Razzia in Essen und Herne ist Teil von internationalem Polizei-Schlag – Ermittler wendeten DIESEN Trick an

Die Paten von Rhein und Ruhr: die Mafia in NRW - so kommuniziert die Mafia

Die Paten von Rhein und Ruhr: die Mafia in NRW - so kommuniziert die Mafia

Das Whatsapp der Gangster - so kommunizieren Drogenbanden und die Mafia.

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Essen/Herne. Große Aufregung in Essen-Holsterhausen! Eine internationale Razzia, bei der auch die deutsche Polizei beteiligt war, hatte auch Essen im Auge.

Bei den Einsätzen gegen Drogenkriminalität hat die Polizei in Hessen und in angrenzenden Bundesländern einen großangelegten Einsatz gegen die Rauschgiftkriminalität gefahren. Dabei sind etwa 150 Objekte durchsucht worden.

Ein Schwerpunkt lag auch in Essen. Ein lauter Knall hatte Menschen dort am frühen Morgen geweckt. Viele erschrockene Anwohner aus dem Wohngebiet an der Niederdingstraße riefen bei der Polizei an, sogar von Schüssen war die Rede. Dem widersprach die Polizei aber.

Essen: Internationale Drogenrazzia führt auch ins Ruhrgebiet

Das SEK stürmte gemeinsam mit der Bereitschaftspolizei ein Gebäude an der Nieberdingstraße in Essen. Die Polizei gab gegenüber dieser Redaktion an, dass es ein Betäubungsmittelverfahren sei. Die Zuständigkeit bei Drogenfahndung liege dabei aber beim Hessischen Landeskriminalamt. Auch in Herne gab es am Morgen eine Razzia. Hier schlugen die Einsatzkräfte an der Magdeburger Straße zu.

Auch in Wächtersbach bei Bad Orb griff das SEK zu. Dort sollen zwei junge Männer aus dem Main-Kinzig-Kreis laut „Bild“ Drogenhandel in einem großen Stil betrieben haben.

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Das ist die Stadt Essen:

  • geht auf das vor 850 gegründete Frauenstift Essen zurück
  • 582.760 Einwohner, neun Stadtbezirke und 50 Stadtteile, viertgrößte Stadt in NRW
  • seit 1958 Sitz des neugegründeten Bistums Essen
  • Wahrzeichen unter anderen: Zeche Zollverein, Villa Hügel, Grugapark Essen
  • war 2010 Kulturhauptstadt Europas und 2017 Grüne Hauptstadt Europas
  • Oberbürgermeister ist Thomas Kufen (CDU)

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Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bund Deutscher Kriminalbeamter, schrieb auf Twitter: „Wahrscheinlich der bedeutenste Schlag gegen die Organisierte Kriminalität, den es in Europa und Deutschland je gab. Das Ausmaß wird für viele unbegreiflich sein.“

Essen: Europol zieht Bilanz aus der weltweiten Aktion

Am Dienstag wurde dann das Ausmaß deutlicher. Bei den weltweiten Polizeieinsätzen gegen das organisierte Verbrechen sind mehr als 800 Verdächtige festgenommen worden. Allein in Deutschland gab es 70 Festnahmen. Über 150 Objekte wurden in Deutschland durchsucht.

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Mit diesem Trick überlisteten die Ermittler die Kriminellen

Philippe Lecouffe von Europol sagte bei einer Pressekonferenz, dass bei den gut 700 Razzien in Europa, Neuseeland, Australien und den USA mehr als acht Tonnen Kokain beschlagnahmt worden seien. Die Ermittlungen auf Grundlage von Kryptohandy-Überwachung hätten etwa hundert Menschen das Leben gerettet.

Hinter dem Schlag steckte ein besonderer Trick der Ermittler. Undercover-Beamte hatten präparierte Telefone in mehr als 300 Banden eingeschleust hatten, auch bei Mafia-Banden in Italien, Motor-Gangs und internationalen Drogen-Syndikaten. Die Telefone, die angeblich verschlüsselt sein sollten, waren aber nach Europol-Angaben mit einem Telekom-Netzwerk verbunden, das vom FBI eingerichtet worden war. „Dies war einer der größten und ausgeklügeltsten Einsätze überhaupt“, sagte der stellvertretende Europol-Direktor Lecouffe in Den Haag.

Die Ermittler verschafften sich so Zugang zu einer verschlüsselten Kommunikationsplattform, die von kriminellen Banden genutzt wurde, und die Chats jahrelang mitgelesen: Unter dem Namen „Operation Trojanerschild“ verfolgten Ermittler in 16 Ländern, wie Mitglieder der Mafia, asiatischer Verbrechersyndikate oder krimineller Motorradbanden Drogengeschäfte, Geldwäsche und sogar Bandenmorde über die Plattform „AN0M“ planten. Die Geräte verfügen über keine Mail-, Telefon- oder GPS-Funktionen und können nur Nachrichten an andere „AN0M“-Handys versenden. (js, gb mit ms)x

Anm. d. Red.: Die benachbarte Steuerberaterkanzlei hatte mit dem Einsatz nichts zu tun.

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