Bochum

Freispruch! Satans-Mörder Daniel Ruda zitiert aus der Bibel - und kommt bald aus dem Gefängnis

Freispruch für Satans-Mörder Daniel Ruda - die Reaktionen

Freispruch für Satans-Mörder Daniel Ruda - die Reaktionen

Michael Rehaag (Sprecher Landgericht Bochum) und Hans Reinhardt (Verteidiger) äußern sich zum Freispruch für Daniel Ruda.

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  • Freispruch für Satans-Mörder Daniel Ruda
  • Eine Zeugin hatte sich in wirre Widersprüche verwickelt
  • Zum Abschluss zitierte Ruda die Bibel:  „Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen"

Bochum. Daniel Ruda (41) darf sich bald wieder auf freiem Fuß bewegen.

Der Hertener, der seit 2002 wegen eines satanistischen Mordes an seinem Bekannten Frank H. im Gefängnis sitzt, wird wohl wohl schon in vier Wochen aus der Haft entlassen, glaubt sein Anwalt.

Eigentlich hatte er seine 15-jährige Haftstrafe bereits vor 10 Monaten abgesessen.

Wenig zuverlässige Brieffreundin

Den Weg in die Freiheit versperrte aber der Vorwurf der versuchten Anstiftung zum Mord einer Brieffreundin. Am Donnerstagmorgen wurde Ruda vom Landgericht Bochum aber freigesprochen. Jennifer S.*, die Brieffreundin des Satans-Mörders, stellte sich vor Gericht als wenig zuverlässige Zeugin heraus.

Freispruch für Satans-Mörder Daniel Ruda - die Reaktionen
Freispruch für Satans-Mörder Daniel Ruda - die Reaktionen

Ein sachverständiger Psychologe attestierte in einer Aussage, was die Anwesenden bereits vorher vermutet hatten: Eine sehr eingeschränkte Aussagefähigkeit durch eine psychische Störung. Acht Stunden lang war Jennifer S. an zwei Verhandlungstagen befragt worden.

„Sie lebt in einer Parallelwelt"

Immer wieder verstrickte sie sich in Widersprüche und stellte den Mordauftrag unterschiedlich dar. Damit brachte sie Staatsanwaltschaft und Kammer nicht nur völlig durcheinander, sondern manchmal sogar richtig auf die Palme. Das bestätigten Staatsanwaltschaft und Verteidigung auch in ihren Plädoyers. Die Staatsanwältin sprach von einem verfestigten Denkfehler der Hauptzeugin. Der Verteidiger sagte, sie lebe in einer Parallelwelt.

„Wenn sie nur den Namen des Angeklagten liest, rennt sie sofort zu Polizei oder Staatsanwaltschaft. Auf ihre Aussagen ist dabei absolut kein Verlass.“ Das letzte Wort des Angeklagten jagte vielen im Gerichtssaal einen Schauer über den Rücken: Ruda zitierte aus der Bibel.

Vier Verse aus dem 5. Buch Mose

Der Satans-Mörder von Witten las vier Verse aus dem 5. Buch Mose: „Wenn jemand vor Gericht geht und als Zeuge einen andern zu Unrecht der Anstiftung zum Aufruhr bezichtigt, wenn die beiden Parteien mit ihrem Rechtsstreit vor den Herrn hintreten, vor die Priester und Richter, die dann amtieren, wenn die Richter eine genaue Ermittlung anstellen und sich zeigt: Der Mann ist ein falscher Zeuge, er hat seinen Bruder fälschlich bezichtigt, dann sollt ihr mit ihm so verfahren, wie er mit seinem Bruder verfahren wollte. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.“

Die übriggebliebenen Briefe an Jennifer S., in denen Ruda durchaus verfängliche Dinge schrieb, reichen durch mehrere Interpretationsmöglichkeiten als Beweismittel nicht für eine Verurteilung aus. Das Landgericht folgte deshalb den Anträgen beider Seiten auf Freispruch. So darf sich Daniel Ruda auf eine baldige Entlassung freuen. Laut Verteidiger Hans Reinhardt folgen noch einige Freigänge, um ihn auf die Freiheit vorzubereiten. Dann darf er nach über 16 Jahren das Gefängnis verlassen.

*Name geändert

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