Bochum

Diskussion um Sicherheit im Bochumer Bermudadreieck – jetzt spricht der „Trompete“-Wirt Klartext

Das Bermudadreieck in Bochum ist eines der größten Kneipenviertel in Deutschland.
Das Bermudadreieck in Bochum ist eines der größten Kneipenviertel in Deutschland.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum. Das Bermudadreieck in Bochum lockt jährlich Millionen Gäste. Jetzt ist eine Diskussion über Sicherheit entbrannt.

Auslöser waren Aussagen des „Kult“-Wirts „Manusch“ Schwalm. Der hatte in der WAZ beschrieben, dass sich viele Frauen nicht mehr sicher fühlten und von einer Negativentwicklung auf Bochums beliebter Partymeile gesprochen.

Diskussion um Sicherheit im Bermudadreieck: Wirt widerspricht Kollegen

In den sozialen Netzwerken ist seither eine große Diskussion entbrannt. Doch wie sehen andere Wirte im Bermudadreieck in Bochum die Entwicklung? „Schwachsinn“, heißt es kurz und knapp aus der „Pinte“.

Frank Gerwers, der mit seinem Bruder Marcell die „Trompete“ betreibt, wird da schon ausführlicher. Er kann die Aussagen von Schwalm nicht bestätigen. „So dramatisch sehe ich das bei Weitem nicht.“ Das „Kult“ sei Gerwers Meinung nach nicht repräsentativ für das Bermudadreieck. Es sei ein kommerzieller Laden, wo etwa durch Junggesellenabschiede schon mal Probleme mit betrunkenen Pöblern vorkommen könnten. Mit der „Trompete“ spreche er andere Gäste an.

„Trompete“-Wirt: „Weiß nicht welche Intention er hatte“

„Ich weiß nicht, welche Intention er mit seinen Aussagen hatte“, sagt Gerwers, der Stadt und Behörden in Schutz nimmt. „Sie sind nicht untätig. Die Sperrung der Brüderstraße etwa sehe ich sehr positiv.“ So sei ein Flanieren wieder möglich, ohne auf den laufenden Verkehr achten zu müssen. Auch Prollgehabe und Raserei mit aufgemotzten Autos, wie es noch Anfang des vergangenen Jahres vorgekommen sei, beobachte er so gut wie gar nicht mehr.

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Gerwers, der auch im Vorstand der Immobilien- und Standortgemeinschaft Bermuda3Eck Bochum e.V. ist, gibt zu, dass die Entwicklungen mit einer Häufung von Shishabars in der Brüderstraße nicht optimal sei. „Das ist nicht von der Hand zu weisen, und davor verschließen wir auch die Augen nicht. Aber wir haben das im Blick und ich sehe dadurch kein erhöhtes Gewaltpotenzial. Ich will nicht auf den Zug aufspringen, dass jeder Shishabar-Betreiber unverzollten Tabak unter der Theke hat.“

Manchmal sei es vielleicht auch ein Stück weit Unwissenheit, was etwa Brandschutzauflagen angehe. „Aber wenn einer etwas Falsches praktiziert, kann man das nicht auf alle übertragen.“

Gegen vermeintliche Clan-Machenschaften werde von Seiten der Stadt massiv entgegengesteuert. „Ich habe das Gefühl, dass viel getan wird und Vorgaben angepasst werden“, so Gerwers.

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„Hat Bermudadreieck nicht verdient“

Die Vorstandschaft der Interessengemeinschaft treffe sich wöchentlich, habe immer ein offenes Ohr. „Die Aussagen in der WAZ kamen für uns als Vorstand überraschend, denn wir sind eigentlich mit allen Wirten im Austausch.“

Der Trompete-Betreiber verstehe nicht, warum Schwalm das „Bermudadreieck so in den Dreck ziehe“. Er findet: „Das hat das Bermudadreieck nicht verdient.“

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Dass es nachts viel zu gefährlich sei, findet Schwalm nicht: „Viele meiner Mitarbeiter, die in der Innenstadt wohnen, gehen gerade im Sommer zu Fuß nach Hause“. Er sieht vielmehr Effekthascherei. Was ihm besonders aufstößt, sind die fehlenden Lösungsansätze seines Wirt-Kollegens.

Meinungen sind geteilt

Auch die Meinungen in den sozialen Netzwerken gingen auseinander: „Ja, definitiv das Bermuda-Dreieck hat seinen Charme von vor 20 Jahren verloren. Leider“, schreibt Katrin Schirmacher.

Carlito Brigante entgegnet: „Ich wohne seit meiner Kindheit in Bochum und bin regelmäßig im Bermudadreieck. Die Aussagen dieses Wirts sind völlig an den Haaren herbeigezogen, noch nie habe ich gesehen wie Frauen hier belästigt werden.“ >>> Mehr zu den Reaktionen liest du hier.

 
 

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