhausen verdrängt werden“, so die Polizei.

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Ziel der Aktion in Oberhausen ist es, Brennpunkte frühzeitig zu erkennen und kontinuierlich zu überprüfen. Im Fokus stehen unter anderem Drogenhandel, Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit, illegaler Zigarettenhandel, aber auch melde- sowie gaststättenrechtliche Verstöße. (ldi)