Essen

Brutale Gruppenvergewaltigungen in Essen: Mädchen „selber schuld“? Warum dieser Vorwurf absurd und unverschämt ist – Ein Kommentar

Brutale Gruppenvergewaltigung von jungen Mädchen

Die Taten sind unfassbar perfide: Mehrfach sollen fünf junge Männer im Alter zwischen 16 und 23 Jahren junge Mädchen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben.

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Essen. Dass es überhaupt noch erwähnt werden muss, ist ein Skandal. Dennoch scheint es notwendig zu sein: Die 16 Jahre alten Mädchen, die im Dezember und Januar von fünf jungen Männern in einen Essener Wald gelockt, dort unter Druck gesetzt und zum Sex gezwungen wurden, SIND NICHT SELBER SCHULD.

Vorangestellt sei die Selbstverständlichkeit, dass es niemals gerechtfertigt ist, jemanden zu vergewaltigen. Und absolut nie ist ein Opfer an seiner Vergewaltigung schuld.

Vergewaltigungs-Opfer waren nicht zu unvorsichtig

In sozialen Netzwerken werden viele Nutzer dennoch nicht müde, zu kommentieren, wie unvorsichtig die Schülerinnen gewesen seien, zu den Männern ins Auto zu steigen. Damit seien sie ja „selber schuld“ an ihrem Leiden.

Ein Vorwurf, der so absurd wie unverschämt ist.

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Mal im Ernst: Niemand sollte je Angst haben müssen, zum Sex gezwungen zu werden, wenn er zu jemandem ins Auto steigt. Völlig unabhängig davon, wie die Menschen im Wagen aussehen.

In den Fällen der Gruppenvergewaltigungen in Essen und Gelsenkirchen kommt noch etwas hinzu, das den Plan der Vergewaltiger besonders perfide macht.

Die jungen Männer müssen gewusst und es darauf angelegt haben, dass die Mädchen Vertrauen zu ihnen hatten. Sie fuhren nicht etwa an ihnen unbekannten Schülerinnen vorbei und luden sie ein, mitzufahren – ein Szenario, das wohl den meisten irgendwie verdächtig vorkäme.

Täter und Opfer kannten sich vorher

Stattdessen kannten sich Täter und Opfer vorher. Nicht gut, eher lose – aber das ist unter Jugendlichen völlig normal. Mit 16 lernt man ständig neue Leute kennen. Und findet das aufregend. Neue Freunde! Mit Führerschein und Auto! Raus aus dem Kinderzimmer, rein ins Leben: Wer erinnert sich nicht an dieses Gefühl von damals?

Wer sich das Fahndungsfoto des immer noch von der Polizei gesuchten Tatverdächtigen Dean Martin L. (18) anschaut, sieht dort außerdem einen Jungen, der jedermanns Mitschüler sein könnte. Dass da nicht zwingend die Alarmglocken schrillen, ist allein schon deshalb verständlich.

Die Opfer werden sich vorher eben nicht unwohl gefühlt haben, als ihnen ihre Vergewaltiger vorgeschlagen haben, in eine Shisha-Bar zu fahren oder einfach ein bisschen „durch die Gegend“. Die Mädchen werden sich auf den „Ausflug“ gefreut haben.

Genau dieses Vertrauen nutzten die Täter brutal aus. Schuld an den Übergriffen sind nur sie allein.

 
 

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