FC Schalke 04: Klublegende Asamoah berichtet von schockierenden Erlebnissen – „Wusste ja nicht, dass das ihr Sohn ist“

Gerald Asamoah, Teammanager beim FC Schalke 04, berichtet von schockierenden Erlebnissen.
Gerald Asamoah, Teammanager beim FC Schalke 04, berichtet von schockierenden Erlebnissen.
Foto: picture alliance/Fromme/firosportphoto/pool

Es sind schockierende Erlebnisse, von denen Gerald Asamoah berichtet. Die Klublegende des FC Schalke 04 hat schon häufig mit rassistischen Angriffen zu kämpfen gehabt.

Doch auch Asamoahs Sohn musste schon solche Attacken aushalten, die einfach fassungslos machen.

FC Schalke 04: Asamoah berichtet von schockierenden Rassismuserfahrungen

Es sei bei einem Jugendspiel seines Sohnes Jadon gewesen, als der schockierende Satz eines Elternteils gefallen sei, berichtet Asamoah in der „Sportschau“ (ARD). „Wenn ein Elternteil dann zu deinem Sohn sagt: Hau den N**** um, dann ist das schon verletzend.“

Die „Entschuldigung“ dürfte es dann nicht besser gemacht haben: „Herr Asamoah, ich wusste ja nicht, dass das ihr Sohn ist.“

Asamoah habe immer gehofft, dass sein Sohn nicht die gleichen schockierenden Erfahrungen machen muss, die der Schalker über seine gesamte Karriere erfahren hatte. So fuhren rechtsextreme Parteien nach der WM 2006 beispielsweise eine menschenverachtende Kampagne gegen den Ex-Nationalspieler, bei der er aufs Übelste beleidigt wurde.

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In der „Sportschau“-Dokumentation kommen auch andere Ex-Profis zu Wort, denen es ähnlich ergangen ist. Die klare Botschaft von Asamoah, Hans Sarpei und Dennis Aogo: Jede Klub-Kampagne gegen Rassismus und jedes Banner sei gut, reiche aber bei Weitem nicht aus.

Symbolische Aktionen lösen Problem nicht

Symbolische Aktionen würden deshalb nicht mehr ausreichen, weil sich dadurch die strukturelle Benachteiligung Schwarzer und „People of Color“ im Fußballgeschäft nicht verändere. Noch immer seien mehr als 96 Prozent der Funktionäre und Führungspersönlichkeiten in den Vereinen der deutschen Profiligen Weiße, heißt es in dem Bericht.

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Andere Länder wie Frankreich und England hätten das strukturelle Problem mittlerweile erkannt und arbeiteten demnach daran, mehr Diversität in die oberen Positionen der Ligen und ihrer Klubs zu bringen. Sie könnten Deutschland als Vorbild dienen. (the)