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Unwetter in NRW: Experte nach Blitzeinschlag fassungslos – „Bin erschüttert“

Durch das heftige Unwetter in NRW kam es in einer Stadt zu Blitzeinschlägen. Ein Experte ist über das Verhalten der Anwesenden fassungslos.

Durch das Unwetter in NRW kam es zu zwei Blitzeinschlägen.
u00a9 imago/blickwinkel

Wie du dich bei einem Unwetter richtig verhältst

Immer wieder toben starke Unwetter über Deutschland. Wer die Wetterlage auf die leichte Schulter nimmt, kann sich großen Gefahren aussetzen. Wir zeigen dir, wie du dich bei Unwettern richtig verhältst.

Die Unwetter in NRW haben am Pfingstwochenende heftig gewütet. Besonders hart traf es die Stadt Soest. Hier schlugen am Sonntagnachmittag (19. Mai) während eines Zeltlagers der Jugendfeuerwehren des Kreises Soest gleich zwei Blitze ein.

Von den über 700 Teilnehmern wurden 38 Personen ins Krankenhaus eingeliefert. Glücklicherweise gab es keine Schwerverletzten. Wir haben hier über den Vorfall berichtet.

Doch nun hat sich prominente Kritik breitgemacht. Jörg Kachelmann, Meteorologe und ehemaliger Fernsehmoderator bei der ARD, übte harsche Kritik auf die Veranstalter aus. Sein Vorwurf: Man hätte schon vorher mit den Blitzeinschlägen rechnen können.

Unwetter in NRW: Kritik an Veranstaltern

„Ich lese gerade das über das Pfingstzeltlager in Soest und bin erschüttert“, erklärte Meteorologe Kachelmann seine Sichtweise in einem Beitrag auf X. In der zugehörigen Pressemitteilung hatte die Feuerwehr zuvor mitgeteilt, dass sich spontan eine Gewitterzelle gebildet hatte, die sich in kürzester Zeit entlud. Man hätte in regelmäßigen Abständen die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) abgefragt, um die Situation zu überprüfen. Doch Kachelmann ist sich sicher: „Keinesfalls hat sich „spontan“ eine Gewitterzelle gebildet.“


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Mit Verweis auf eine Blitzkarte erklärte er: „Im Gegenteil hat es in Soest schon fast zwei Stunden lang gewittert, den ersten Blitz gab es um 12.14 Uhr nicht weit vom Lager.“

Demnach hätte es schon Stunden vor den beiden Blitzeinschlägen starkes Unwetter in der NRW-Stadt gegeben. Er warf den Verantwortlichen vor, nicht alle Teilnehmer rechtzeitig in Sicherheit gebracht zu haben.

Auch eine Anwohnerin stimmte zu: „Ich wohne relativ in der Nähe, NINA hat auch 2 Warnungen für starke Gewitter ausgegeben für den Zeitraum“, schrieb sie. Hätten sich die Verantwortlichen des Camps anders verhalten müssen?

Feuerwehr weist Kritik zurück

Diese Kritik weist Kreisbrandmeister Thomas Wienecke, Veranstalter des Jugendfeuerwehr-Pfingstzeltlagers, klar zurück. Im Gespräch mit der Lokalzeitung „Soester Anzeiger“ erklärte er: „Zu dem Zeitpunkt, als die Blitze einschlugen, waren die Wettkämpfe bereits unterbrochen. Wir standen über den Einsatzleitwagen in direktem telefonischen Kontakt mit dem DWD. Der DWD hat uns explizit gesagt: Die Zelle zieht an euch vorbei, ihr werdet nichts abbekommen.“


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Mit Verweis auf eine Wettermodellvorhersage zeigte Kachelmann hingegen, dass es schon vor den beiden Einschlägen geblitzt hatte. „Mehr Gewitter geht nicht“, schrieb er dazu. Der Kreisbrandmeister Wiencke bezeichnete die Aussagen des Meteorologen gegenüber den Verantwortlichen als „unsäglich“. „Wir haben nicht leichtsinnig etwas übersehen oder nicht beachtet. Wir waren immer auf der Höhe“, stellte er klar.

Es war wohl Glück im Unglück, dass niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist. Das Zeltlager wurde um 8 Uhr am Pfingstmontag fortgesetzt.