Centro Oberhausen, Limbecker Platz und Co.: Experte sagen etwas Dramatisches voraus – „Einige werden in die Knie gehen“

Centro, Limbecker Platz, Kö - das sind die beliebtesten Shoppingziele in NRW

Centro, Limbecker Platz, Kö - das sind die beliebtesten Shoppingziele in NRW

NRW ist ein wahres Shopping-Paradies. Wir zeigen einige der beliebtesten Ziele.

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Essen/Oberhausen/Dortmund. Jetzt gerade sind sie voll - Einkaufszentren wie das Centro Oberhausen, der Limbecker Platz in Essen oder die Thiergalerie in Dortmund. Doch wird das nach Corona dauerhaft so bleiben?

Einige gibt es schon sehr lange, andere gerade mal ein paar Jahre. Das Centro Oberhausen wurde 1996 eröffnet, das Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim sogar schon 1973 und gilt als erste Mall in Deutschland. Der Limbecker Platz wurde in zwei Abschnitten 2008 und 2009 eröffnet, die Thiergalerie in Dortmund sogar erst 2011.

Centro Oberhausen, Limbecker Platz und Co.: Experte fordert Umdenken von Shopping-Mall-Betreibern

Durch die Corona-Pandemie lagen die Malls in allen Städten quasi brach, die Shops waren monatelang geschlossen. So langsam kehrt das Leben zurück in die Shoppingcentren. Dennoch glaubt ein Experte von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen nicht an die Zukunft der riesigen Center. Zumindest nicht in der aktuell bestehenden Form.

„Einige werden in die Knie gehen. Andere müssen Ideen generieren und neue Konzepte umsetzen“, sagt Jens von Lengerke von der IHK. Auch die Städte müssten dabei mitziehen und sich Alternativen zum reinen Shopping-Erlebnis überlegen. Der erste wichtige Schritt waren dabei die sogenannten Food-Courts in den Malls. Durch die gastronomischen Angebote werden Kunden länger in den Centren gehalten.

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Experte: Centro, Limbecker Platz und Co. müssen Dienstleistungen und Kulturangebote einbeziehen

Der zweite Schritt, der bei vielen noch nicht weit genug gegangen werde, ist die Einbindung von Dienstleistungen und Kulturangeboten. „Die Mall in Münster hat zum Beispiel das Picasso Museum ins Boot geholt. Das Centro Oberhausen hat mit den ganzen Angeboten auf dem Gelände mehr von einem Freizeitpark, wo man gleich ein ganzes Wochenende verbringen kann, anstatt nur mal eben shoppen zu gehen“, betont der Experte.

Die Richtung sei gut, aber es müsse noch mehr passieren. Das habe man in Expertenkreisen schon vor der Pandemie anhand des US-Marktes bemerkt, In den USA sterben die großen Shopping-Malls bereits schon länger aus, und das völlig unabhängig von Corona: „Die Shopping-Center in Deutschland müssen sich etwas überlegen. Sonst könnten sie ähnlich enden.“

Centro, Limbecker Platz und Co.: Städte müssen Alternativen finden

Und sollte der Worst Case eintreten, dann müssten sich die Städte überlegen, wie sie die riesigen Gebäude nutzen wollen. Denn anders als in den USA, wo die Malls oft vor den Städten und nicht darin integriert sind, ist es in Deutschland genau andersherum. Hier grenzen die Malls an die Fußgängerzonen an, bestimmen die Optik mit. Liegen sie brach, würde das die gesamte Stadt herunterziehen.

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„Fitnessstudios, Co-Working-Spaces, so etwas sind Möglichkeiten solche Centren im Falle der Schließung des Einzelhandels weiter nutzen zu können. Doch damit es soweit gar nicht kommen muss, müssen genau jetzt die Malls und deren Betreiber intervernieren und neue Konzepte erarbeiten.“ Dabei sei auch eine gute Möglichkeit, Supermärkte zu integrieren. Dann würde der Kunde nach dem Wocheneinkauf noch die Chance haben, ein bisschen etwas anderes zu shoppen, wofür sonst der Weg vielleicht nicht extra gemacht würde.

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Centro, Limbecker Platz und Co.: Studie zeigt erschreckendes Ergebnis

Eine Studie der IHK zeigt auf, dass nur wenige Shopping-Center in NRW bisher sich auf mehrere Standbeine gestellt haben. Nach dem EHI Shopping-Center Report 2020 liegt der Einzelhandelsanteil unter den Mietern der größten Einkaufszentren mehrheitlich über 90 Prozent. Lediglich im Centro in Oberhausen, im Marler Stern (Marl), im Mercator Center in Duisburg, im Allee-Center im Essener Stadtteil Altenessen und im City Point in Bochum finden sich bereits etwas höhere Gastronomie- und Dienstleistungsanteile.

Eine Tatsache, die sich ändern muss, wie Jens von Lengerke und andere Experten finden. Sonst haben die klassischen Shopping-Center kaum eine Perspektive. (fb)