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Gelsenkirchen: Schreiner schreibt „Ungeimpfte unerwünscht!“ ins Schaufenster – mit üblen Konsequenzen

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Gelsenkirchen. „Schleweis hier, der mit dem Schaufenster“ – Wilhelm Schleweis aus Gelsenkirchen weiß schon, worum es geht, als bei ihm am Montagmorgen das Telefon klingelt.

Der Besitzer von „Wilhelms Weichholzwelt“ aus Gelsenkirchen hat es über Nacht zu großem Ruhm gebracht. Dafür brauchte es nur zwei Worte, die der Schreiner in das Schaufenster seines Ladens im Stadtteil Buer geschrieben hatte: „Ungeimpfte unerwünscht!“

Als im auffiel, wie die Botschaft gelesen werden könnte, war es schon zu spät.

Gelsenkirchen: „Ungeipmfte unerwünscht!“ Laden-Besitzer kassiert Nazi-Vergleiche

Nur vier Stunden habe der Schriftzug Ende der vergangenen Woche am Schaufenster an der Horster Straße in Gelsenkirchen gestanden. Dann hätte ein Freund die Wortwahl hinterfragt.

„Ich bin dann sofort zum Laden gefahren und habe die Worte weggewischt“, berichtet Wilhelm Schleweis. Zu dem Zeitpunkt hätten Unbekannte schon ein Nazi-Vergleich und einen Judenstern ans Fenster geschmiert. Im Netz tobte ein regelrechter Shitstorm.

Viele Menschen warfen dem Schreiner Diskriminierung vor und zogen dabei den Vergleich zur NS-Zeit, als Juden in Deutschland vom öffentlichen Leben ausgegrenzt und verfolgt wurden. (Anmerkung der Redaktion: Eine unsägliche Verharmlosung des Holocaust in Deutschland, als das Leben von sechs Millionen Juden systematisch vernichtet wurde.)

Gelsenkirchen: Schaufenster eingeschlagen – Staatsschutz ermittelt

Doch dass unter den Ungeimpften auch solche sind, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können und sich deshalb ausgegrenzt fühlen können, das habe Wilhelm Schleweis nicht bedacht.

„Wenn ich in einer fremden Stadt unterwegs wäre und hätte die Worte gelesen, wäre ich auch erschrocken gewesen“, sagt der Laden-Besitzer aus Buer jetzt.

Aber dass die Lage so aus dem Ruder läuft, habe er nicht kommen sehen. Ein Shitstorm mit mehr als tausend Google-Bewertungen für seinen Laden und eine eingeschmissene Schaufensterscheibe später, ist der Schreiner aus Gelsenkirchen geläutert. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen, sagt Schleweis.

Das steckt hinter den Worten auf der Schaufenster-Scheibe in Gelsenkirchen

„Ich wollte etwas ganz anderes bezwecken“, berichtet der Schreiner. Als er die beiden Worte an sein Fenster schrieb, habe er eigentlich zur Diskussion anregen wollen, sagt er.

Er habe sich kurz zuvor mit einer befreundeten Krankenpflegerin über die Zustände auf der Intensivstation unterhalten. Über ungeimpfte Corona-Patienten, die jetzt „von fünf Fachkräften gewendet werden müssen“, erinnert er sich.

Weil er sich dann in Erinnerung rief, dass Kinder sich nicht mit einer Impfung vor einem schweren Corona-Verlauf schützen können, habe er dann den Schriftzug kurz entschlossen an sein Schaufenster geschrieben. Aus Sorge um deren Zukunft.

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Laden-Besitzer aus Gelsenkirchen: „Ich schäme mich abgrundtief“

Im Netz kursiert jetzt ein Bild von ihm vor der zerstörten Schaufenster-Scheibe. Der Schreiner hält ein Schild vor der Brust. Darauf steht: „Ich schäme mich.“

Das Foto sei echt, sagt er. Er schäme sich tatsächlich „abgrundtief“, sagt er. Er habe niemanden ausgrenzen wollen und jeder sei in seinem Laden willkommen. Schleweis habe nur zur Diskussion anregen wollen. Auf einer sachlichen Ebene. Das sei misslungen, resümiert er: „Ich bin Schreiner und kann mit Möbeln besser umgehen.“

Trotzdem gelten vielerorts schärfere Corona-Regeln. Wie ein Mann das erfähren musste, kannst du hier nachlesen. >>>