VfL Bochum: Fans greifen Polizei an! Beamten zeigen Schock-Foto – „Was hat Freude DAMIT zu tun?“

Fans des VfL Bochum feiern auf der Castroper Straße vor dem Ruhrstadion.
Fans des VfL Bochum feiern auf der Castroper Straße vor dem Ruhrstadion.
Foto: dpa

Der VfL Bochum spielt im kommenden Jahr wieder in der Bundeslia. Am 34. Spieltag hat der VfL den Aufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht. Von Anfang an gab die Mannschaft von Thomas Reis Vollgas und spielte auf Sieg.

Rund um die Partie des VfL Bochum gegen den SV Sandhausen kam es zu einem großen Fan-Aufkommen. Dabei hatten die Polizei Bochum, die Stadt und der Verein selbst vor dem Spieltag dazu aufgerufen, zuhause zu bleiben.

VfL Bochum: Polizei, Stadt und Verein mit deutlichem Appell

Der Appell war deutlich: „Bei aller Euphorie, die in den vergangenen Wochen und Monaten vorherrschte, appelliert der VfL erneut gemeinsam mit der Stadt sowie der Polizei an die Fans: 'Ihr dürft und sollt feiern, wenn es etwas zu feiern gibt – aber bitte zuhause, weit weg vom Vonovia Ruhrstadion!'“

Aus diesem Grund wurden schon vor dem Spiel Hunderte Ordner vor dem Stadion postiert. Außerdem wurde ein Sichtschutz aufgestellt, um den Fan-Andrang zu verhindern.

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VfL Bochum: Hunderte Fans vor Anpfiff am Stadion

Doch schnell war klar: Das wird nicht funktionieren. Bis kurz vor dem Anpfiff hatten sich bis zu 500 Fans vor dem Stadion versammelt. Über die Castroper Straße kamen die Anhänger mit Fahnen, Schals und Fangesängen. Das Problem: Die meisten von ihnen waren ohne Maske unterwegs. Rund um das Stadion herrschten jedoch die aktuellen Kontaktbeschränkungen und im Stadionbereich ein Glasflaschenverbot.

VfL Bochum: Immer mehr Fans rund ums Stadion

Im Laufe des Spiels kamen immer mehr Anhänger zum Stadion, von bis zu 2.500 Fans sprach die Polizei. Viele hatten sich auf dem Kirmesplatz versammelt. Immer wieder rief die Polizei Fans per Lautsprecher dazu auf, Masken zu tragen und die Abstände einzuhalten. Als der VfL Bochum zur Halbzeit führte, lagen sich die Fans in den Armen.

Das Großaufgebot der Polizei versuchte, die geltenden AHA-Regeln durchzusetzen. „Macht diese friedliche Veranstaltung nicht kaputt“, hieß es. Doch die Fans reagierten mit Pfiffen auf die Ansagen. Im Laufe der zweiten Halbzeit waren außerdem immer wieder blaue Pyro-Rauchschwaden zu sehen. Die Polizei warnte laut „WAZ“ die Fans erneut. „Lasst das sein, sonst müssen wir Maßnahmen ergreifen!“, hieß es. Und so kam es dann auch.

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VfL Bochum: Straßensperrungen und Krawalle

Am Abend teilte die Polizei auf Twitter mit: „Die Fläche im Bereich des Ruhrstadions ist überfüllt. Abstände können kaum eingehalten werden. Bitte kommen Sie nicht zum Stadion.“ Die Castroper Straße, der Stadionring sowie die Abfahrt der A40 am Stadion mussten gesperrt werden.

Immer wieder wurden Bengalos und Böller an der Castroper Straße gezündet und teilweise auf die Polizei geworfen, der Jubel schwenkte teilweise auf Krawalle um. „Wie zu erwarten eskaliert die Aufstiegsfeier in Teilen“, heißt es von Journalist Dirk Kropp auf Twitter. „Fans bleiben mit ein paar unrühmlichen Ausnahmen diszipliniert. Die Maskenpflicht zählt allerdings nicht dazu“, stellt er fest.

Auch der VfL Bochum meldete sich auf Twitter zu Wort: „Hinweis an unsere Fans da draußen: Bitte beachtet die Anweisungen der Polizei! Bitte unterlasst das Abbrennen von Pyro! Trotz aller Euphorie, achtet auf eure Gesundheit und die eurer Mitmenschen! Feiert zuhause weiter! Danke!“

VfL Bochum: Fans greifen Polizisten an

Je später der Abend wird, desto mehr scheint die Situation zu eskalieren. „Polizei kündigt Ende der Deeskalationsstrategie und droht mit Einsatz von körperlicher Gewalt und Pfefferspray“, berichtet Journalist Dirk Kroos auf Twitter.

Die Fans werden auf den Kirmesplatz geleitet. „Es werden aktuell Polizeikräfte angegriffen – das geht gar nicht! Bleiben Sie friedlich. Bei jeglicher Form von Gewalt schreiten wir konsequent ein und treffen entsprechende Maßnahmen.“ Auch der VfL Bochum reagiert und appelliert an seine Fans: „Leute, feiert friedlich! Lasst die Aggressionen sein! Das ist in dieser Situation völlig unpassend, und sonst natürlich auch!“

Gleichzeitig bittet die Polizei die „friedlichen“ Fans des VfL Bochum, das Stadionumfeld zu verlassen und nach Hause zu gehen. „Nach Flaschenwürfen und Pyrowürfen auf Polizeikräfte werden die Störer nun eingekreist. Wir werden dieses inakzeptable Verhalten konsequent ahnden und entsprechende Maßnahmen ergreifen!“, heißt es von der Polizei.

Derweil hat sich in der Bochumer Innenstadt ein riesiger Autokorso gebildet. Der komplette Innenstadt-Ring dicht gewesen. Auch ein Hubschrauber ist im Einsatz, um das Geschehen zu beobachten.

VfL Bochum: Polizei schreibt offenen Brief an Fans! „Was hat Freude DAMIT zu tun?“

Am späten Abend hat sich dann die Polizei mit einem offenen Brief an alle Bochum-Fans gewandt. Darin heißt es: „Der VfL Bochum hat mit großartiger sportlicher Leistung den Aufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht; die ganze Stadt freut sich – und wir, die Bochumer Polizei, freuen uns mit!“

Und weiter: „Was hat Freude zu tun mit Verletzten durch Flaschenwürfe, Steine, Scherben und gefährlicher Pyrotechnik? Was hat Freude zu tun mit einem riesigen Scherbenmeer auf den Straßen vor dem VfL-Stadion? Was hat sie zu tun mit Körperverletzungsdelikten, massiver Missachtung der aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen, mit Widerstand gegen Polizeikräfte und Sachbeschädigung? Genau: rein gar nichts!“

Dazu ist ein Foto geteilt worden, das regelrecht schockt: Der Bereich, wo vorher Fans den Aufstieg gefeiert haben, ist voller Scherben, Müll und abgebrannten Bengalos.

Bleibt zu hoffen, dass sich Teile der Anhänger bis zum Bundesliga-Start am Riemen gerissen haben...

Polizei zieht Bilanz: „Erschütternd“

Als die Polizei am späten Sonntagabend dein Einsatz in Bochum zusammenfasst, findet sie nur ein Wort: „Erschütternd“!

Der Aufstiegs-Einsatz in Zahlen:

  • Bis zu 7.000 Menschen im Stadionumfeld
  • 70 Fälle von illegalem Abbrennen von Pyrotechnik
  • elf Anzeigen wegen Sachbeschädigung
  • zwölf Anzeigen wegen illegalem Betäubungsmittel
  • Polizei wurde mit Flaschen, Pyrotechnik und Steinen beworfen
  • acht verletzte Beamten, zwei vorerst nicht mehr dienstfähig
  • zahlreiche Platzverweise, zehn Festnahmen

Immerhin: Ein Autokorso im Innenstadtbereich verlief weitgehend störungsfrei.

Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen bezüglich zahlreicher Straftaten dauern an. Dazu wird auch das umfangreich gefertigte Videomaterial von Polizei-Drohnen, einem Polizei-Hubschrauber, Beweissicherungseinheiten und Bodycams ausgewertet. (mk, at)