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Essen: Verkäuferin im Limbecker Platz frustriert: „Schon selber gefragt, ob es sich lohnt“

Centro, Limbecker Platz, Kö - das sind die beliebtesten Shoppingziele in NRW

Centro, Limbecker Platz, Kö - das sind die beliebtesten Shoppingziele in NRW

NRW ist ein wahres Shopping-Paradies. Wir zeigen einige der beliebtesten Ziele.

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Essen. Auf den ersten Blick scheint die Lage im Limbecker Platz in Essen wieder wie vor der Corona-Pandemie zu sein: Menschen laufen gelassen durch das Einkaufszentrum, gehen spontan in ein Geschäft und probieren Klamotten an - Shoppen eben.

Seit vergangenem Freitag geht das wieder ohne negativen Corona-Test sowie ohne Terminvereinbarung. Tatsächlich ist im Limbecker Platz in Essen aber lange nicht alles beim Alten. Die Verkäufer zeigen sich im Gespräch mit DER WESTEN völlig frustriert. Eine Verkäuferin verrät, sie hätten sich sogar „gefragt, ob es sich lohnt“.

Essen: Große Verzweiflung bei Verkäufern im Limbecker Platz

Party Fiesta, ein kleines Geschäft mit zahlreichen Party-Utensilien im Untergeschoss des Limbecker Platz, zählt am Dienstagnachmittag eine Handvoll Kunden. Die Verkäuferin Janine Zipner steht mit einer zweiten Verkäuferin hinter der Ladenkasse und hat Zeit für ein kurzes Gespräch.

Sie berichtet ernüchternd, dass sich der Kundenbesuch am vergangenen Wochenende „in Grenzen gehalten“ habe. Und weiter: „Wir sind mit dem Umsatz nicht zufrieden. Es ist sehr wenig.“ „Wir haben uns deshalb schon selber gefragt, ob es sich mit zwei Mitarbeitern lohnt“, verrät die Verkäuferin. Dabei hätte Party Fiesta bereits zu Beginn der Corona-Krise Mitarbeitern kündigen müssen. Nun seien sie noch zu dritt.

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Das ist der Limbecker Platz in Essen:

  • ist seit dem 18. Jahrhundert ein zentraler Platz im Nordwesten der Innenstadt von Essen
  • 2009 wurde der Platz für 300 Millionen Euro neugestaltet und ein Einkaufszentrum erbaut
  • er hat eine Verkaufsfläche von insgesamt 70.000 Quadratmetern
  • somit können bis zu 200 Läden Besuchern ihre Angebote präsentieren

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Dass dann aber eben doch mehrere Mitarbeiter nötig seien, zeige sich am Wochenende. „Da ist es eigentlich unmöglich, alleine zu arbeiten“, so die Verkäuferin. Und so ist sie optimistisch, dass die Kundenfrequenz bald wieder zunehmen wird. „Ich denke, es braucht noch ein kleines bisschen - wenn die Leute wieder feiern dürfen.“

Essen: Modegeschäfte im Limbecker Platz laufen besser an

Besser läuft es offenbar für die Modegeschäfte. Vor New Yorker wartet eine Menschenschlange von 16 Personen, denn dort dürfen sich im Laden gleichzeitig maximal 90 Kunden aufhalten. Doch Anstehschlangen sind am Dienstag eher die große Ausnahme. Die Filialleiterin von Orsay, A. Hannemann, sagt, dass es auch in ihrem Laden „ruhiger als vor Corona“ sei. Deshalb ist sie auch die einzige Mitarbeiterin im Laden. Trotzdem zeigt sich Hannemann gut gelaunt.

„Wir freuen uns, dass die Kunden wieder da sind.“ Und: „Die Kunden sind entspannter, haben Verständnis für das Warten.“ Die Verkaufsfläche von Orsay war nämlich nur für acht Kunden freigegeben; vergangenes Wochenende kam es deswegen vor dem Eingang zu Anstehschlangen. Ab diesem Mittwoch sollte die erlaubte Kundenzahl immerhin aber verdoppelt werden.

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Lange Corona-Pause am Limbecker Platz in Essen: „Man hat genug Urlaub gehabt“

Wie auch bei Party Fiesta, arbeiten hier am Wochenende zwei Verkäufer, wenn es auch früher drei gewesen seien. Hannemann ist dennoch optimistisch. „Ich bin erleichtert, dass es vorwärts geht.“ Der Umsatz sei „noch akzeptabel“. Dann unterbricht sie das Gespräch, um zur Kasse zu gehen und mehrere dort stehenden Kunden zu bedienen. Auf dem Weg dahin legt sie mehrere Kleidungsstücke ab, die sie gerade einsortierte und scherzt noch: „Man hat genug Urlaub gehabt.“ Aber auch Hannemann verschweigt nicht: „Wir würden uns wünschen, dass es so wie früher wird.“

Dass es derzeit nicht der Fall ist, erkennt man bereits nach einem kurzen Aufenthalt im Limbecker Platz: Einige Geschäfte - besonders aus dem Gastronomiebereich - sind noch geschlossen und etwa JD Sports lässt eine halbe Stunde vor Ladenschluss keine Kunde mehr rein.

Essen: „Normal ist die Situation noch lange nicht“

Ruhig geht es auch bei Jack&Jones zu. Die Zahl der Kunden ist am Dienstagnachmittag leicht überschaubar. Die Auszubildende Stefi berichtet aber, dass es mit der Lockerung der Corona-Regeln vor allem am vergangenen Wochenende viel voller als noch zuvor gewesen sei. „Die Leute stöbern wieder, wollen Zeit vertreiben, die Freiheit genießen.“ Das sei ein kleiner Lichtblick. Allerdings würden die Kunden weniger kaufen, was wiederum erwartet worden sei.

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Sie sagt schließlich: „Wir sind froh, wenn was los ist.“ Mittlerweile habe sie „gar keine Erwartung mehr“, denn es könne in dieser ungewissen Zeit ja immer wieder heißen, dass sie schließen müssten. Und so hält sie fest: „Normal ist die Situation noch lange nicht.“