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Alle wollen an die „Rü“ in Essen – So umkämpft ist ein leerstehendes Ladenlokal auf der Rüttenscheider Straße

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Nach der Schließung von „Das Schön“ ist wieder ein begehrtes Ladenlokal auf der Rü frei. Foto: Kerstin Kokoska/ FUNKE Foto Services
  • Leerstände gibt es auf der Rüttenscheider Straße nie
  • Stattdessen kämpfen Interessenten um jedes Ladenlokal
  • Wer den Zuschlag bekommt, entscheidet am Ende der Besitzer

Essen. 

An vielen Ecken kämpft das Ruhrgebiet mit Leerständen. Macht ein Geschäft zu, bleibt der Eigentümer häufig auf der Immobilie sitzen oder wird sie nur zu Ramschpreisen wieder los.

Nicht so auf der „Rü“. Die Rüttenscheider Straße in Essens gleichnamigem Viertel brummt, ist überregional wegen seiner Restaurants, Cafés und Bars beliebt.

Leerstände? Fehlanzeige. Das Gegenteil ist der Fall: Die Interessenten für jedes Ladenlokal stehen sich auf den Füßen.

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„Wird eine Immobilie frei, gibt es immer 30 bis 50 Bewerber“, verrät Rolf Krane, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Rüttenscheid IGR. Nach der schnellen Insolvenz von „Das Schön“ ist wieder ein begehrtes Fleckchen frei. Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, wer auf die Ecke Rü/Wittekindstraße zieht.

Welcher Interessent am Ende den Zuschlag bekommt, entscheidet einzig und allein der Eigentümer. Die IGR bemüht sich, diesen in seiner Entscheidung zu beraten. Denn für den langfristigen Erfolg des Geschäfts und letztendlich auch der ganzen „Rü“ braucht es aber einen guten Mix, eine bediente Nische.

Systemgastronomie entdeckt die „Rü“

Auch wenn von vielen Rüttenscheidern nicht gern gesehen, gehört zu einem solchen Mix auch die Systemgastronomie. Kürzlich haben sich beispielsweise Vapiano, Sausalitos und Dean&David angesiedelt. Schmerzlich ist für Krane deshalb auch der Abgang von Bauhaus, das nach 47 Jahren den Rüttenscheider Stern verlässt.

„Wer kommt, wer geht und wer bleibt, das regelt am Ende der Markt“, sagt Krane. „Das ist seit über 100 Jahren auf der Rü so.“

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