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Essen: Aufschrei wegen „obdachlosenfeindlicher“ Bänke – Stadt sorgt für Wirbel

Essen: Aufschrei wegen „obdachlosenfeindlicher“ Bänke – Stadt sorgt für Wirbel

© Kerstin Kokoska/ FUNKE Foto Services

Essen vs. Bochum - Der ultimative Städtevergleich

Essen und Bochum bilden das Herz des Reviers. Doch welche der beiden Ruhpott-Metropolen ist eigentlich die Coolere? Wir haben die Highlights der Städte für dich zusammengetragen. Jetzt musst du entscheiden.

Essen. 

Puh, volle Breitseite gegen die Stadt Essen!

Essen plant den Bau neuer Sitzbänke, hat auch schon auf Twitter erste Modelle präsentiert. Auffällig: Einige Sitzbänke werden ohne Rückenlehne sein, so richtig gemütlich sind sie also voraussichtlich nicht, laden stattdessen „nur“ zum kurzen Verweilen ein. Und: Metallstreben sorgen dafür, dass sich beispielsweise Obdachlose nicht auf den Bänken hinlegen können.

Schon das hat der Stadt Essen viel Kritik eingebrockt – jetzt legen Kritiker nach!

Essen: Aufschrei wegen „obdachlosenfeindlicher“ Bänke

Auf Instagram hat der Account „Essen diese“, der sich mit Themen rund um Essen beschäftigt, nochmal die neu geplanten Sitzbänke unter die Lupe genommen. Neben den Metallstreben, die ein Hinlegen auf den Bänken quasi unmöglich machen, wird auch die fehlende Überdachung moniert, sodass man Regen, Wind und Schnee schutzlos ausgeliefert sei.

Im entsprechenden Beitrag heißt es: „Dass neue Sitzgelegenheiten geschaffen werden, ist erstmal cool. Und es muss auch nicht unbedingt so sein wie auf dem unteren Bild, aber neue Bänke sofort mit obdachlosenfeindlichen Elementen auszustatten, ist uncool. Wir können den finanziellen Aufwand nicht einschätzen, aber vielleicht kann man im Stadtrat die Metallbügel nochmal überdenken und nachträglich entfernen.“

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Das ist die Stadt Essen:

  • geht auf das vor 850 gegründete Frauenstift Essen zurück
  • 582.760 Einwohner, neun Stadtbezirke und 50 Stadtteile, viertgrößte Stadt in NRW
  • seit 1958 Sitz des neugegründeten Bistums Essen
  • Wahrzeichen unter anderen: Zeche Zollverein, Villa Hügel, Grugapark Essen
  • war 2010 Kulturhauptstadt Europas und 2017 Grüne Hauptstadt Europas
  • Oberbürgermeister ist Thomas Kufen (CDU)

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Essen: Aussage der Stadt sorgt für Wirbel

Tatsächlich hat die Stadt Essen auf diese Kritik reagiert und geantwortet. Doch die Reaktionen darauf sind alles andere als versöhnlich! „Die Innenstadt wurde und wird um insgesamt 27 neue Sitzgelegenheiten bereichert. Die zusätzlichen Sitzbänke sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen und ausdrücklich zum Verweilen einladen – auch ohne dabei beispielsweise ein gastronomisches Angebot nutzen zu müssen.“

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Das Social-Media-Team der Stadt Essen weiter: „Die Entscheidung, ein Bankmodell mit einer zusätzlichen Armlehne bzw. Ablagefläche zu wählen, wurde getroffen, um insbesondere älteren Menschen entgegen zu kommen, da diese den Sitzkomfort erhöhen und eine Aufstehhilfe darstellen. Die Bänke sind also in der Form gewählt worden, um möglichst viele Menschen einzuladen, diese zu nutzen, und nicht um eine Personengruppe auszuschließen.“

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Essen: Kritik an Sitzbänken ebbt nicht ab

Mehrere User gehen auf das Statement der Stadt ein, kritisieren drauflos. Hier mehrere ausgewählte Kommentare:

  • „Autsch. Dicker Fehlgriff, sag ich so, wies ist. Links, rechts zwei Armlehnen zum Helfen würden völlig reichen. Oder ist die Bank ausschließlich für Rentner gedacht?“
  • „Für wie dumm haltet ihr die Leute eigentlich? Wäre eine Chance gewesen, Gesicht zu wahren. Stattdessen kommt so ein Bullshit-Statement.“
  • „Dann habt ihr die Bedürfnisse für diesen Teil der Menschen nicht bedacht oder einfach schlecht abgewogen. Man kann’s ja noch ändern. Aber dafür habe ich leider inzwischen wenig Hoffnung.“
  • „Man kann sich den Griff ins Klo auch einfach schön reden.“

Bleibt zu hoffen, dass es vielleicht doch noch ein Umdenken auf ALLEN Seiten geben wird… (mg)