Hochwasser in Belgien und Holland: Viele Bürger dürfen in Häuser zurück ++ Kuh 100 Kilometer von Wasser mitgerissen

Hochwasser in Belgien und Holland: Campingplatz steht unter Wasser.
Hochwasser in Belgien und Holland: Campingplatz steht unter Wasser.
Foto: imago/ANP

Auch unsere Nachbarländer Belgien und Holland sind von der Hochwasser-Katastrophe betroffen. Die Pegel steigen – ganze Städte werden Opfer der Wassermassen und es gibt Tote.

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Hochwasser in Belgien und Holland im News-Blog

+++Wir schließen diesen News-Blog. Alle Informationen zur Hochwasser-Katastrophe in Deutschland sowie in Belgien und Holland findest du fortan hier >>> +++

Sonntag, 18. Juli

19.32 Uhr: Lage entspannt sich

Im Süden der Niederlande hat sich die Hochwasserlage etwas entspannt. Wie die Gemeinde Venlo an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen am Sonntagnachmittag mitteilte, können nun fast alle Bewohner wieder in ihre Wohnungen oder Häuser zurückkehren.

Die Deiche seien sicher, so die Gemeinde. Zwar richteten die Fluten erhebliche materielle Schäden an, Berichte über Verletzte gab es aber nicht. Nach Informationen der niederländischen Nachrichtenagentur ANP waren über 10.000 Menschen vorsorglich aufgerufen worden, sich wegen des Hochwassers der Maas in Sicherheit zu bringen.

Der Bürgermeister von Venlo, Antoin Scholten, hatte sich bereits zuvor für die enorme Hilfsbereitschaft bedankt, auch aus dem deutschen Grenzgebiet. Es habe Angebote zur Einquartierung von Bewohnern der evakuierten Gebiete gegeben, außerdem hätten Feuerwehren mit Material und Mannschaften zur Hilfe bereitgestanden.

Samstag, 17. Juli

19.32 Uhr: Zahl der Todesopfer in Belgien steigt

Die Hochwasserkatastrophe in Belgien hat mindestens 27 Menschen das Leben gekostet. Das Nationale Krisenzentrum des Landes teilte mit, dass noch über 100 Menschen vermisst würden. Darunter könnten Menschen sein, die zum Beispiel ihr Handy verloren haben. Die Rettungskräfte setzten ihre Bemühungen vor Ort fort, nachdem die Regenfälle vielerorts am Freitag aufgehört hatten.

In Teilen der Provinz Flämisch-Brabant sei die Situation weiterhin kritisch, hieß es am Nachmittag. In Rotselaar seien mehrere Häuser von den Fluten bedroht. Der Pegel der Demer habe einen kritischen Punkt erreicht. In der besonders stark betroffenen Provinz Lüttich sind nach Angaben des Krisenzentrums die Sucharbeiten nahezu abgeschlossen. Der Wasserstand der Maas, der an vielen Stellen gefährlich hoch geworden war, gehe nun langsam zurück.

Der Pegelstand hatte zuvor Evakuierungen im Zentrum der Provinzhauptstadt Lüttich ausgelöst. Entgegen den Befürchtungen hielt der Deich bei der Stadt Maaseik in der Provinz Limburg den Wassermassen stand. Für die kommenden Tage sagte das Königliche Meteorologische Institut für große Teile des Landes trockenes und teils heiteres Wetter vorher.

17.33 Uhr: Kuh wird 100 Kilometer von Hochwasser mitgetrieben

Eine in den Niederlanden von der Hochwasser führenden Maas mitgerissene Kuh ist rund 100 Kilometer weiter aus dem Fluss gerettet worden. „Es ist für uns sehr überraschend, dass die Kuh so eine Strecke überstanden hat“, sagte ein Feuerwehrmann dem Sender „Omroep Brabant“ am Samstag. „Ob das Tier die ganze Zeit mitgetrieben wurde, oder ob es auch Abschnitte gab, wo es mit den Füßen den Boden berührte, wissen wir nicht.“

Die schließlich im Uferbereich der Maas feststeckende Kuh wurde am Samstag in Escharen südlich der Grenzstadt Nimwegen gerettet, nachdem Anwohner die Hilfsdienste alarmiert hatten. Wie sich herausstellte, stammt die Kuh aus dem Ort Echt im Süden der Niederlande, rund 100 Kilometer entfernt. Ein Tierarzt untersuchte die Kuh vor Ort. Der Landwirt, dem das Tier gehört, machte sich auf den Weg, um seine Kuh nach der abenteuerlichen Flussfahrt abzuholen.

16.25 Uhr: Premierminister tief betroffen: „Wie im Kriegsgebiet“

Belgiens Premierminister Alexander De Croo ist zeigt sich fassungslos angesichts der Zerstörung durch das Hochwasser in Belgien. Gemeinsam mit anderen Politikern hat er sich ein Bild der Ortschaften gemacht, die es besonders schwer getroffen hat. „Das ist ja hier wie in einem Kriegsgebiet“, sagte De Croo beim Besuch in der Eupener Unterstadt, wie „Grenzecho“ berichtet.

Bislang sind in Belgien 24 Menschen ums Leben gekommen. Das Nationale Krisenzentrum geht jedoch davon aus, dass die Zahlen „in den nächsten Tagen und Stunden weiter ansteigen wird“.

13.10 Uhr: Lage in vielen Städten ungewiss

Der Bürgermeister von Venlo, Antoin Scholten, erklärte bei einer Pressekonferenz:

„Die Lage ist noch ungewiss. Wir sehen einige undichte Stellen und Schwachstellen, die sich unter anderem in einem Gewerbegebiet in Roermond manifestiert haben.“

Scholten zeigte sich betroffen von den Bemühungen der vielen Freiwilligen, die bei der Verstärkung der Kais mithelfen. Auch viele Deutsche kamen zur Rettung.

13.02 Uhr: Zahl der Toten in Belgien gestiegen

Die Zahl der Todesopfer nach den heftigen Unwettern im Osten Belgiens ist auf 24 gestiegen. Wie die Polizei im Stadtteil Angleur in Lüttich mitteilte, wurde in der Nacht zum Samstag mindestens ein weiteres Todesopfer geborgen. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst.

Der belgische Regierungschef Alexander de Croo und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen besuchten am Samstag die betroffenen Gebiete. In zahlreichen Gemeinden im Süden und Osten des Landes waren Polizeibeamte und Helfer im Einsatz, um mögliche weitere Opfer zu bergen.

10.00 Uhr: Venlo warnt Bevölkerung

Die Gemeinde Venlo warnt die Menschen aktuell davor, in die Stadt zu kommen. Vor allem auch deutsche Touristen sollen aufgrund der Hochwasser-Gefahr fern bleiben. Laut Laut „omroepvenlo.nl“ wurden auch bereits mehrere Parkhäuser geschlossen.

Ministerpräsident Mark Rutte nannte die Hochwasserlage bei einem Besuch in Venlo „schrecklich“ und „heftig“, wie der Sender NOS berichtete. „Zum Glück hat es hier noch keine Toten gegeben wie in Belgien und Deutschland. Lasst uns hoffen, dass das auch nicht geschieht.“

19.10 Uhr: Venlo soll größtenteils evakuiert werden – Regierung ruft nationale Katastrophe aus

Wegen des Hochwassers haben bereits mehrere Tausend Menschen ihre Haushalte im Süden von Holland verlassen und sich vor den Fluten in Sicherheit gebracht. Besonders Venlo in der Region Limburg ist stark gefährdet, ein Großteil der 100.000-Einwohner-Stadt soll am Abend evakuiert werden, teilte die Stadtverwaltung mit.

Weil ein Deich gebrochen war, mussten zuvor bereits Familien in der Stadt Meerssen und Umgebung aus ihren Häusern fliehen. In der Gemeinde Valkenburg, die in Nähe der deutschen und belgischen Grenze liegt, wurde das Stadtzentrum überflutet. Etliche Pflegeheime mussten geräumt werden, eine Brücke wurde zerstört.

Ministerpräsident Mark Rutte erklärte das Hochwasser in Limburg zu einer nationalen Katastrophe.

17.20 Uhr: Belgiens Regierungschef ruft nationalen Trauertag aus

Aktuell sind in Belgien mindestens 20 Personen im Hochwasser ums Leben gekommen, weitere 20 werden nach den Überschwemmungen im Osten des Landes noch vermisst.

Regierungschef Alexander De Croo rief für Dienstag einen nationalen Tag der Trauer aus. „Wir warten immer noch auf die endgültigen Zahlen“, erklärte der Premierminister bei einer Pressekonferenz. „Aber dies könnten die katastrophalsten Überschwemmungen sein, die unser Land je gesehen hat“. In vielen Orten sei die Lage weiterhin „extrem kritisch“.

Am stärksten betroffen ist die Grenzregion Lüttich, in den Gemeinden Verviers und Pepinster wurden bislang zehn Leichen geborgen. In Pepinster stürzten rund 20 Häuser ein.

16.40 Uhr: Weitere Niederländer müssen Häuser wegen Hochwasser verlassen

Zum Schutz vor der Hochwasserwelle haben im Süden der Niederlande am Freitag zahlreiche Menschen ihre Häuser und Wohnungen in Orten entlang der Maas verlassen müssen. Nachdem die Fluten ein Loch in den Deich eines Kanals bei Maastricht gerissen hatten, heulten die Sirenen, wie die Behörden mitteilten.

In Venlo an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen wurde ein Krankenhaus mit 200 Patienten vorsorglich evakuiert. Soldaten und Einsatzkräfte verstärkten Deiche an der Maas und kleineren Flüssen in der Region mit Sandsäcken. Die zahlreichen Schaulustigen wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben und die Einsatzkräfte nicht zu behindern.

Tausende Einwohner von Maastricht und angrenzenden Orten, die sich am Vorabend bereits in Sicherheit gebracht hatten, konnten am Freitag wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

In der Nacht zum Freitag hatte die Maas unweit der belgischen Grenze ihren höchsten Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen 1911 erreicht. Am Vormittag sank der Pegelstand dort wieder. In Roermond weiter nördlich wurde der Höchststand am Freitagnachmittag und in Venlo in der Nacht zum Samstag erwartet.

14.50 Uhr: Sprengstoff-Alarm in Belgien

In der Stadt Eupen (Belgien) ist am Freitagmittag TNT-Sprengstoff angeschwemmt worden, wie die Leitstelle der Polizeizone Weser-Göhl dem „GrenzEcho“ auf Nachfrage bestätigte.

Da wegen des Fundes akute Lebensgefahr drohte, wurde die Achse von der Haasstraße über Schilsweg bis zum Ortsteil Hütte umgehend evakuiert. Der Minenräumdienst sei vor Ort, um den Sprengstoff zu entschärfen, berichteten die Einsätzkräfte. Ob der Fund aus dem Zweiten Weltkrieg stammt, konnte die Polizei zu dem frühen Zeitpunkt nicht sagen.

13.45 Uhr: Hollands Königspaar ins Flut-Gebiet geflogen

Große Geste vom niederländischen Königshaus: Königin Máxima (50) und König Willem-Alexander (54) sind am Donnerstag mit dem Hubschrauber in die Limburger Gemeinde Valkenburg geflogen, um die Bewohner nach den heftigen Überschwemmungen und Hochwassern der letzten Tage zu unterstützen.

„Ich wünsche allen Menschen, die von dem Hochwasser betroffen sind, sehr viel Kraft“, sagte Willem-Alexander dann am Freitag bei einem Fototermin in Den Haag. „Vor allem auch in Belgien und Deutschland, wo es so viele Opfer gegeben hat. Wir sprechen unsere große Anteilnahme aus.“

12.45 Uhr: Designer Outlet Roermond dicht

Die Gemeinde Roermond in den Niederlanden ist nach den starken Regenfällen von schweren Überschwemmungen betroffen. Infolgedessen besteht auch eine Hochwassergefahr für das Designer Outlet Roermond.

Der Vorsitzende der Sicherheitsregion Mittellimburg hat daher die Schließung des Outlet am Freitag, 16. Juli, Samstag, 17. Juli, und Sonntag, 18. Juli, beschlossen. Am Freitag sind die Geschäfte und Restaurants im Center nur noch für die Mitarbeiter des Designer Outlet Roermond und das Ladenpersonal geöffnet.

Die Sicherheit der Mitarbeiter und Besucher habe Priorität. Die Geschehnisse würden weiterhin genau beobachtet und eng mit der Gemeinde sowie den lokalen Behörden zusammengearbeitet.

Als Vorsichtsmaßnahme wurde die Anzahl der Sicherheitskräfte im und um das Center erhöht.

12.15 Uhr: Venlo wappnet sich für die Flut

Venlo in den Niederlanden, eine beliebte Shopping-Pendlerstadt, bereitet sich auf das Hochwasser vor. Für diesen Samstag wurde der Wochenmarkt abgesagt, Tiefgaragen schließen, die Innenstadt wird quasi abgeriegelt.

11.25 Uhr: Zahl der Toten steigt weiter – Notlage in Lüttich

Die Zahl der Toten in Folge des Unwetters und der Überschwemmungen in Belgien ist weiter gestiegen. Über Nacht fanden die Einsatzkräfte in der Wallonischen Region weitere Tote - somit forderte das Unwetter bisher mindestens 14 Menschenleben, wie die Nachrichtenagentur Belga am Freitag berichtete.

In der Großstadt Lüttich im Osten von Belgien sind die Anwohner an der Maas aufgerufen worden, aufgrund des außergewöhnlich starken Hochwassers, sich noch schnell aus ihren Häusern in Sicherheit zu bringen. Der weiter steigende Pegelstand des Flusses stelle eine „außergewöhnliche Krisensituation“ dar, erklärten die örtlichen Behörden am Donnerstagnachmittag.

+++ Hochwasser in Rheinland-Pfalz: SO ist die aktuelle Lage +++

Daher sollten die Anwohner der Maas, „die noch die Möglichkeit zur Evakuierung haben, dies tun“. In den kommenden Stunden könne der Pegel der Maas um weitere 1,50 Meter steigen, hieß es weiter. Diejenigen Anwohner, die ihre Häuser nicht mehr verlassen könnten, sollten in die oberste Etage ihres Hauses gehen und „kein Risiko eingehen“.

Lüttich ist mit rund 200.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Belgiens. Zu den vom Hochwasser bedrohten Vierteln gehört auch das Stadtzentrum.

10.05 Uhr: Zahl der Toten nach Unwettern in Belgien auf zwölf gestiegen

Nach den heftigen Unwettern in Belgien ist die Zahl der Toten laut Medienberichten auf zwölf gestiegen. Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunksender RTBF am Freitag berichtete, werden fünf weitere Menschen noch vermisst. Der wallonische Regierungschef Elio Di Rupo sagte dem Sender, er befürchte, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen werde.

„Gestern Abend waren noch hunderte Menschen in ihren Häusern eingeschlossen“, sagte Di Rupo am Freitagmorgen. Die Wallonie, eine französischsprachige Region im Süden Belgiens, war besonders stark von den Unwettern betroffen.

Nach Angaben der Bundespolizei blieben dutzende Straßenabschnitte für den Verkehr gesperrt, ebenso wie die meisten Bahnstrecken in der Wallonie. Mehr als 21.000 Menschen in der Region waren ohne Strom, wie der Strom- und Gasanbieter Ores mitteilte. Hunderte Verteilerkästen standen demnach unter Wasser.

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6.30 Uhr: Hochwasser in Belgien: Zahl der Todesopfer steigt

Indes stieg die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Unwettern im östlichen Belgien bis zum späten Donnerstagabend auf neun. Zudem werden vier Menschen vermisst, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Innenministerin Annelies Verlinden hatte den Katastrophenschutzmechanismus der EU in Anspruch genommen, Frankreich, Italien und Österreich hatten Hilfe angeboten. König Philippe von Belgien und Königin Mathilde fuhren den Angaben zufolge in die besonders betroffene Gemeinde Chaudfontaine. Der zentrale Bahnhof der Stadt Lüttich wurde am Nachmittag geschlossen.