Essen, Bochum und Gelsenkirchen: Booster-Wahnsinn! Patienten lassen Arztpraxen aus allen Nähten platzen

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

Diese Impfstoff-Arten gibt es und so funktionieren sie.

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Impf-Irrsinn im Pott!

Die vierte Corona-Welle schlägt mit voller Wucht durch das ganze Land, auch Essen, Bochum und Gelsenkirchen sind stark betroffen. Eine Möglichkeit, sich zu schützen, ist die Impfung. Und gerade ältere Menschen, die zu den ersten Impflingen gehörten, sind jetzt mit ihren Booster-Impfungen dran.

Und das ist das Problem, denn: Die Patienten lassen die Arztpraxen in Essen, Bochum und Gelsenkirchen aus allen Nähten platzen.

Essen, Bochum und Gelsenkirchen: Booster-Wahnsinn! Patienten lassen Arztpraxen aus allen Nähten platzen

Zweifellos haben die Hausärzte aktuell einen schweren Job. Zum einen muss der normale Betrieb weiterlaufen, erkrankte Patienten müssen behandelt werden. Zum anderen müssen sie aber auch dafür sorgen, dass die Impfungen gegen Covid-19 weiterlaufen. Dabei sind längst nicht nur Erst- und Zweitimpfungen gemeint. Jetzt sind Booster-Impfungen äußerst gefragt, und viele ältere Menschen, die früh geimpft worden sind, wollen jetzt ihren Booster.

DER WESTEN hat mit einer Arztpraxis aus Gelsenkirchen gesprochen. Der Arzt möchte namentlich nicht genannt werden, gibt aber unumwunden zu: „Wir haben aktuell Probleme, anderweitige Termine zu vergeben. Dabei haben wir seit Pandemie-Beginn separate Corona-Sprechstunden, haben sogar Personal aufgestockt. Wir versuchen jedem gerecht zu werden, zumal jeder auch das Recht hat, in Ruhe behandelt zu werden oder auch mal die eine oder andere Frage zu stellen.“

Andere Patienten würden bei ihm nicht zu kurz kommen, versichert er: „Dafür haben wir unser System schon erfolgreich umgestellt. Hier wird jeder behandelt, der akut Hilfe braucht und krank geworden ist.“ Allerdings gebe es eine Ausnahme: Menschen, die sich jetzt erst- oder zweitimpfen lassen wollen. Der niedergelassene Hausarzt ist ganz offen: „Natürlich wollen wir auch diese Patienten impfen, wir lehnen hier niemanden ab. Leider ist es aber so, dass wir nur eine begrenzte Zahl an Impfdosen bekommen und viele Booster-Impfungen schon früh terminiert wurden. Deshalb muss man dann auch mal ein, zwei Wochen Geduld mitbringen.“

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Das bedeutet die 3G- und 2G-Regel:

  • seit dem 23. August 2021 gilt die 3G-Regel – geimpft, genesen oder getestet
  • wer nicht vollständig geimpft ist oder als genesen gilt, muss entweder einen Antigen-Schnelltest (maximal 24 Stunden alt) oder einen PCR-Test (maximal 48 Stunden alt) vorlegen
  • Ungeimpfte müssen z.B. für Veranstaltungen in Innenräumen einen negativen Coronatest vorlegen
  • von der Regel ausgenommen sind Schüler und Kinder bis zum 6. Lebensjahr
  • die Länder können die 3G-Regel aussetzen, wenn die Inzidenz in einem Landkreis unter 35 liegt
  • die 2G-Regel (geimpft oder genesen) ist eine Verschärfung der 3G-Regel. Hier haben Ungeimpfte selbst mit negativem Corona-Test keine Chance auf Zugang
  • eine noch schärfere Regel ist die 2G-Plus-Regel. Dann müssen auch Geimpfte und Genesene einen negativen Antigentest vorlegen

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Essen, Bochum und Gelsenkirchen: Wenn Patienten vor der Praxis Schlange stehen müssen

Nicht anders sieht es in Bochum aus. In einer Arztpraxis in Wattenscheid müssen Patienten, überwiegend Ältere, die ihre Booster-Impfung wollen, draußen in einer Schlange warten. Das sei aber seit Monaten schon der Fall gewesen, das Wartezimmer ist klein und man könne und wolle nicht die Patienten in einem Raum Platz nehmen lassen, so eine dortige Arzthelferin auf DER WESTEN-Nachfrage. Kleiner Lichtblick: Man habe für Impflinge einen separaten Eingang eingerichtet, sodass die Warteschlangen geteilt würden.

DER WESTEN hat mit dem Hausärzteverband Nordrhein (zuständig für NRW) über den Booster-Irrsinn gesprochen. Im Verband sind mehr als 30.000 niedergelassene Ärzte organisiert, ist damit der größte Berufsverband seiner Art in Deutschland. Sprecherin Monika Baaken: „Die Hausärzte impfen mit hohem Tempo, viele Praxen haben zusätzliche Impfsprechstunden oder Impftage eingerichtet, und das auch am Wochenende. Es geht aber 'der Reihe nach' und medizinische Notwendigkeiten. Aus medizinischer Sicht ist beispielsweise der Abstand von sechs Monaten zwischen Zweit- und Boosterimpfung sinnvoll, ältere und chronisch Kranke sind auch priorisiert.“

Essen, Bochum und Gelsenkirchen: „Ärzte sind zurecht sauer“

Sie kritisiert die Politik, fordert Unterstützung für die Hausärzte: „Die ständigen politischen Aufrufe 'Lassen Sie sich schnell boostern' verursachen unnötige Panik. Die Ärzte organisieren auf kommunaler Ebene oft gemeinsam in Eigenregie das Impfen, oft auch außerhalb der eigenen Praxis. Hier brauchen sie Unterstützung seitens der kommunalen Verwaltung, z.B. mit Räumen, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden.“

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Und weiter: „In einer solch extrem lang anhaltenden Krise ist es unvermeidbar, dass Fehler gemacht werden und in der Pandemie hat die Politik einige gemacht. Die Ärzte sind zurecht sauer. Sie werden von Beginn an immer wieder kurzfristig und ungefragt mit Vorgaben, Beschränkungen und bürokratischen Hürden konfrontiert, aktuell mit der Rationierung des Biontech-Impfstoffs. Bis Weihnachten erhalten die Praxen maximal 48 Dosen pro Woche. Das ist lächerlich, diese Menge können Praxen nebenbei an einem Nachmittag verimpfen.“

Verbandssprecherin: „Praxen werden von der Politik ausgebremst“

Dabei könnten die Praxen Vollgas geben, so Baaken: „Die Praxen werden ausgebremst. Die Ärzte wollen impfen und der Bund liefert den Impfstoff nicht. Impfstoff muss aber unbegrenzt und jederzeit zur Verfügung stehen, damit die Ärzte bei der Impfkampagne das sowieso schon hohe Tempo noch weiter steigern können.“

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Wichtig ist laut der Sprecherin auch nach wie vor, dass Erst- und Zweitimpflinge versorgt werden. Sie zu DER WESTEN: „Jede Impfung ist wichtig und ein Schutz für uns alle! Es hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass gerade an den mobilen Impfstationen Kurzentschlossene zu den Erstimpfungen kommen. Wir müssen mit den Impfteams dorthin wo die Menschen sind.“

Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass die Hausärzte die Unterstützung der Politik erfahren – damit diese Krise endlich angegangen werden kann...