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Student aus Essen wegen Klima-Kleber bestraft – seine Reaktion ist bemerkenswert

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Ein Student aus Essen ist für eine Aktion im Kampf gegen die Klima-Katastrophe verurteilt worden.

Der junge Mann aus Essen klebte sich mit Sekundenkleber an den Händen auf eine Auffahrt der A100 in der Berliner Innenstadt. Mit der waghalsigen Aktion brachte er sich nicht nur in Gefahr, sondern löste ein riesiges Verkehrschaos aus. Nun wurde er verurteilt.

Klima-Aktivist aus Essen für waghalsige Aktion vom Gericht bestraft

Am 29. Juni gingen Klima-Aktivisten einen radikalen Schritt, um auf die dramatischen Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Sieben Mitglieder der „Letzen Generation“ klebten sich mit Sekundenkleber an ihren Händen auf dem Asphalt auf der A100 fest – unter ihnen war auch Nils R. Stundenlang staute es sich auf der Autobahn, die Polizei habe unter anderem Speiseöl einsetzen müssen, um die betroffenen Personen von der Autobahn zu kratzen. Nun wurde der Philosophie-Student für seine Tat vor dem Amtsgericht Tiergarten zur Verantwortung gezogen.

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Das ist die Stadt Essen:

  • geht auf das vor 850 gegründete Frauenstift Essen zurück
  • 582.760 Einwohner, neun Stadtbezirke und 50 Stadtteile, viertgrößte Stadt in NRW
  • seit 1958 Sitz des neugegründeten Bistums Essen
  • Wahrzeichen unter anderen: Zeche Zollverein, Villa Hügel, Grugapark Essen
  • war 2010 Kulturhauptstadt Europas und 2017 Grüne Hauptstadt Europas
  • Oberbürgermeister ist Thomas Kufen (CDU)

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Zunächst sei der 20-Jährige wegen Nötigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamten zu 30 Tagessätzen je 15 Euro verdonnert worden. Der junge Mann legte Einspruch ein, es kam zu einer mündlichen Verhandlung. Vor dem Urteilsspruch sagte er: „Es tut mir leid, dass wir stören, aber wir müssen stören. Und wir werden nicht aufhören, bis wir Veränderungen erzwingen.“

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Sein Verteidiger habe für Freispruch plädiert, da es sein erstes Vergehen sei. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich knallhart und forderte eine 1.500-Euro-Geldstrafe.

Student aus Essen zeigt sich uneinsichtig

Am Ende verurteilte der Richter Nils R. wegen Nötigung zu 60 Stunden Freizeitarbeit, die er innerhalb von drei Monaten zu leisten habe. „Ich habe die Hoffnung, er hat heute einiges verstanden“, sagte der Richter. Der Klima-Aktivist rechtfertigte sein Handeln jedoch damit, dass er keinen anderen Weg wisse, um anders auf das Thema aufmerksam zu machen.

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Und auch die Gruppe „Letzte Generation“ äußerte sich bereits zum Urteil und kritisierte es scharf. „Wir sind bereit, die rechtlichen Konsequenzen für unser Handeln zu tragen, doch können es nicht hinnehmen, dass sich das Gericht heute aus der Verantwortung gezogen hat und damit den Mord an den Armen und der jungen Generation billigt.“

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Zudem kündigten die Klima-Aktivisten bereits weitere Maßnahmen an: „Unabhängig davon, was in den Gerichtssälen entschieden wird: Der friedliche Widerstand geht mit derselben Entschlossenheit weiter.“ (cg mit dpa)