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Weihnachtsmarkt Essen: Besucher stehen für Peru-Kartoffel stundenlang Schlange – doch lohnt sich das Geld?

Für viele Besucher des Weihnachtsmarkts Essen ist die Peru-Kartoffel alle Jahre wieder das Highlight. Doch lohnt sich der Preis?

© Uwe Ernst / FUNKE Foto Service

Weihnachtsmarkt Essen-Steele: neuer Stand liefert Überraschung aus den USA

Auf dem Weihnachtsmark Essen-Steele gibt es dieses Jahr ein neues Angebot. Die Betreiber der "Corndog Factory" erklären, was hinter dem sogenannten Corndog aus den USA steckt.

Seit nunmehr fast zwei Wochen hat der Essener Weihnachtsmarkt eröffnet. Viele Besucher dürften sich trotz des schlechten Wetters in NRW bereits in die Innenstadt getraut und sich bei Glühwein, Bratwurst und Co. schon gehörig auf die nahende Weihnachtszeit eingestimmt haben.

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Alle Jahre wieder ist für viele aber vor allem ein Stand der Grund, dem Weihnachtsmarkt in Essen einen Besuch abzustatten: Die Peru-Kartoffel bildet laut Besuchern auch in diesem Jahr wieder das Highlight. „Die Peru-Kartoffel ist einfach einzigartig. Wir haben da schon das ganze Jahr drauf gewartet“, erklärte am Eröffnungstag so eine Frau gegenüber DER WESTEN. Doch was macht das Imbiss-Gericht so besonders? Unsere Reporterin hat sich in die Schlange gestellt und eine der begehrten Kartoffeln getestet.

Weihnachtsmarkt Essen: Besucher haben Qual der Wahl

Der Stand von Händlerin Teresa Freckmann ist auch in diesem Jahr wieder auf dem Kennedyplatz anzutreffen. Schon am Eröffnungstag konnte man hier eine regelrechte Menschentraube beobachten, die sich schon gegen 11 Uhr einreihte, um eine der sagenumwobenen Peru-Kartoffeln zu ergattern. Und die soll im Revier einzigartig sein – darf man den Aussagen der Besucher glauben. Mehr Infos zum Stand liest du hier >>>.

Die Peru-Kartoffel und Händlerin Teresa Freckmann sind seit rund drei Jahrzehnten unverzichtbar auf dem Essener Weihnachtsmarkt. Foto: DER WESTEN / Laura Merz

Wer bereit ist, 10 Euro zu investieren, der steht zunächst vor der Qual der Wahl: Kunden können zwischen einer Variante mit Hackfleisch, einer mit Schinken, Mais und Käse sowie einer vegetarischen Version nur mit Käse wählen. Alle Peru-Kartoffeln werden mit einer Art Tomatensauce und Krautsalat gereicht. Doch was kann man sich überhaupt unter einer Peru-Kartoffel vorstellen? Die Peruanische Kartoffel, wie man sie auch nennt, besteht aus zerdrückter Kartoffelmasse, die in einem Mehlteig angebraten beziehungsweise frittiert wird. Bei den Füllungen kann variiert werden, wie Freckmann an ihrem Stand in der Essener City beweist. Aber was hat man geschmacklich von der Spezial-Kartoffel zu erwarten?

Peru-Kartoffel auch to go erhältlich

Wer schon mal eine der besonderen Kartoffeln probiert hat, der dürfte schnell festgestellt haben: Schön zu essen ist sie nicht. Das muss auch unsere Reporterin bei ihrem Besuch zur Mittagszeit am Stand am Kennedyplatz feststellen. Denn zu seiner Kartoffel, die man immerhin auf einem Porzellanteller statt Pappschale serviert bekommt, kriegt man gerade mal einen Löffel gereicht. Blickt man sich an den Stehtischen um, so hat fast jeder mit seiner Kartoffel zu kämpfen.

So schmeckt die Peru-Kartoffel auf dem Weihnachtsmarkt Essen. Foto: DER WESTEN / Laura Merz

Doch ist man einmal bis zur Füllung durchgedrungen, so erwartet einen eine geschmackliche Überraschung. Unsere Reporterin hat sich für die Variante mit Schinken, Mais und Käse entschieden. Das Gericht erinnert im ersten Moment an Kumpir, dass ebenfalls aus einer mehligen Kartoffel gemacht wird. Auch sie wird mit verschiedenen Zutaten belegt.

Einzigartig macht die peruanische Version allerdings ihr Besuch in der Fritteuse. Fettig wie so manch andere Weihnachtsmarkt-Spezialität ist sie aber keinesfalls. Und auch wenn die Kombi aus Kartoffel, Mais und Schinken im frittierten Teig im ersten Moment wild erscheint, so schickt sie auf eine einzigartige, herzhafte Geschmacksreise, die mit Kumpir durchaus vergleichbar ist. Die pikante Tomatensauce verleiht dem Gericht die fehlende Würze. Nur der Krautsalat bleibt – wie auch bei anderen Gerichten – gewöhnungsbedürftig.


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Zugegeben: 10 Euro sind für ein Weihnachtsmarkt-Gericht ganz schön happig. Doch eines muss man der Peru-Kartoffel lassen: Hat man sich durch die Teig- und Kartoffelschicht bis zur Füllung durchgearbeitet, ist man am Ende trotz kleinem Massaker auf dem Teller pappesatt. Was man an anderen Ständen somit für den gleichen Preis für zwei Gerichte zahlen müsste, um keinen Hunger mehr zu verspüren, das bekommt man am Essener Kenndyplatz mit einem Gericht zwar nicht auf dem Silbertablett, aber immerhin auf dem Porzellanteller serviert. Und dafür reiht man sich auch gerne mal in den Abendstunden in die lange Schlange ein.