Essen

Aldi-Nord: Droht ein Flop beim teuersten Umbau der Unternehmensgeschichte?

Aldi-Nord baut seine Märkte für mehrere Milliarden Euro um.
Aldi-Nord baut seine Märkte für mehrere Milliarden Euro um.
Foto: dpa

Essen. Geht Aldi-Nord mit dem größten Umbauprogramm seiner Geschichte baden? Das legt ein Bericht der „Wirtschaftswoche“ nahe.

„Aniko“ heißt das milliardenschwere Investitionsprogramm, das Aldi 2017 gestartet hat. Der hübsche Begriff steht für „Aldi Nord Instore Konzept“ und meint eine Revolution des Laden-Konzepts von Aldi-Nord. Die Läden sollen heller werden, die Atmosphäre freundlicher. Die Gemüse - und Obstregale werden schöner, im Sortiment tauchen immer mehr Bio-Produkte auf.

Aldi: Gewaltiges Umbauprogramm

Aldi war von seinem neuen Konzept sogar so überzeugt, dass man das Umbautempo für 2018 noch einmal erhöhte. Insgesamt soll das Programm etwa fünf Milliarden Euro kosten. Aldi-Nord erhofft sich höhere Umsätze und neue, zahlungskräftige, Kunden.

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Doch dieser Plan geht vielleicht nicht auf. Die „Wirtschaftswoche“ zitiert exklusiv aus Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK. Demnach hat Aldi-Nord im ersten Halbjahr 2018 bei den Umsätzen nicht zugelegt - sondern verloren.

Konkurrenten von Aldi-Nord können punkten

So ging der Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 um 0,2 Prozent zurück. Damit verlor Aldi-Nord größtenteils gegen den Trend. Aldi-Süd legte um 3,3 Prozent zu, Lidl sogar um 6,8 Prozent. Auch Rewe holte ein starkes Plus von 6,7 Prozent.

Zum Teil kann der Rückgang auch dadurch erklärt werden, dass mehrere Märkte wegen der Umbaumaßnahmen zwischenzeitlich geschlossen werden mussten. Logischerweise sorgt das für einen Rückgang beim Umsatz.

Erfolg oder Misserfolg? Das wird sich zeigen

Ob der Umbau den gewünschten Erfolg gebracht hat, wird sich deshalb ohnehin frühestens nach dem Umbau aller Filialen zeigen. Der Umsatzrückgang, bei gleichzeitigem Plus der Konkurrenz, dürfte Aldi-Nord aber trotzdem Sorgen bereiten.

Denn auch die Konkurrenz treibt die Modernisierung der eigenen Märkte voran. Im Februar wurde bekannt, dass Aldi-Süd bald auf seine Brotbackautomaten verzichtet und anstatt dessen auf frische Backware setzt. Auch Plastiktüten wird es bei Aldi bald nicht mehr geben. (fel)

 
 

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