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Zoo Zajac: Chef präsentiert sich als „Tier-Mama“ im TV – Schützer geschockt: „Gehört hier nicht hin“

Norbert Zajac von Zoo Zajac hat im TV seinen „Ziehsohn“ präsentiert. Bei dem Anblick rasten Tierschützer aus.

© Oliver Müller / FUNKE Foto Services

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Unfassbar, was Norbert Zajac vom Tierfachgeschäft Zoo Zajac in Duisburg da bei „Britt“ im TV vorzeigt. Der 67-Jährige war bei einer aktuellen Folge im Sat. 1-Fernsehen zu Gast und die Zuschauer machten große Augen.

Grund dafür war allerdings nicht der Anblick des Tierhändlers, sondern der Schützling, den er bei sich trug. Und zwar hatte der Zoo Zajac-Chef ein Faultier-Baby im Arm. Er selbst sei nun die Mutter des Tieres, erzählte er der Moderatorin Britt Hagedorn.

Bei diesen Worten fährt der Leiter des Tierheims Duisburg aus der Haut. Im Gespräch mit DER WESTEN macht er seinen Standpunkt deutlich.

Zoo Zajac-Chef bezeichnet sich als Faultier-Mama

Mit Faultier-Jungtier Fridolin im Arm kommt Norbert Zajac ins Sat 1.-Studio der Talkshow „Britt“. Diesmal geht es um das Thema exotische Haustiere. Und was kann exotischer sein als ein Faultier? Fridolin, zum Zeitpunkt der Aufzeichnung gerade erst wenige Wochen alt, ist das Kind von Frieda und Lennox. Die Zweifinger-Faultiere leben im Zoofachgeschäft in Duisburg-Neumühl – dem größten auf der ganzen Welt.

Da Mutter Frieda allerdings keine Milch gibt, muss sich nun Ziehvater Zajac um das Kleine kümmern. „Ich bin seine Mama. Ich gebe ihm seine Milch“, erklärt er seine Rolle als ihn Hagedorn auf die Zutraulichkeit des Kleinen anspricht. Das im Juni geborene Tier will er, wie auch die Eltern, unter keinen Umständen verkaufen. Das heißt: nicht erneut. Denn eines der Faultiere hatte er bereits verkauft, nach dem Tod des Besitzers jedoch zurückgenommen, wie die „WAZ“ berichtet.

Tierheim-Leiter wütend: „Was haben die hier zu suchen?“

Faultiere sind Wildtiere und keine Haustiere – das ist der klare Standpunkt von Lutz Kaczmarsch, Leiter des Duisburger Tierheims. „Was haben die Tiere hier zu suchen?“, fragt er im Gespräch mit DER WESTEN. „Die gehören hier nicht hin.“ Genauso wie andere exotische Tierarten hätten sie weder im Zoohandel noch im privaten Haushalt Platz, obwohl die Haltung jedoch nicht verboten ist.

Norbert Zajac mit dem  Faultierbaby "Fridolin".
Norbert Zajac mit dem Faultierbaby „Fridolin“. Foto: Oliver Müller / FUNKE Foto Services

Gegen eine „artgerechte Tierhaltung“ im Zoo habe er nichts einzuwenden. „Der Zoo hat auch ganz tolle Artenschutzprogramme“, weiß der Experte. Zoo Zajac sei – entgegen seinem Namen – aber kein Zoo und könne dementsprechend auch keine artgerechte Haltung garantieren. Schon gar nicht für so ein wildes Tier wie das Faultier.

„Auswildern kann man knicken“

„Ich kenne den Herr Zajac nicht persönlich und kann das schlecht beurteilen“, gibt Kaczmarsch zu. Allerdings könne er überhaupt nicht verstehen, warum es überhaupt so weit kommen musste, warum der Händler überhaupt Faultiere in seinem Geschäft halte. Und dann, warum er eine Fortpflanzung zulasse. Das sei ja kein Zuchterhaltungsprogramm wie im Zoo.


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„Auswildern kann man knicken“, da ist sich der Tierheimleiter sicher. „Das Tier wird zeitlebens auf Menschen angewiesen sein.“ Doch nun sei es nun mal da. Dennoch findet Herr Kaczmarsch die ganze Geschichte sehr „abstrus“.