Duisburg

Duisburg: Paar kämpft mit Folgen einer Corona-Erkrankung – jetzt will es anderen helfen

Silke und Dejan aus Duisburg leiden an den Spätfolgen ihrer Corona-Erkrankung
Silke und Dejan aus Duisburg leiden an den Spätfolgen ihrer Corona-Erkrankung
Foto: privat

Duisburg. Was ist, wenn ich mich von meiner Corona-Erkrankung nicht richtig erhole? Genau das ist einem Paar aus Duisburg passiert – und jetzt will es anderen Betroffenen helfen.

Silke Berner-Cakic und Dejan Cakic haben sich November 2020 mit Corona infiziert. Seitdem geht das Pärchen aus Duisburg durch die Hölle. Das Virus hat deutliche Spuren hinterlassen. Sie leiden an Long-Covid. Vor einigen Wochen haben Silke und Dejan deswegen eine Art Selbsthilfe-Gruppe auf Facebook gegründet.

Duisburg: In der Gruppe wird sich ausgetauscht und geholfen

„Covid 19! Und jetzt? Für Duisburg und Umgebung“ heißt die Gruppe. Eine Frage, die sich mindestens 242 Personen stellen. So viele Mitglieder sind nämlich mittlerweile dort vertreten. Hier herrscht ein reger Austausch: Aktuelle Medienberichte, Zahlen und viele persönliche Geschichten zum Thema Corona werden hier geteilt. Es wird diskutiert, es wird sich gegenseitig Mut zugesprochen.

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Das ist die Stadt Duisburg:

  • frühste schriftliche Erwähnung im Jahr 883
  • fünftgrößte Stadt in NRW, besteht aus sieben Stadtbezirken
  • hat rund 498.686 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Duisburger Hafen gilt als größter Binnenhafen der Welt
  • fast ein Drittel des in Deutschland erzeugten Roheisens stammen aus den acht Duisburger Hochöfen
  • Sehenswürdigkeiten unter anderen: Landschaftspark Duisburg-Nord, Tiger & Turtle – Magic Mountain, Sechs-Seen-Platte
  • Oberbürgermeister ist Sören Link (SPD)

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Ihre ganz eigene persönliche Corona-Geschichte haben Silke und Dejan auch mit uns geteilt. Gegenüber DER WESTEN erzählen sie von ihrer Erkrankung, wie sie mit Corona-Leugnern umgehen und was sie mit ihrer Gruppe erreichen wollen.

Duisburg: Silke und Dejan leiden noch heute unter den Spätfolgen ihrer Corona-Erkrankung

Alles begann im November 2020: Silke und Dejan arbeiten beide im Gesundheitswesen, infizieren sich laut eigenen Aussagen sehr wahrscheinlich dort mit Corona. „Mir war komisch, mir tat alles weh. Ich war kräftig erkältet. Mein ganzer Körper war am Stechen“, blickt Silke zurück.

Auch Dejan trifft es hart: Er leidet zusätzlich an für Corona eher untypischen Symptomen wie Durchfall und Erbrechen. Nach drei Wochen Quarantäne sollten die beiden eigentlich wieder arbeiten gehen – doch sie fielen noch bis Mitte Januar aus!

Duisburg: Das Paar kann erst im neuen Jahr wieder zur Arbeit gehen

Auch danach ist nichts, wie es vorher mal war: „Ich bin ein völlig anderer Mensch“, sagt die 43-Jährige. „Ich bin sehr schnell müde. Früher bin ich nach der Arbeit immer zum Sport gegangen. Jetzt ist das nicht mehr möglich. Ich habe auch oft Muskel- und Gelenkschmerzen.“

Auch ihren Mann Dejan trifft es hart: Der 42-Jährige berichtet von „Problemen mit der Luft“ und klagt über den „Verlust des Geruchs- und Geschmacksinns.“

Duisburg: Gruppe auch für Leute, die sich für die Thematik interessieren

Silke und Dejan sind sich sicher: Mit diesen Problemen sind sie nicht allein! Deswegen gründeten sie auf Facebook die Gruppe „Covid 19! Und jetzt? Für Duisburg und Umgebung“.

„Wir wollen uns gegenseitig austauschen, Tipps geben und zeigen, dass niemand allein ist“, erklärt die Duisburgerin den Zweck der Gruppe. „Aber nicht nur ehemals Corona-Erkrankte sind eingeladen. Es dürfen sich auch gerne Leute mit uns austauschen, die sich einfach für das Thema interessieren.“

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Duisburg: Dejan und Silke haben klare Botschaft an Corona-Leugner

Dabei verirren sich auch hin und wieder vereinzelt Corona-Leugner in die Gruppe. Und da wird vor allem Dejan fuchsteufelswild: „Ich kann das absolut nicht verstehen, dass das von Leuten belächelt wird. Wenn ich sowas mitbekomme, kann ich auch echt sehr sauer werden“, macht Dejan seinem Ärger Luft.

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Menschen, die schlechte Stimmung verbreiten, sind dort aber eher selten, versichern die beiden. Stattdessen haben sich dort auch einige Freundschaften entwickelt. „Der Austausch tut einfach gut“, sagt Silke. (cf)