Traumschiff (ZDF): Türken-Klischees an Bord – DIESE Aussagen sind gar nicht cool

Traumschiff: Florian Silbereisen als Kapitän mit Kollege Daniel Morgenroth.
Traumschiff: Florian Silbereisen als Kapitän mit Kollege Daniel Morgenroth.
Foto: ZDF/Dirk Bartling
  • Kommentar zum Traumschiff an Neujahr
  • In der Folge wurden Stammtisch-Klischees bedient
  • TV-Redakteur und Traumschiff-Fan Dominik Göttker findet: Das muss nicht sein.

„Ich kann handeln, ich bin Türke.“ „Wir kommen doch aus ganz anderen Welten.“ Und der Türke, der sein Geld im Import/Export-Gewerbe verdient.

Das sind alte Stammtisch-Klischees, die so eigentlich nicht mehr im Fernsehen vorkommen sollten. Doch auf dem Traumschiff, da gibt es sie noch. Das muss doch nicht sein.

Traumschiff: Türken-Klischees bei Silbereisens zweiter Fahrt

Was war passiert? Es geht um die Traumschiff-Folge an Neujahr. Schon beim Einchecken auf dem Schiff lernen sich die beiden pensionierten Singles Nazim Günay (gespielt von Tayfun Bademsoy) und Rose Förster (gespielt von Claudia Rieschel) kennen. Die beiden sind sich sofort sympathisch. Doch ein wenig Restzweifel steckt noch in Rose.

Schließlich habe ihr Mann sie für eine Jüngere verlassen. Dazu kommt auch noch, dass Nazim einer GANZ ANDEREN Kultur angehört: Er ist türkischstämmig.

Traumschiff: „Aber Ihr Deutsch ist perfekt.“

Da ist die pensionierte Deutsch- und Geschichtslehrerin skeptisch. Bei der morgendlichen Joggingrunde an Deck fragt sie ganz unverblümt: „Entschuldigen Sie, wenn ich das so direkt frage. Aber sind Sie in Deutschland geboren?“ Als Nazim das verneint und erklärt, dass er mit zehn Jahren nach Deutschland kam, antwortet Rose mit einer "Erkenntnis", so alt wie verletzend: „Für Kinder aus Migrantenfamilien war das in meinen Klassen immer schwer mit der Sprache. Aber Ihr Deutsch ist perfekt.“

Dass Nazim nach geschätzt über 50 Jahren in Deutschland dann doch der deutschen Sprache mächtig ist, sollte eigentlich keine Überraschung sein. Noch klischeebeladener wird es jedoch beim gemeinsamen Shopping-Bummel in der Altstadt von Santa Catalina (Kolumbien).

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Das ist Florian Silbereisen:

  • 1981 im bayerischen Landkreis Passau geboren
  • Seit 2004 moderiert Silbereisen als Nachfolger von Carmen Nebel die Feste der Volksmusik im Ersten
  • 2015 gründete er das Schlager-Trio Klubbb3
  • Ab 2019 wird er als Kapitän in der ZDF-Serie „Das Traumschiff“ zu sehen sein

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Denn da erweist sich der Deutsch-Türke als geschickter Preisdrücker. „Ich kann handeln, ich bin Türke“, sagt er fröhlich..

Traumschiff: An Bord werden alte Vorurteile bedient

Das ist genau die Art von Vorurteil, die immer wieder von den Betroffenen angekreidet wird. Der Türke, der nicht richtig deutsch kann, Basar-Vergleiche, der vermeintlich zwielichtige Geschäftspartner. Auf dem Traumschiff werden sie vor einem Millionenpublikum kultiviert.

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Noch seltsamer wird es jedoch, als sich die beiden näher kommen. Schon eine um die die Schulter gelegte Jacke blockt Rose ab: „Wie soll den so was gehen? Mit so unterschiedlichen Kulturen. Sie und ich, wir kommen doch aus ganz anderen Welten.“ Dass Nazim seit circa 50 Jahren in Deutschland lebt - geschenkt.

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Nazims Konter: „Aber Berlin und Usedom sind doch nicht so weit voneinander entfernt.“ Immerhin einer nimmt die Klischee-Schleuderei mit Humor. Oder wie es Kapitän Max Parger (Florian Silbereisen) am Ende so trefflich zusammenfasst: „Manchmal öffnet sich eine Tür, wo man nur eine Mauer gesehen hat.“

Schließlich findet das angeblich so unterschiedliche Paar doch noch zusammen. Ende gut, alles gut? Geht so. Warum kann nicht auch auf dem Traumschiff ein türkischstämmiger Gast mitfahren, ohne, dass tumbe Klischees erst ausführlich bedient, um dann schließlich wieder entkräftet zu werden?

Es sollte doch normal sein, dass ein türkischstämmiger Gast an Bord ist - so wie es die Lebenswirklichkeit bei uns auch ist. Dann hätte es eine ganz normale Kennenlern-Geschichte auf dem weißen Schiff der Träume sein können - wie so viele Geschichten im Alltag auch.

 
 

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