Gelsenkirchen

So unfassbar heiß ist es am Drehspieß einer Dönerbude in Gelsenkirchen

Die Hitzewelle ist auch im Side Grill in Gelsenkirchen zu spüren. Anstrengend ist die Arbeit für Feray Özoran und ihren Sohn Yasin Özoran.
Die Hitzewelle ist auch im Side Grill in Gelsenkirchen zu spüren. Anstrengend ist die Arbeit für Feray Özoran und ihren Sohn Yasin Özoran.
Foto: Julia Scholz / DER WESTEN

Gelsenkirchen. Bauarbeiter, Saunameister oder Pizzabäcker - all diese Berufe sind bei der Affenhitze kaum auszuhalten. Wir haben den Side Grill in Gelsenkirchen-Heßler besucht. In dem kleinen Raum an der Straße Fersenbruch ist es ordentlich heiß. Die Kunden strömen trotzdem durch die Tür, die bei diesen Temperaturen immer offen steht.

Drinnen hat es locker über 30 Grad, am Dönerspieß haben wir mit dem Thermometer nachgemessen. Nach nur 15 Minuten zeigt das Geräte unglaubliche 50 Grad an.

In dem Döner-Laden gibt es keine Klimaanlage

Eine Klimaanlage zur Abkühlung gibt es nicht. „Die dürfen wir hier ja auch gar nicht haben. Dann würden die Staubpartikel durch die Luft wirbeln. Das wäre nicht gut“, sagt Yasin Özoran (30) und zeigt in die frische Salat-Auslage. Gemeinsam mit seinen Eltern führt er den Imbiss in Gelsenkirchen. Seit 16 Jahren sind sie in der Gastronomiebranche tätig.

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„In den letzten Tagen stand die Luft so. Da war mir gar nicht gut“, erzählt seine Mutter Feray Özoran (58). Jetzt würde ein schwacher Luftstoß ab und an hereinwehen. Immer wieder wischt sie sich über die Stirn.

„Wir wechseln uns immer ab“ - das ist die einzige Abkühlung

Abkühlen oder erholen kann sich die Familie mit türkischen Wurzeln nicht. „Wir wechseln uns natürlich ab, aber überall ist es heiß im Laden“, so Feray Özoran. Vorne neben der Glasscheibe dreht sich der Dönerspieß, daneben brutzelt die Friteuse, im hinteren Teil gibt der Steinofen für die Pizzen eine extreme Wärme ab.

„Und dann arbeiten wir 16 bis 18 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Urlaub habe ich nur einmal gemacht. Selbstständig zu sein ist hart“, sagt die Inhaberin aus Herne.

Die Preise sind seit 15 Jahren nicht gestiegen

Und da können sie auch nicht einfach den Laden schließen, wenn es heiß wird. Das Geld muss stimmen. „Die Preise sind seit 15 Jahren dieselben“, sagt ihr Sohn. Denn in Gelsenkirchen gibt es viele Menschen, die wenig Geld hätten und das Gericht sonst nicht bezahlen könnten.

Trotzdem bleibt die Familie optimistisch. „In der Türkei habe ich auch schon einmal 60 Grad im Schatten erlebt“, sagt Özoran und lacht.

 
 

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