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Ruhrgebiet: Mann muss aus dem Nichts heftigen Gas-Abschlag bezahlen – „Ab sofort wird kalt geduscht“

Regierung senkt Mehrwertsteuer auf Gasverbrauch auf sieben Prozent

Die Bundesregierung will die Mehrwertsteuer auf den gesamten Gasverbrauch absenken. Sie soll dann zeitlich befristet statt 19 Prozent nur sieben Prozent betragen, wie Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin ankündigte.

Riesenschreck für Thorsten (53) aus dem Ruhrgebiet! Der 53-Jährige hat Post von seinem Gasversorger bekommen – und das bedeutet selten etwas Gutes. Vor allen in diesen Tagen erwartet niemand eine Nachzahlung zu erhalten.

Doch ganze 68 Prozent mehr pro Monat zahlen zu müssen, das ist dann doch etwas viel. „Ab sofort wird kalt geduscht“, schreibt der Projekt-Ingenieur in einer Facebook-Gruppe aus dem Ruhrgebiet – und reibt damit Sand in die Wunden aller.

Ruhrgebiet: Mann muss für Gas einen riesigen Abschlag zahlen

Denn nicht nur Thorsten muss zukünftig deutlich mehr Geld für Warmwasser und Heizung abdrücken. Durch die beschlossene Gasumlage (mehr hier) können die Versorger die explodierten Einkaufspreise an die Verbraucher weitergeben. Davon können im Ruhrgebiet bereits einige Verbraucher ein Liedchen singen.

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Das musst du zur Gasumlage wissen:

  • Gesetzgeber erlaubt Sondererhöhung der Gas-Preise
  • Höhe: 2,419 Cent pro Kilowattstunde
  • Beginn: 1. Oktober
  • Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer
  • Die Bundesregierung will die von 19 Prozent auf 7 Prozent senken (für gesamten Gasverbrauch)
  • Gasversorger können ihre Gaspreise noch zusätzlich im „normalen“ erhöhen

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Manche berichten von einer Erhöhung des Abschlags um bis zu 100 Prozent. Thorsten reagiert mit Galgenhumor auf die gestiegenen Kosten: „Ich habe mir schon überlegt, einfach ein Hotelzimmer nehmen zum Duschen. Ist auf Dauer billiger.“ Ein anderer schlägt vor, sich im Fitnessstudio anzumelden, um die Kosten für eine warme Dusche zu sparen.

Mann aus dem Ruhrgebiet gibt zu: „Davor habe ich ein wenig Sorge“

Gegenüber DER WESTEN verrät der 53-Jährige, dass er sich seine warme Dusche trotz der gestiegenen Preise doch noch leisten könne. Das habe er überspitzt formuliert. Allerdings bereits ihm die Entwicklung schon Sorge: „Ich glaube einfach, dass das nur die Spitze des Eisberges ist und nicht ahne, wo diese Preisspirale enden kann.“

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Weitere Meldungen aus dem Ruhrgebiet:

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Doch auch bei ihm sei der „Gipfel des Bezahlbaren“ angesichts ebenfalls gestiegener Strom- und Lebensmittelpreise irgendwann erreicht. „Und davor habe ich ein wenig Sorge.“ Mit seinem Beitrag habe er wissen wollen, ob er mit seinen Gedanken alleine dasteht.

Denn: „Ich sehe in Zukunft keinen Turnover, der eine Regulierung auf ein halbwegs normales Niveau bringen könnte.“ Die Reaktionen zeigen, dass viele Menschen im Ruhrgebiet seine Sorgen teilen.