Gelsenkirchen

Brutale Gruppenvergewaltigung: Gesuchter mutmaßlicher Vergewaltiger (18) aus Gelsenkirchen stellt sich der Polizei

Linda Schreiber und Matthias Biesel
Der gesuchte mutmaßliche Vergewaltiger Dean Martin L. (18) aus Gelsenkirchen hat sich der Polizei gestellt.
Der gesuchte mutmaßliche Vergewaltiger Dean Martin L. (18) aus Gelsenkirchen hat sich der Polizei gestellt.
Foto: Daniel Sobolewski / Polizei / Montage: DER WESTEN

Gelsenkirchen. Der gesuchte 18-jährige mutmaßliche Vergewaltiger Dean Martin L. aus Gelsenkirchen hat sich der Polizei gestellt.

Er erschien am Donnerstagabend gegen 18.30 Uhr zusammen mit seinem Rechtsanwalt bei einer Wache in Gelsenkirchen. Das bestätigt die Polizei auf Nachfrage von DER WESTEN. Er habe sich „vermutlich aufgrund des enormen Fahndungsdrucks“ bei der Polizei gemeldet.

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Nach Gruppenvergewaltigungen wurde Fahndungsdruck wohl zu groß

Rechtsanwalt Hans Reinhardt vertritt den 18-Jährigen. Die Aussage, sein Mandant sei „mehr Opfer als Täter“, mit der die „Bild“ Reinhardt zitiert, stamme von Dean Martin L. selbst. „Was genau er damit meint, hat er noch nicht ausgeführt. Wenn ich Akteneinsicht habe, kann ich mehr dazu sagen“, so der Anwalt.

Die Ermittler suchten seit Mittwochnachmittag per Fahndungsfoto und vollem Namen nach dem jungen Mann. Bei einer Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft und Polizei Essen gaben sie diese Informationen an die Medien.

Dean Martin L. soll am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. „Der Haftrichter verkündet ihm dann den Haftbefehl“, erklärt Polizei-Pressesprecher Lars Lindemann das weitere Vorgehen. Danach kommt er vorerst in Untersuchungshaft.

Mädchen wurden brutal vergewaltigt

Dean Martin L. soll im Dezember und Januar zusammen mit vier weiteren jungen Männern im Alter von 16 bis 23 Jahren mindestens drei Schülerinnen (16) in Essen und Gelsenkirchen brutal vergewaltigt oder dies in einem der Fälle zumindest geplant zu haben.

Dazu schlugen sie den Mädchen vor, mit dem Auto umherzufahren und brachten sie an abgelegene Orte - unter anderem in ein Waldstück im Essener Süden.

Dort nahmen sie den Opfern ihre Handys ab und sagten ihnen, sie würden sie nur nach Hause fahren, wenn sie jetzt Sex mit allen Männern hätten. Dann vergewaltigten sie sie - teils stundenlang.

Drei weitere mutmaßliche Täter schon in U-Haft

Drei Männer sitzen bereits in U-Haft, ein 16-Jähriger ist noch frei, da bei ihm keine Fluchtgefahr besteht, so Oberstaatsanwältin Anette Milk bei der Pressekonferenz am Mittwoch.