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Essen: Helfer beobachtet furchtbare Szenen in Ukraine-Kinderheim – „Wirklich sehr heftig“

Bleiben trotz Beschuss - Ukrainer verweigern Evakuierung

Bleiben trotz Beschuss - Ukrainer verweigern Evakuierung

Trotz der schweren Kämpfe im Osten Ukraine verweigern viele Zivilisten Angebote der Polizei, sie in Sicherheit zu bringen, etwa in der vom russischen Militär belagerten Stadt Lysytschansk. Die Menschen fürchten, dass die Flucht misslingt, dass Männer zum Dienst eingezogen werden oder dass sie ihr geliebtes Zuhause verlieren.

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Essen. Es begann alles mit einer kleinen Spardose in der Pommesbude „Melandis“ in Essen.

Inhaber Tarkan Yüzbasioglu wollte so eine kleine Ukraine-Initiative aus dem Stadtteil Haarzopf unterstützen. Was sich seitdem abgespielt hat, kann der „Pommesbuden-Held“ aus Essen noch immer nicht fassen.

Jetzt braucht die private Initiative allerdings dringend Hilfe.

Essen: „Pommesbuden-Held“ gibt zu – „Einfach zermürbend“

Die Strapazen der vergangenen Wochen und Monate haben bei Tarkan Yüzbasioglu Spuren hinterlassen. Raketen-Angriffe in der Ukraine (mehr dazu hier), persönliche Einladungen aus dem Stab von Präsident (hier die Hintergründe) und tausende Kilometer Strecke.

Nach drei Touren ins Kriegsgebiet der Gastronom Klartext: „Es ist einfach zermürbend.“

„Pommesbuden-Held“ aus Essen: „War wirklich sehr heftig“

Tonnenweise Hilfsgüter haben die Essener gesammelt und direkt in die Ukraine gebracht. Lebensmittel, Medikamente und Co. im Wert von mehreren Millionen Euro - alles organisiert durch Privatleute.

Bei den ersten Touren ging es nach Lwiw. „Aber die Stadt ist jetzt bedient durch die weltweite Berichterstattung.“ Deshalb fuhren die Essener bei der letzten Fahrt weiter Richtung Süden - in die Stadt Kalusch. Und damit noch näher an die Kriegsfront.

„Dort kommt keine Hilfe an. Wir waren in Kinderheimen. Die müssen da irgendeine Reispampe essen und Tiefkühlkost, die nicht einmal aufgetaut ist“, beschreibt Yüzbasioglu die furchtbaren Szenen. „Es war wirklich sehr heftig.“

Essener Helfer brauchen Hilfe: „Das ist alles Wahnsinn“

Der Essener berichtet von Familien, die sich aus Angst vor den Russen in ihren Wohnungen einschließen. Von ganzen Dörfern, die auf Straßenbeleuchtung verzichten, um nicht Ziel russischer Raketeneinschläge zu werden.

„Das ist alles Wahnsinn“, sagt er. Nach der Rückkehr von der letzten Tour habe sich Tarkan Yüzbasioglu eine Woche verkrochen. Doch die Schicksale der Waisen in den Kinderheimen lassen die Freiwilligen nicht los.

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Der „Pommesbuden-Held“ will nun letztes Mal noch in die Ukraine fahren. „Danach ist Schluss. Das können Privatleute nicht mehr stemmen.“

Essen: Meistes Geld geht für Spirt drauf

Und genau das ist das Problem. Der Sprit in die Ukraine für die Lkw und Busse, mit denen Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten transportiert werden, haben alle Spendengelder verschlungen.

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Weitere Meldungen aus Essen:

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Nach der massiven Spendenbereitschaft aus dem Essener Stadtteil hofft Tarkan Yüzbasioglu jetzt auf überregionale Unterstützung: „Ich kann einfach den Leuten in Haarzopf nicht mehr sagen, wir brauchen mehr Kohle oder Lebensmittel.“

Essener wollen Waisen aus Kinderheimen evakuieren

Mit der nächsten Tour sollen nicht nur Lebensmittel für mehrere Monate in den Süden der Ukraine gebracht werden. Die Helfer planen auch 30 Vollwaisen mit Betreuern evakuieren zu können. Dazu ist er in Gesprächen mit Jugendämtern, um die Minderjährigen nach Deutschland holen zu können.

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Neben Geld werden noch folgende Hilfsgüter für die vierte Tour aus Essen in die Ukraine benötigt (hier kannst du spenden):

  • Lebensmittel, lange haltbar, einfach zu verarbeiten, hochkalorisch
  • Babynahrung
  • Windeln
  • Hygiene Artikel

Kleidung, Möbel und andere Dinge würden nicht benötigt.