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Essen: Urteil rechtskräftig! Radikaler 17-Jähriger plante Terroranschlag an Schule

Nach dem geplanten Amoklauf an seiner Schule wurde ein 17-Jähriger Schüler aus Essen nun vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilt.

© Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

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Im Amok-Trainingszentrum in Bochum trainieren Polizisten für den Ernstfall.

Es hätte ein regelrechtes Blutbad werden können. Im Frühling 2022 hatte ein damals noch 16-jähriger Schüler aus Essen einen Amoklauf an seiner Schule geplant. Nur durch den Hinweis eines Mitschülers konnte die Tat einen Tag vorher verhindert werden. Sonst wäre es ein besonders schwarzer Freitag, der 13. in Essen geworden.

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Der Prozess für den heute 17-Jährigen ist nun beendet und das Urteil gegen ihn rechtskräftig. Für seine blutigen Pläne muss er nun büßen.

Essen: Schüler nach geplantem Amoklauf verurteilt

Das Urteil gegen den 17-Jährigen ist gesprochen. Wegen eines geplanten rechtsextremen Terroranschlags an seinem Gymnasium und dem Verstoß gegen das Waffengesetz wurde der Schüler vom Düsseldorfer Oberlandesgericht zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Schüler hatte seine Pläne zugegeben, auch, dass er vorgehabt hatte, Lehrer und Schüler zu töten.

Seit Freitag, dem 17. Februar, ist der 17-Jährige raus aus der Untersuchungshaft, dafür kommt er aktuell in einer Jugendpsychiatrie unter. Im Anschluss der dortigen Behandlung wird er unter Betreuung in einer Jugendhilfeeinrichtung leben und ein Programm zur Deradikalisierung durchlaufen.

Essen Angeklagter und Rechtsanwalt
Essen: Verteidiger Rechtsanwalt Andreas Wieser mit dem Angeklagten beim Prozessauftakt. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Darum fällt die Strafe so milde aus

Vor dem Gericht zeigte der Angeklagte Reue und nahm Abstand von seiner Tat. Er zeigte sich bereit, sich von seinen rassistischen und antisemitischen Überzeugungen zu distanzieren. Dafür, dass er sich Materialien für potenziell tödliche Bomben beschafft und zwei funktionstüchtige Schusswaffen gebastelt hatte, ist das ein mildes Urteil.


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Die Bundesanwaltschaft hatte eigentlich drei Jahre Haft ohne Bewährung durchbringen wollen. Die feste Entschlossenheit des Täters war hier ins Gewicht gefallen. Dagegen hatte der Verteidiger argumentiert, dass der Schüler professionelle Hilfe benötige, um den richtigen Weg einzuschlagen.

Essen: Die Hintergründe

Der damals noch 16-Jährige war am 12. Mai 2022 in seinem Elternhaus in Essen-Borbeck festgenommen worden. Ein Mitschüler hatte Hinweise geliefert, dass der Junge am nächsten Tag, den 13. Mai, einen Amoklauf am Don-Bosco-Gymnasium verüben wollte. Es sei ein wahres Blutbad geplant gewesen. Bei der Durchsuchung seines Zimmers fanden die Einsatzkräfte damals zahlreiche Waffen, darunter auch Messer, Macheten, Schlagringe und sogar Armbrüste sowie rechtsextremistische Schriften (mit dpa).