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Corona kehrt rasant zurück: Impfungen starten – doch es gibt gleich zwei Haken

Maskenpflicht? Booster-Impfung? Für viele sind das längst vergessene Horror-Begriffe. Doch Zahlen belegen: Corona ist wieder unter uns!

Corona Impfung
© IMAGO/imagebroker

Booster-Impfung: Darum ist sie jetzt so wichtig!

Die vierte Welle ist da und viele stellen sich nun die Frage: Brauche ich die dritte Impfung gegen das Coronavirus?

Seit Anfang Juli steigen die Corona-Zahlen in Deutschland wieder deutlich an. Insbesondere zwischen Mitte Juli und Mitte August schnellten die Werte nach oben – offenbar hatten sich viele Menschen aus ihrem vermeintlich sorglosen Sommerurlaub ein unschönes Corona-„Souvenir“ mitgebracht.

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Aktuell bewegen sich die Zahlen auf einem vergleichsweise hohen Niveau, wie es das Robert-Koch-Institut zuletzt im Mai 2023 verzeichnete, als die letzte große Winterwelle langsam abflachte. Die Realität dürfte noch viel drastischer sein. Da derzeit kaum Corona-Tests durchgeführt werden, gehen Mediziner und Immunologen von einer hohen Dunkelziffer aus – und warnen vor dem, was womöglich bald kommt.

Corona: Experte rät HIER zur Maskenpflicht

„Gerade wenn sich im Herbst und Winter der Alltag oftmals in geschlossenen Räumen abspielen wird, könnten Masken insbesondere zum Schutz vulnerabler Gruppen medizinisch wieder sinnvoll werden – etwa in Alten- oder Pflegeheimen, nicht nur zum Schutz vor Corona, sondern auch vor Grippe und anderen Infektionen“, sagt zum Beispiel Frank Bergmann, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein in NRW.

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„Wo viele Menschen mit einem – aufgrund des Alters oder wegen Erkrankungen – schlechten Immunstatus sind, sollte über eine Maskenpflicht nachgedacht werden. Das wären Kliniken, Pflegeheime, Arztpraxen und beim Besuch in einer Apotheke“, zitiert die Rheinische Post den Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis. „Jede Einrichtung kann aufgrund des Hausrechtes jetzt auch schon eine Maskenpflicht einführen.“

Ärzten und Kliniken verzeichnen steigende Corona-Zahlen

Dass solche Überlegungen und Warnungen durchaus ihre Berechtigung haben, belegen aktuelle Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums. Zwar insgesamt auf niedrigem Niveau, aber dennoch deutlich sind die Anzeichen dafür, dass Corona rasant in unseren Alltag zurückkehrt. Im Vergleich zur Vorwoche wurden

  • 70 Prozent mehr Arztbesuche wegen Corona-Beschwerden,
  • 39 Prozent mehr Krankenhaus-Einweisungen,
  • 29 Prozent mehr schwere Atemwegsinfektionen,
  • eine um 22 Prozent gestiegene Belegung der Intensivbetten und
  • 11 Prozent mehr Corona-Viren im Abwasser erfasst (Stand: 14. September).

Bei den Atemwegserkrankungen mit Corona-Diagnose ist die Altersgruppe der 15- bis 59-Jährigen besonders stark betroffen.

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) stellt steigende Zahlen von Patienten mit Corona fest. Es gebe wieder höhere Infektionszahlen und auch wieder mehr Covid-positiv getestete Patienten, sagte Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, der „Rheinischen Post“. Eine Testpflicht, wie die USA und Israel sie nun für ihre Kliniken einführen, solle es in Deutschland aber nicht geben.

Biontech-Booster ab 18. September – mit Problemen

Unterdessen startet in Deutschland eine neue Impf-Kampagne. Voraussichtlich ab Montag, 18. September, soll der neue Booster von Biontech in den Praxen verfügbar sein. Das Präparat ist speziell an die derzeit kursierende Sublinie XBB.1.5 der Corona-Variante Omikron angepasst, soll aber auch gegen weitere aktuelle Sublinien, etwa EG.5 („Eris“), wirken. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine jährliche Auffrischungsimpfung für alle Menschen, die 60 Jahre oder älter sind oder zu einer Risikogruppe gehören (z.B. Bewohner von Pflegeheimen, Beschäftigte im Pflege- und Gesundheitsbereich). Wer noch nicht vollständig oder gar nicht gegen Corona geimpft ist, dem rät die Stiko zu einer Grund-Immunisierung mit drei Impfungen.

Doch für die Patienten und auch für die Arztpraxen gibt es beim Thema Impfen gleich zwei Haken.


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So befürchtet der Deutsche Hausärzteverband einen erheblichen Aufwand, da es das Vakzin von Biontech/Pfizer nicht als Einzeldosis gibt, sondern nur im Fläschchen mit jeweils sechs Dosen. „Wir werden wieder im organisatorischen Overkill enden, wenn wir jedes Mal, wenn eine Biontech-Impfung notwendig ist, entweder schnell fünf weitere Impflinge organisieren, die Impfung verschieben oder fünf Impf­dosen wegschmeißen müssen“, sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende des Hausärzteverbands, Nicola Buhlinger-Göp­farth, dem „Spiegel“.

„Wir werden wieder im organisatorischen Overkill enden“

Nicola Buhlinger-Göp­farth (Hausärzteverband) fürchtet große Probleme durch Biontech-Impfstoff

Als Einzeldosis zur Verfügung stünde der Impfstoff von Moderna. Aber da kommt der zweite Haken: Im Zentrallager des Bundes gibt es noch Impfstoff, aber lediglich die ältere Variante. Für das an neue Varianten angepasste Moderna-Vakzin gibt es noch keine Zulassung. Wann diese kommen könnte, ist noch unbekannt.