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Essen: Amateurfußballer dürfen wieder trainieren – doch sie wollen alle nur DAS

Essen: Amateurfußballer dürfen aufgrund der gelockerten Corona-Regeln wieder trainieren, doch sie warten alle nur auf eine Sache.
Essen: Amateurfußballer dürfen aufgrund der gelockerten Corona-Regeln wieder trainieren, doch sie warten alle nur auf eine Sache.
Foto: picture alliance / blickwinkel/H. Blossey | H. Blossey / Nicolas Kaufmann / DER WESTEN

Essen. Rund sieben Monate durften sie nicht mehr im Team trainieren, wussten nicht, wann und wie es weitergeht. Der Amateurfußball stand komplett still. Jetzt erlaubt die neue Corona-Schutzverordnung wegen der deutlich gesunkenen Corona-Inzidenz endlich wieder ein Training im Team.

Der Trainer und die Spieler der Ersten Mannschaft der Sportgemeinschaft Essen-Schönebeck 19/68 e.V. (SGS Essen) sind froh, endlich wieder auf dem Platz stehen zu dürfen. Doch sie wollen alle nur eine Sache, wie im Gespräch mit DER WESTEN klar wird.

Essen: Amateurfußballer freuen sich über Training im Team, doch...

Die rund 30 Spieler der 1. Mannschaft wären wohl bei schlechtem Wetter genauso zahlreich wieder auf dem Fußballplatz in Essen-Schönebeck erschienen. Doch pünktlich zum Wiederbeginn des Trainings ist bestes Fußballwetter in Essen. Die Sonne scheint, das Thermometer zeigt über 20 Grad an.

Dabei freut sich nicht nur Trainer Ulf Ripke (44), sondern auch seine Mannschaft darüber, die lange Corona-Pause endlich überwunden zu haben. „Die Resonanz ist riesig“, stellt Ripke fest. Und: „Es ist eine große Vorfreude, dass wieder der Ball am Fuß ist. Und, dass ein Stück weit Normalität und Alltag wieder einkehrt.“

Das bestätigen auch die Spieler Dennis Wibbe (28), Tim Seidel (27) und Julian Dusy (29). Tim Seidel sagt, es fühle sich „extrem gut“ an, wieder in der Mannschaft trainieren zu dürfen. „Die Stimmung ist gut, alle haben wieder Bock zu kicken“, so der 27-Jährige. Und weiter: „Nach der langen Pause freut sich jeder mal, den anderen wiederzusehen.“

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Julian Dusy: „Dass es dann wirklich sieben Monate werden, damit hatten wir alle nicht gerechnet. Ich glaube, jeder von uns kannte das so auch nicht.“ Dennis Wibbe ergänzt: „Es war mit die längste Zeit in meinem Leben, in der ich kein Fußball spielen durfte. Und deswegen ist es umso schöner, dass wir in welcher Form auch immer auf dem Platz stehen und trainieren dürfen.“

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Das ist die Stadt Essen:

  • geht auf das vor 850 gegründete Frauenstift Essen zurück
  • 582.760 Einwohner, neun Stadtbezirke und 50 Stadtteile, viertgrößte Stadt in NRW
  • seit 1958 Sitz des neugegründeten Bistums Essen
  • Wahrzeichen unter anderen: Zeche Zollverein, Villa Hügel, Grugapark Essen
  • war 2010 Kulturhauptstadt Europas und 2017 Grüne Hauptstadt Europas
  • Oberbürgermeister ist Thomas Kufen (CDU)

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Denn die Amateurfußballer in NRW durften ihren Trainingsbetrieb zuletzt (ab dem 21. Mai in Essen) zwar wieder aufnehmen, mussten aber auf jeglichen Personenkontakt verzichten und die Gruppe auf maximal 25 Personen begrenzen. Die Mannschaft von Ulf Ripke trainierte erstmals in diesem Jahr wieder vergangene Woche Dienstag – aber eben kontaktlos und aufgeteilt in zwei Gruppen.

Essen: Fußballer wollen alle wieder Kontaktsport

Die Corona-Regeln, etwa die normalen Kontaktbeschränkungen sowie die Einhaltung eines Mindestabstandes von fünf Metern, nehmen die Amateurspieler hin. Sie sind glücklich, dass sie das Training in der Mannschaft überhaupt wieder aufnehmen dürfen. „Momentan ist man über alles froh, was man wieder angeboten bekommt und was man machen darf“, sagt Julian Dusy.

Trotzdem wollen sie alle nur eins: Kontaktsport. Sie können es praktisch nicht mehr erwarten, wieder in den Zweikampf zu gehen und spielerische Übungen zu machen, geschweige denn ein Fußballspiel anzutreten. „Wenn man einfach wieder den Ball am Fuß hat, aufs Tor schießen kann oder auch ein paar Pässe spielt, ist das für den Anfang auch um reinzukommen definitiv total in Ordnung. Aber ich freue mich auch jetzt schon auf den Tag, an dem wir dann endlich wieder in den Kontakt gehen können“, erklärt Dennis Wibbe.

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Essen: „Lust ist wesentlich größer, als sich Ausreden oder Einschränkungen zu beugen“

Tatsächlich können sich die Amateurfußballer über weitere Lockerungen in den Corona-Regeln freuen. Mit einem stabilen Inzidenzwert von unter 50 und dem Erreichen der Inzidenzstufe 2 dürfen die Sportler nun auch in den Kontaktsport gehen. Voraussetzung ist hier für alle allerdings ein negativer Corona-Test. „Natürlich ist es eine Einschränkung (...), aber die Lust darauf, wieder seinem Lieblingshobby nachgehen zu können, ist wesentlich größer, als sich irgendwelchen Ausreden oder Einschränkungen zu beugen“, sagt Ulf Ripke.

Der 44-Jährige ist zuversichtlich, dass es nun bergauf geht. Dabei ist er sich sicher, dass die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Regeln das Fußballgeschehen langfristig nicht beeinträchtigen werden. „Wenn wir jetzt wieder Sport treiben können, werden die Jungs genauso Feuer und Flamme sein und genauso in die Zweikämpfe reinfliegen wie vorher – und genauso Bock haben, zum Training kommen.“

Ängste oder Vorbehalte einer möglichen Infektion sei ihm in seiner Mannschaft nicht bekannt. Und der langjährige Trainer glaubt, dass die Fußballeuphorie im Amateursport relativ schnell wieder entfachen werde.

Bis die Mannschaft der SGS Essen letztendlich aber wieder den Spielbetrieb mit gegnerischen Mannschaften aufnehmen darf, ist noch ungewiss. Doch das nimmt Ulf Ripke in Hinblick auf die lange Trainingspause gelassen. „Wir werden dadurch genug Zeit haben, um an den Basics und der Grundfitness arbeiten zu können“, so der Trainer.