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Zweiter Ruhrpott in Südafrika! Diese Revierstädte gibt es nochmal – sogar mit Bergbau-Vergangenheit

Zweiter Ruhrpott in Südafrika! Diese Revierstädte gibt es nochmal – sogar mit Bergbau-Vergangenheit

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Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool, imago, Montage: DER WESTEN
  • Südafrika hat auch einen Ruhrpott
  • Städte heißen Bochum und Witten, Straßen Dortmund Street und Hagen Road
  • Die Namen haben sie tatsächlich von Menschen aus unserem Ruhrgebiet

Hoppla! Bei der Planung deines Sommerurlaubs in Südafrika kann es passieren, dass du auf der Landkarte plötzlich mit dem Finger über Bochum fährst. Wer hat sich denn hier einen Spaß erlaubt?

Kein Spaß: In der Provinz Limpopo im Norden des Landes gibt es tatsächlich eine Stadt Namens Bochum. Und es wird noch besser: Ihre Nachbarstadt heißt Witten. Und auch die Stadt Westphalia liegt nur ein paar Kilometer entfernt.

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Das ist kein Zufall und hat seinen Ursprung wohl tatsächlich in unserem Ruhrgebiet. Ihren Namen haben diese Orte von deutschen Auswanderern bekommen, die vor allem Ende des 19. Jahrhunderts nach Südafrika gezogen sind.

Im Gegensatz zu Nachbarland Namibia war Südafrika nie eine deutsche Kolonie. Trotzdem siedelten sich vor allem im Norden einige Deutsche an und begannen dort ein neues Leben. Wer diesen Orten aber ihre Ruhrgebiets-Namen gab, ist nicht ganz klar.

Nach Limpopo wanderten zum einen Missionare wie Carl und Helene Franz aus. Sie gründeten eine Missionsstation, die sich vor allem der medizinischen Versorgung widmete. Bis heute heißt eine örtliche Klinik „Helene Franz Hospital“, benannt nach der Missionarin, die um 1897 an dieser Stelle eine Krankenstation errichtet hatte.

Auch wenn es viel für den Erfolg der Stadt tat, war das Missionars-Ehepaar aber wohl nicht der Namensgeber Bochums. Mit Deutschlands Bochum hatten der Schlesier und die Ostpreußin nämlich nichts zu tun.

Aus dem Ruhrpott nach Südafrika

Wahrscheinlicher ist, dass deutsche Bergbau- und Minenarbeiter für die Namensgebung verantwortlich waren. Denn der Norden von Südafrika ist bis heute reich an Bodenschätzen, vor allem Gold und Kohle werden von Bergleuten abgebaut. Es gibt aber auch Stahl- und Schwerindustrie – wie im Ruhrpott.

„Nach dem Ende der Burenkriege 1902 wanderten viele Bergleute nach Südafrika aus, um dort in den Minen zu arbeiten“, erklärt Wolfgang Apelt aus dem Archiv der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal gegenüber DER WESTEN. „Wahrscheinlich gaben sie ihrer neuen Heimat den Namen ihrer Herkunft.“

Das erklärt wahrscheinlich nicht nur die Namen Bochum, Witten und Westphalia. Auch Durbans Stadtteil Essenwood und die Straßen Dortmund Street in Sasolburg sowie Hagen Road und Hammer Avenue in Randburg könnten so zu ihren Namen gekommen sein.