Hochwasser in Rheinland-Pfalz: Krisenstab mit eindringlicher Bitte an Bevölkerung ++ Merkel im Unglücksgebiet – Geste berührt die Menschen

Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser: Menschen laufen durch die verwüstete Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser: Menschen laufen durch die verwüstete Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Foto: imago images

Zerstörte Häuser, mitgerissene Autos, Menschen, die sich aus den Fluten retten: Durch das Hochwasser haben Anwohner ihre gesamte Existenz verloren. Was in den vergangenen Tagen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen durch die Unwetterkatastrophe passiert ist, schockiert zutiefst.

Am Sontag liegt die Zahl der Menschen, die durch die Flut-Welle in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gestorben sind, bei fast 160. Nach weiteren Opfern wird gesucht. Zeitgleich schreiten die Aufräumarbeiten voran.

Hier kannst du für die Opfer spenden >>>

Die Katastrophen-Lage im Überblick:

  • 110 Menschen verloren nach offiziellen Angaben in Rheinland-Pfalz bis Sonntag ihr Leben durch das Hochwasser – es wird befürchtet, dass noch weitere hinzukommen. Hunderte Menschen wurden verletzt.
  • Besonders schlimm ist es im Kreis Ahrweiler, in dem es zu einem Erdrutsch kam, der mehrere Häuser mitriss.

Hochwasser in Rheinland-Pfalz: Lage noch immer ernst – alle Entwicklungen im Newsblog

+++Wir schließen diesen News-Blog. Alle Informationen zur Hochwasser-Katastrophe in Deutschland findest du fortan hier >>> +++

Montag, 19. Juli

06.49 Uhr: Alle Infos und Entwicklungen zur Gefahrenlage in Ahrweiler bei Facebook

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hat verkündet, dass es eine Facebook-Seite mit den aktuellsten Informationen rund um die Hochwasserkatastrophe gibt. Hier findest du alle wichtigen Infos.

Dort wird aktuell mitgeteilt, dass der Krisenstab nochmal eingehend darum bittet, keine weiteren Sachspenden abzugeben. „Die überwältigende Hilfsbereitschaft hat die derzeit vorhandenen Lagerkapazitäten für Kleidung und Lebensmittel vollkommen ausgeschöpft!“, heißt es. Und weiter: „ Sie behindern damit die Einsatzkräfte vor Ort.“

06.42 Uhr: Horst Seehofer reist am Montag nach Ahrweiler und Euskircehn

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht am Montag die von der Unwetter-Katastrophe besonders betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Der Minister wolle sich vor Ort ein Bild von der Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW) machen. Das THW ist dem Bundesinnenministerium unterstellt. Die Organisation hat den Angaben zufolge 2500 Helferinnen und Helfer in den Hochwassergebieten im Einsatz, um Menschen in Sicherheit zu bringen, Keller abzupumpen, die Stromversorgung sicherzustellen und um Schuttberge abzutragen.

Seehofer wird am späten Vormittag an der Steinbachtalsperre in Euskirchen (NRW) erwartet. Dort ist die Lage sehr angespannt, es droht ein Bruch. Deswegen wurden dahinter gelegene Ortschaften evakuiert. Gegen Mittag will Seehofer nach Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz fahren, um ein Krankenhaus zu besuchen. Dort hat das THW eine Trinkwasseraufbereitungsanlage installiert, damit das Krankenhaus weiterhin das nötige Trinkwasser bekommt. Dies war nötig geworden, nachdem die Wassermassen die Leitungen im Umfeld der Klinik beschädigt hatten.

06.08 Uhr: Keine neuen Regenfälle - Zahl der Todesopfer auf 160 gestiegen

In der Nacht zum Montag waren keine Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mehr in Kraft. Die Meteorologen sagten für die Nacht auch abklingende Regenfälle an den Alpen voraus. Zwar seien tagsüber in Bayern vereinzelte Gewitter nicht ausgeschlossen. Insgesamt stehe Deutschland in den nächsten Tagen mit recht trockener Luft jedoch ein relativ ruhiger Witterungsabschnitt bevor.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer wegen der verheerenden Überflutungen in Deutschland war am Wochenende auf fast 160 gestiegen. Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sind nach Polizeiangaben 110 Todesopfer zu beklagen, während die Zahl in Nordrhein-Westfalen auf 46 gestiegen war. Zudem kam mindestens ein Mensch in Oberbayern ums Leben. Es ist die schwerste Hochwasserkatastrophe in Deutschland seit Jahrzehnten.

Sonntag, 18. Juli

16.31 Uhr: Wasser zum Duschen wieder nutzbar!

Bewohner in der vom Hochwasser besonders betroffenen Stadt Erftstadt können wieder Wasser in Maßen benutzen. „Eine Dusche oder eine notwendige Maschine Wäsche sind kein Problem“, teilte die Stadt am Sonntag mit. Sollte es zu einem Rückstau des Wassers im Haus oder der Wohnung kommen, müsse der Verbrauch aber wieder reduziert werden. „Bitte lassen Sie insbesondere Geräte nicht unbeaufsichtigt“, schrieb die Stadt.

14 Uhr: Merkel ist da

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Sonntag zu einem Besuch in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz eingetroffen. Gegen Mittag war Merkel in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Flutkatastrophe getroffen worden war.

Der Ortsbürgermeister von Schuld, Helmut Lussi, begrüßte Merkel. Die Kanzlerin wolle sich vor Ort ein Bild von der Lage machen, hieß es im Vorfeld. Begleitet wurde sie unter anderem von der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren Ministern der Landesregierung.

Bei Twitter sorgte derweil das Bild von Angela Merkel und Malu Dreyer für Begeisterung. Denn die Kanzlerin stützte Dreyer bei ihrem Weg durch die zerstörte Gemeinde. Dreyer leidet bereits seit vielen Jahren an der Nervenerkrankung MS (Multiple Sklerose) und ist oft auf den Rollstuhl angewiesen. Die Geste der Kanzlerin, der Ministerpräsidentin unter die Arme zu greifen, wird als besonders stark wahrgenommen.

Merkel sprach mit Einsatzkräften und Betroffenen. Sie fragte die Helfer, ob sie genug Schlaf bekämen, wie die Trinkwasserversorgung klappe, was ihre größten Probleme seien, auch wie es ihnen persönlich gehe. „Einen Kollegen hat es ganz schwer getroffen, da ist das ganze Haus weg“, sagte einer der Feuerwehrmänner. „Haben Sie noch etwas, was Sie uns mitgeben wollen?“, fragte Merkel am Ende des Gesprächs.

Gegen 14 Uhr stieg die Kanzlerin in ein Auto, um in weitere Eifel-Orte zu fahren. Für den Nachmittag war ein Pressestatement in Adenau geplant. Die Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler hat bislang 110 Todesopfer gefordert, 670 Menschen wurden verletzt.

6.55 Uhr: Weitere zwölf Todesfälle in Rheinland-Pfalz

Wie das Polizeipräsidium in Koblenz am frühen Sonntagmorgen mitteilte, hat sich die Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz um weitere zwölf auf 110 erhöht. Die Behörde äußerte die Befürchtung, „dass noch weitere Todesopfer hinzukommen“. Zahlreiche Menschen galten weiterhin als vermisst.

Samstag, 17. Juli

20.28 Uhr: Aufräumarbeiten in Bad Neuenahr-Ahrweiler werden „Monate dauern“

Der Ahr-Pegel sinkt – und macht die Spuren der Verwüstung deutlich, das schreibt die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler auf ihrer Facebook-Seite. „Es ist offensichtlich, dass alleine die Aufräumungsarbeiten mehrere Monate dauern werden“.

Auch die komplette Wiederherstellung der Stromversorgung soll einige Wochen dauern.

19.21 Uhr: Aufräumarbeiten in Trier schreiten voran

In dem vom Hochwasser massiv betroffenen Trierer Stadtteil Ehrang sind die Aufräumarbeiten ein gutes Stück vorangekommen. „Den Feuerwehren und dem THW gelang es, rund 650 von 700 betroffenen Häuser leer zu pumpen“, teilte die Stadt am Samstagabend mit. Derzeit werde davon ausgegangen, dass keines der Häuser einsturzgefährdet sei, diese Einschätzung könne sich aber noch ändern.

18.35 Uhr: Malu Dreyer mit klarer Ansage: „Wir erleben ihn hautnah und schmerzhaft“

In vielen Ortschaften in Rheinland-Pfalz funktionierte auch am Samstag das Strom- und Telefonnetz nicht. Der Schwerpunkt der Katastrophe liegt im Bundesland im Kreis Ahrweiler. Dort sind auch Brücken zerstört. Der Zugverkehr ist wegen der Überflutungen weiterhin massiv beeinträchtigt. Im Ahrtal sind etliche Straßen gesperrt oder nicht mehr befahrbar.

Die in Trier wohnende rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) beklagte schwere Versäumnisse beim Klimaschutz in Deutschland. „In den vergangenen Jahren haben wir in Deutschland vieles nicht umgesetzt, was notwendig gewesen wäre“, sagte die Ministerpräsidentin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Der Klimawandel sei angesichts der jüngsten Dürren und Unwetter nichts Abstraktes mehr. „Wir erleben ihn hautnah und schmerzhaft.“

16.07 Uhr: Polizei warnt vor Falschmeldungen

Die Polizei Koblenz warnt vor Falschmeldungen. Es gibt „Keine Flutwelle oder Dammbruch in Sinzig, Ahrweiler oder Umgebung“, schreiben die Beamten bei Twitter.

15.26 Uhr: Polizei startet Suche nach Vermissten

Nach der Hochwasserkatastrophe will die Polizei in den besonders schwer zugänglichen Regionen im Raum Ahrweiler mit Hubschraubern nach weiteren Opfern der Flut suchen. Das Gebiet werde in Sektoren eingeteilt, und es würden Luftaufnahmen gemacht, teilte die Polizei in Koblenz am Samstag mit. Die Sektoren würden dann von Einsatzkräften systematisch abgesucht. Die Suche soll Sonntagabend bis zum Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen sein. Über weitere Suchen werde dann entschieden.

Die Feuerwehr sucht außerdem haus für Haus nach Vermissten. „Alles ist möglich. Wir wissen nicht, was wir in den Kellern finden“, sagt ein Feuerwehr-Abschnittsleiter. „Leider müssen noch deutlich mehr Tote befürchtet werden“.

14.00 Uhr: JVA geräumt

Nach der Unwetterkatastrophe im Rheinland ist die Justizvollzugsanstalt Euskirchen weitgehend geräumt worden. Die Versorgung mit Strom und Wasser sei gestört, sagte ein Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion NRW am Samstag. Ein Teil der Gefangenen sei deshalb in andere Anstalten verlegt worden, für andere gebe es Vollzugslockerungen wie Langzeitausgänge. Einige Häftlinge seien auch in Euskirchen geblieben. Euskirchen ist eine Haftanstalt des offenen Vollzugs mit etwa 380 Plätzen.

13.36 Uhr: Anwohner aus Ahrweiler hört Schreie seiner Nachbarn

Anwohner Michael E. berichtet im Interview mit der „Bild“ von den schlimmen Szenen vor Ort. Innerhalb von drei Minuten sei die Tiefgarage beim Mehrfamilienhaus, in dem er wohnt, voll gewesen. Anwohner hätten versucht, ihre Autos noch schnell wegzufahren, seien aber nicht weit gekommen. Das gesamte Erdgeschoss sei nicht mehr existent, so Michael E.

„Die Schreie waren die schlimmsten. Wir wohnen ja oben und man hat in der Nacht gehört, dass Leute um Hilfe geschrien haben. Stundenlang. In Autos. Wir haben die nicht gesehen, wir haben mit Taschenlampen versucht, abzutasten, aber es ging nix. Wir konnten ja nicht raus, wir wären selber gestorben. Die Strömung war zu extrem. Wenn hier einer rausgegangen wäre, der wäre tot gewesen.“

10.35 Uhr: Polizei-Appell an potenzielle Hochwassertouristen und Gaffer

Mit einem eindringlichen Appell hat sich die Polizei in Rheinland-Pfalz zum Start ins Wochenende über Twitter an potenzielle Hochwassertouristen und Gaffer gewandt. „Es ist nicht an der Zeit für Touren in einem Katastrophengebiet“, hieß es am Samstag von der Polizei in Mainz. Denn viele Menschen hätten dort gerade erst „großes Leid und Verluste erfahren“. Während des Katastropheneinsatzes seit Donnerstag war es bereits zu Behinderungen durch Schaulustige gekommen.

10.14 Uhr: Straßen in Ahrweiler gesperrt, Brücken zerstört

In den Trümmern und Ruinen der Katastrophengebiete im Westen werden immer mehr Opfer der Hochwasserkatastrophe entdeckt. Die Zahl der Toten stieg bis zum Samstagmorgen auf mehr als 130. In der Nacht war die Polizei nach Angaben des Präsidiums mit vielen Einsatzkräften in den betroffenen Ortslagen im Einsatz. Durch das Unwetter seien zahlreiche Straßen im Ahrtal weiterhin gesperrt oder nicht mehr befahrbar.

Durch das Abfließen der Wassermassen werden die von den Fluten angerichteten Schäden an Ahr und Mosel sichtbar. Auch die Infrastruktur hat schweren Schaden genommen: In dem besonders stark betroffenen Landkreis Ahrweiler sind Straßen gesperrt und Brücken zerstört, der Zugverkehr ist in Rheinland-Pfalz wegen der Überflutungen weiterhin massiv beeinträchtigt. Hunderte Rettungskräfte sind auf der Suche nach Toten, Verletzten und Vermissten. Bei dem Schadensausmaß sei mit weiteren Opfern zu rechnen, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen. „Der Einsatz läuft auf Hochtouren.“

08.00 Uhr: Mehr als 600 Verletzte, über 90 Tote in Katatstrophengebiet

Nach der Hochwasserkatastrophe im Großraum Ahrweiler ist die Zahl der Todesopfer bis Samstagmorgen nach Polizeiangaben auf über 90 gestiegen. Es sei zu befürchten, dass noch weitere Todesopfer hinzukommen, teilte die Polizei am Samstagmorgen mit. Insgesamt liege dem Polizeipräsidium die Meldung über insgesamt 618 Verletzte vor. Auch diese Zahl könne sich noch weiter erhöhen. Auch mehr als zwei Tage nach dem Unglück werden noch Menschen vermisst.

In der Region gehen unterdessen die Such- und Rettungsarbeiten weiter. Noch immer sind Tausende Rettungskräfte in der Eifel, wo in der Nacht zum Donnerstag die Wassermassen ganze Orte verwüstet hatten.

Laut Frühwarnprognose des Landesamts für Umwelt Rheinland-Pfalz verringerte sich die Hochwassergefahr zuletzt. Nur für das Einzugsgebiet des Flusses Ahr und der Zuflüsse der Unteren Sauer bestanden noch Warnungen. Die Pegelständen sanken, zum Beispiel bei dem hart von Unwetter getroffenen Kordel im Landkreis Trier-Saarburg.

Freitag, 16. Juli

21.40 Uhr: Dramatische Haustier-Rettungsaktion

Weil viele Menschen ihre Haushalte am Donnerstag überstürzt verlassen mussten, ließen viele ihre geliebten Haustiere einfach zurück. Die Feuerwehr Trier hat deshalb in einer nächtlichen Rettungsaktion über 60 Tiere gerettet. Die ganze Geschichte hier.

21.00 Uhr: Zugverkehr massiv eingeschränkt

Durch das Hochwasser ist der öffentliche Verkehr und das Zugnetz in Rheinland-Pfalz massiv beschädigt wurden und daher eingeschränkt. Laut dem Zweckverband Schienenpersonalnahverkehr (SPNV) werden die Ahrstrecke und die Eifelstrecke voraussichtlich für Monate gesperrt bleiben.

Im Ahrteil sind mindestens sieben Eisenbahnbrücken und bis zu 20 Kilometer Streckengleis niciht mehr vorhanden. Die Eifelstrecke von Trier nach Köln sei komplett gesperrt und aktuell nicht erreichbar.

18.00 Uhr: Rheinland-Pfalz stellt 50 Millionen Euro zur Verfügung – und richtet Spendenkonto ein

Die Lage in Rheinland-Pfalz ist weiter angespannt – auch am Freitag sind die Folgen des Hochwassers noch nicht abzusehen, noch immer werden unzählige Menschen vermisst.

Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat nun ein Spendenkonto für Betroffene eingerichtet. „Aktuell erreichen uns zahlreiche Anfragen, wie die von der Unwetter-Katastrophe betroffenen Menschen unterstützt werden können. Das zeigt, dass die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung wirklich groß ist“, teilten Landesinnenminister Roger Lewentz und Landesfinanzministerin Doris Ahnen mit.

Das Konto ausschließlich für die in Rheinland-Pfalz Betroffenen wurde vom Landesinnenministerium bei der Sparkasse Mainz eingerichtet. Gespendet werden kann unter dem Kennwort „Katastrophenhilfe Hochwasser“.

Um Schäden der Infrastruktur (Straßen, Brücken, Bauwerke) zu beheben, stellt Rheinland-Pfalz kurzfristig 50 Millionen Euro bereit. Ministerpräsidentin Malu Dreyer kündigte bereits an, für den Aufbau der zerstörten Landstriche sei auch Unterstützung des Bundes nötig.

15.50 Uhr: Zwischenbilanz aus dem schwer getroffenen Kreis Ahrweiler

Bei der Unwetterkatastrophe im Kreis Ahrweiler sind mindestens 362 Menschen verletzt worden. Diese Zahl könne sich aber noch weiter erhöhen, teilte die Polizei in Koblenz am Freitag mit.

Infolge des Unwetters sind weiterhin die Bundesstraße 257 ab Hönningen bis Ahrbrück sowie mehrere Land- und Kreisstraßen nicht befahrbar. Die Polizei ruft die Bevölkerung auf, die vom Hochwasser betroffenen Ortschaften nicht aufzusuchen, sondern weiträumig zu umfahren, damit Platz für die Rettungskräfte ist.

In allen Ortschaften seien Tag und Nacht Polizeikräfte für die Menschen präsent und ansprechbar. „Das große Maß an Solidarität und die vielen Hilfsangebote aus der Bevölkerung beeindrucken uns sehr und zeigen die bundesweite Betroffenheit“, heißt es in der Mitteilung. Die Polizei appellierte an die Menschen im Katastrophengebiet: „Passen Sie auf sich auf und vertrauen Sie auf die Arbeit der Rettungskräfte.“

Den Menschen im Kreis Ahrweiler droht nach der Unwetterkatastrophe ein langer Ausfall ihrer Gasversorgung. Nach der ersten Einschätzung des Schadensbilds müssten „mehrere Kilometer Gasleitungen komplett neu gelegt werden“, teilte die Netzgesellschaft der Energieversorgung Mittelrhein am Freitag in Koblenz mit. Dies werde mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern.

15.20 Uhr: „Beim Leerpumpen von Kellern stoßen wir immer wieder auf Menschen, die ihr Leben gelassen haben“

Die Kreisverwaltung sprach zunächst von bis zu 1.300 vermissten Menschen. Aus Sicht der Polizei werden in ganz Rheinland-Pfalz knapp unter 100 Menschen vermisst. Wie viele sind es tatsächlich?