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Mülheim: Fassungslosigkeit nach Neonazi-Aktion – „Nicht als Hochburg rechter Straftaten bekannt“

In Mülheim haben Unbekannte mehrere Türen von Familien mit Migrationsgeschichte verschandelt. Die Stadt kündigt harte Konsequenzen an.

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© Metin Gülmen/DER WESTEN

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Neonazi-Skandal in Mülheim! Unbekannte haben mehrere Türen von Familien mit Migrationsgeschichte mit rechtsradikalen Stickern beklebt. Auf dem Sticker der Partei „Die Rechte“ steht der Spruch: „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus“! Schon 2021 wurde die Hauswand einer türkischen Familie in Mülheim mit einem Hakenkreuz, ihr Auto mit „Kanacken raus“ beschmiert.

Die Polizei ermittelt bereits. Jetzt ist die Stadt Mülheim alarmiert – driftet Mülheim langsam immer stärker politisch nach rechts ab?

Mülheim: Fassungslosigkeit nach Neonazi-Aktion

Hasan Tuncer (32) ist Integrationsratsvorsitzender der Stadt, warnt gegenüber DER WESTEN vor der unterschätzten Gefahr von Rechtsaußen. Tuncer: „Mülheim ist eigentlich nicht als Hochburg rechter Straftaten bekannt. Dennoch sind die Aufkleber in Speldorf eine weitere rechtsextreme Aktion unter vielen weiteren.“

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Unbekannte haben Neonazi-Sticker an Haustüren in Mülheim beklebt. Foto: Metin Gülmen/DER WESTEN

Er fordert Solidarität mit den betroffenen Familien, mahnt: „Wir als Demokraten können nicht nur zusehen. Die Gesellschaft rückt derzeit immer stärker nach rechts, dadurch fühlen sich rechte Kräfte sicherer und bestärkt darin, solche Straftaten zu begehen. Auch wenn die Neonazi-Szene in Mülheim vergleichsweise kaum organisiert ist, müssen wir solche Vorfälle sehr ernst nehmen.“

Stadt will „Revier-Markierungen“ nicht weiter zulassen

Tuncer, selbst jemand mit türkischer Migrationsgeschichte, verweist auf die Hakenkreuz-Schmierereien aus dem letzten Jahr: „Diese Tat ist eindeutig rassistisch und nicht tolerierbar. Ich hoffe, dass die Polizei die Täter ausfindig macht.“


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Und weiter: „Bei der Tat letztes Jahr konnte man die Täter nicht genau identifizieren. Diesmal weiß man aber, dass es Anhänger oder Sympathisanten der Partei ‚Die Rechte‘ sind.“ Die Stadt werde nicht zulassen, dass Neonazis diese „Revier-Markierungen“ im öffentlichen Raum demonstrieren.