Aldi bietet neuen Service – doch nur wenige Kunden können ihn nutzen

ALDI vs. LIDL: Dieser Discounter ist wirklich besser – unser Test

Aldi vs. Lidl: Zwischen den Discountern tobt ein Preiskampf. Ratgeber-Redakteurin Alina Reichardt testest, welcher Supermarkt wirklich günstiger und besser ist.

Aldi vs. Lidl: Zwischen den Discountern tobt ein Preiskampf. Ratgeber-Redakteurin Alina Reichardt testest, welcher Supermarkt wirklich günstiger und besser ist.

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  • Aldi geht neue Wege
  • Ab November will der Discounter einen Abholservice testen
  • Deutsche Kunden schauen allerdings in die Röhre

Berlin.  Auf dem Lebensmittelmarkt gibt es viel Konkurrenz. Da müssen selbst große Marken wie Aldi ihren Kunden immer wieder etwas Neues bieten. Das versucht der Discounter nun mit einem neuen Abholsystem für Einkäufe. Zunächst allerdings nur in den USA.

Wie der „Business Insider“ berichtet, sollen Aldi-Kunden ab November Artikel online kaufen und sie in der Filiale abholen können. Angestellte würden die Ware dann in die Autos der Kunden laden.

„Immer mehr Menschen mangelt es an Zeit und Geld“, sagte Jason Hart, US-Vorsitzender von Aldi, der Nachrichtenseite. Die Ausweitung des E-Commerce-Angebots sei eine Antwort darauf.

Aldi setzt auch auf mehr Lieferdienste

Neben dem Abholservice will Aldi in den USA auch seinen Lieferdienst für Lebensmittel ausweiten. 80 Prozent der Filialen sollen den Service bis Ende dieses Jahres anbieten.

Der Discounter kooperiert dafür mit dem kalifornischen Start-up Instacart. Dabei wählen Kunden ein Zeitfenster für die Zustellung und füllen per Mausklick einen virtuellen Warenkorb. Die Bestellung und Bezahlung erfolgen ebenfalls digital über eine App oder die Website. Geliefert werden soll ab einer Stunde.

Deutsche Kunden haben weniger Auswahl

Online-Shopping von Lebensmitteln ist in den USA ein hart umkämpfter Markt. Neben diversen Start-ups sind auch Walmart und Amazon mit seinem Bringdienst Fresh Konkurrenten von Aldi. In Deutschland sieht die Sache etwas anders aus.

Sowohl Amazon Fresh als auch die „alteingesessenen“ Supermärkte lassen es langsam angehen. So ist Amazon Fresh auch ein Jahr nach dem Start nur in Berlin, Hamburg und München am Start. Rewe ist da mit 75 Regionen schon weiter, Edeka beschränkt sich mit dem Lieferdienst Bringmeister auf Berlin und München.

Frischen Wind bringt vor allem der niederländische Online-Supermarkt Picnic in den Markt, der mit festen Zeitfenstern und kostenloser Zustellung erste Gemeinden im Rheinland beliefert.

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Sind die Deutschen vielleicht einfach noch nicht bereit für Online-Lebensmittel? Oder wie ist es zu erklären, dass der Handel nicht in die Gänge kommt?

Online-Einkäufe sind vielen zu umständlich

Experten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erklären es in einer Studie so: Die Kern-Klientel der Online-Händler seien Stadtbewohner, auch weil die Angebote derzeit nur sie betreffen. Doch gerade für Städter sei der Online-Einkauf oft umständlicher als der schnelle Besuch in einem der vielen Läden in der Nachbarschaft.

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„Bevor man sich am Computer oder per Tablet durch die Produktlisten geklickt hat und dann – weil man tagsüber selten zu Hause ist – auch noch eine zumeist kostenpflichtige Terminlieferung vereinbart, für die man dann auch noch wirklich zu Hause sein muss, geht der Stadtbewohner doch lieber schnell einmal vor die Tür und erledigt seine Einkäufe beim Händler um die Ecke“, so die GfK-Experten.

Entfernungen auf dem Land machen Lieferung teuer

Auf dem Land habe der Online-Handel mit Lebensmitteln wegen der geringeren Dichte an Supermärkten zwar theoretisch ein größeres Kundenpotenzial. Doch hier rechne sich das Angebot für die Händler häufig nicht, weil die Zustellung mit den großen Entfernungen zu teuer sei. (cho/dpa)

 
 

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