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Essen: Böller bei RWE-Spiel ++ Familienvater festgenommen ++ Er ist kein Unbekannter

Essen: Böller bei RWE-Spiel ++ Familienvater festgenommen ++ Er ist kein Unbekannter

Gewahrsam? Festnahme? Was diese Polizei-Begriffe wirklich bedeuten

Essen. 

Beim Topspiel von Rot-Weiss Essen gegen Preußen Münster ist es am Sonntag zu einem Eklat gekommen.

Nachdem ein Böller aus dem RWE-Block auf den Rasen flog, wurde die Partie schließlich abgebrochen. Am Donnerstag hat die Polizei Essen den mutmaßlichen Täter (29) festgenommen.

Ihm droht jetzt der Knast – wegen eines „eher seltenen“ Vorwurfs.

Essen: Böller-Eklat im RWE-Topspiel – Polizei identifiziert Fan

Direkt nach dem Topspiel der Regionalliga West hatte die Polizei Essen am Sonntag einen RWE-Fan festgenommen. Doch der Verdacht gegen den Mann bestätigte sich nicht.

In der Folge richtete die Polizei eine Ermittlungskommission ein. Und die kam in den letzten Tagen einem Tatverdächtigen auf die Spur. Am Donnerstag schlugen die Ermittler dann zu und nahmen den Mann an seiner Anschrift in Marl fest.

So kam die Polizei Essen dem Böller-Werfer auf die Schliche

In einer Pressekonferenz teilte der leitende Kriminaldirektor Ralf Wagener der Polizei Essen mit, dass die Polizei unter anderem durch zahlreiche Hinweise von Fans sowie Video-Aufnahmen von Fans und Journalisten auf die Spur des Mannes kamen.

Nach Auswertung verschiedener Bildeinstellungen sei der Verdächtige erkennbar gewesen. Außerdem konnten Zeugen ein auffälliges Gesichts-Tattoo (kein politisches Motiv) beschreiben.

Durch weitere Ermittlungsarbeit, die auch vom Staatsschutz unterstützt wurde, sei der Mann schließlich identifiziert worden.

Böller-Werfer bei Rot-Weiss Essen ist kein Unbekannter

Der 29-jährige Familienvater habe sich in Marl widerstandslos festnehmen lassen und schweigt zu den Vorwürfen.

Ein Dauerkarteninhaber sei er nach Angaben der Polizei nicht. Er sei nur gelegentlich bei RWE-Spielen gewesen und habe sich am Tattag nicht als Fan gekleidet.

Auch sei er keiner Fan-Gruppierung zuzuordnen. Ob er außerhalb des Stadions zu einer Gruppierung zähle, müsse nun ermittelt werden. Auch das Motiv des 29-Jährigen sei noch unklar.

Bei der Polizei ist er kein Unbekannter: Nach Angaben von Oberstaatsanwältin Anette Milk ist er bereits durch eine Vielzahl von Delikten auffällig geworden. Dazu zählen Brandstiftung, Diebstahl, Sachbeschädigung und Verkehrsdelikte.

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Das ist Rot-Weiss Essen:

  • Größter Fußballverein in Essen
  • Gegründet am 1. Februar 1907 als SV Vogelheim
  • Nach mehreren Zusammenschlüssen spielt der Verein seit 1923 als Rot-Weiss Essen
  • Größte Erfolge: Deutscher Meister 1955, DFB-Pokalsieger 1953
  • 2010 musste RWE einen Insolvenzantrag stellen
  • Heute spielen die Essener in der Regionalliga West

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„Eher seltener“ Vorwurf gegen Böllerwerfer aus Essen

Die Staatsanwaltschaft ermittelt zum einen wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 29-Jährigen. Der zweite Vorwurf ist nach Angaben von Anette Milk „eher selten“: Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.

Ob der Tatverdacht sich halten kann, hängt von der Untersuchung der Rückstände des Feuerwerkskörpers ab. Sollte sich der Verdacht halten, dass es sich um einen unerlaubten so genannten „Polen-Böller“ handelte, droht dem 29-Jährigen eine Haftstrafe – und zwar nicht unter einem Jahr.

Gegen Auflagen ist der Familienvater zunächst erst einmal wieder auf freiem Fuß. Er muss sich etwa täglich bei der Polizei Essen melden. Ein Fußballspiel wird der mutmaßliche Böller-Werfer nun vorerst nicht mehr live verfolgen dürfen. Denn die Behörden verhängten ein deutschlandweites Stadionverbot gegen den Mann.

Böller-Wurf bei RWE-Topspiel in Essen – zwei Verletzte

Der Eklat ereignete sich kurz nach dem Ausgleich von Preußen Münster zum 1:1. Aus einer RWE-Fanblock flog ein Böller auf den Rasen.

Der Feuerwerkskörper detonierte direkt neben den Auswechselspielern der Gäste. Zwei Spieler erlitten ein Knalltrauma. Das Topspiel wurde schließlich abgebrochen. Rot-Weiss Essen droht nun eine Niederlage am Grünen Tisch. Mehr dazu hier >>>

In den Fokus geriet der Block W1 auf der Westtribüne. Dort versammelt sich die rechte Fan-Szene von RWE. Alle Hintergründe hier bei der WAZ >>>

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Weitere Themen aus Essen:

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Rot-Weiss Essen verurteilte den Böllerwurf aus den eigenen Fan-Reihen scharf und sprach eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen.

Marcus Uhlig bezeichnete den Vorfall als die „Tat eines Verrückten, eines Vollidioten, eines Wahnsinnigen“. Im Namen von Rot-Weiss Essen entschuldigte sich der RWE-Vorstand im Namen des Vereins und wünschte den betroffenen Spielern gute Besserung.