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NRW: Familie muss 6.450 Euro Strom nachzahlen – „Konnte nur noch weinen“

Eine Familie aus NRW ist verzweifelt. Sie muss tausende Euro Strom nachzahlen – und das obwohl sie Opfer der Flut-Katastrophe ist.

© IMAGO / Ulrich Wagner

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Viele Geringverdiener aus NRW schauen mit großer Sorge auf die explodierenden Energiepreise. Manch einer weiß nicht, wie er geforderte Abschlagserhöhungen stemmen soll. Eine Familie aus Stolberg (NRW) kennt diese Sorge, steckte aber schon vorher in großen Schwierigkeiten.

Denn nach einem Jahr der Schicksalsschläge flatterte kürzlich eine Stromrechnung ins Haus, die die Familie in extreme Schwierigkeiten bringt. Satte 6450,51 Euro sollen Natascha Rector (40 ) und ihr Lebensgefährte Andreas (41) nachzahlen. Eine Summe, die das Paar nicht aufbringen könne. „Was sollen wir denn machen? Wir haben zwei kleine Kinder und können doch im Winter nicht im Dunklen sitzen“, sagt die Mutter in der „Bild“.

NRW: Erst die Flut – dann die Rechnung

Demnach bezieht sich die Nachzahlung auf den Zeitraum zwischen April 2021 bis April 2022. In der Zeit sei die zweifache Mutter dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Denn in der Nacht auf den 15. Juli sei die Familie wie viele in der Eifel von der Jahrhundertflut überrascht worden. Die Wassermassen haben ihre Wohnung im Souterrain geflutet. Die zweifache Mutter sei damals von einem Schrank gegen die Wand gedrückt worden.

„Das Wasser stand mir bis zum Hals, ich hatte Todesangst“, berichtet die 40-Jährige. Ihr Lebensgefährte habe sie in letzter Sekunde gerettet. Noch immer habe sie Albträume von ihrem Todeskampf. Zu allem Überfluss müsse die Familie jetzt noch mit massiven Schulden kämpfen. Denn um das feuchte Mauerwerk nach der Flut zu trocknen, sei eine 9-Kilowatt-Trockenkanone zum Einsatz gekommen. Vier Monate lang habe das Gerät durchgeballert – und dabei massig Strom verbraucht.

Familie aus NRW nach Flut verschuldet

Die Familie sei davon ausgegangen, dass die Kosten dafür übernommen würden. Entweder durch den Staat, Spenden oder vom Stromanbieter, mit dem Natascha Rector vereinbart habe, die Zählerstände vor und nach den Trockenarbeiten durchzugeben. Doch als die Rechnung kam, folgte der Schock.


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„Ich war fassungslos, konnte nur noch weinen“, so die Mutter gegenüber der „Bild“. Die Familie habe um Unterstützung bei der Stadt Stolberg gebeten und 886 Euro bekommen. Weitere 670 Euro seien durch Spenden zusammengekommen. Der Versorger habe zusätzlich aus Kulanz auf 500 Euro verzichtet. Bleiben aber immer noch mehr als 4.000 Euro. Doch es kommt noch dicker für die Frau im Mutterschutz und ihren Partner, der krankheitsbedingt arbeitslos sei. Denn jetzt schlägt die Energiekrise die nächste Kerbe ins Haushaltsloch. Statt 70 Euro soll die Familie nun 200 Euro als monatlichen Abschlag zahlen. Ihre Schulden wolle die Familie erst einmal in Raten von 20 Euro abstottern: „Mehr haben wir nicht.“