Duisburg

Duisburg: Jugendzentrum überrascht mit politischer Aktion – „Hätte nicht damit gerechnet“

Marie Bonnet
Warum heißt Duisburgs Stadtteil Marxloh eigentlich Marxloh?

Warum heißt Duisburgs Stadtteil Marxloh eigentlich Marxloh?

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Duisburg. In Duisburg haben am Freitag das städtische Jugendzentrum „Zitrone“ und das Mädchenzentrum „Mabilda“ in Hamborn ein großes Sommerfest veranstaltet. Viele Kinder aus der Umgebung und deren Eltern sind bei strahlendem Sonnenschein erschienen. DER WESTEN war vor Ort und hat sich das Ganze einmal angeschaut.

Für die Kinder und Jugendlichen wurde einiges vorbereitet. Von Schlüsselanhänger basteln bis Dosenwerfen war alles dabei. Ganz besonders stach jedoch eine Aktion hervor, bei der sogar die Bezirksbürgermeisterin Martina Hermann mitgemischt hat. Das Ergebnis der progressiven Idee kann sogar demnächst im Hamborner Rathaus in Duisburg bestaunt werden.

Duisburg: Sommerfest in Hamborn – doch DAS überrascht

Kinderschminken, Bastelecken, ein Märchenzelt und Sackhüpfen – es war ein großer Spaß für die Kinder unterschiedlichen Alters. An der Kalthoffstraße bei den beiden Jugendzentren gab es für die Jüngeren sogar ein Getränk und eine Waffel umsonst. „Ich hätte nicht mit so viel Andrang gerechnet“, bemerkt Holger Venghaus, Leiter der Zitrone, sichtlich erfreut. „Ich bin begeistert.“

Und auch die Mitarbeiterinnen von Mabilda, kurz für Mädchenbildungsarbeit e.V., sahen viele neue Gesichter. Einige Eltern hätten noch nie von der Einrichtung gehört und waren zum ersten Mal dort. „Viele Fragen auch, ob sie sich für die Angebote anmelden oder bezahlen müssen“, bemerkte eine Mitarbeiterin. Offenbar wussten noch nicht viele Familien von den kostenlosen Beratungs- und Begegnungsstellen quasi vor ihrer Haustür.

Duisburg: Jugendzentren überraschen mit politischer Aktion – „Das wäre sogar umsetzbar“

Im Zentrum der Feierlichkeiten standen zwei Tischtennisplatten. Doch wurde hier nicht mit Schläger und Ball gespielt, sondern eifrig diskutiert und gemalt. Mehrere Kommunalpolitiker, darunter Christoph Hagenacker von der SPD, befragten hier die Kinder zu politischen Themen. Auf jeder Seite klebte ein großes Plakat mit einer Frage drauf wie zum Beispiel „Hast du Angst im Duisburger Norden?“ oder „Wenn du Politiker*in wärst, was würdest du ändern?“

Einige schrieben, sie hätten Angst, nachts alleine zu sein. Andere würden sich im Stadtteil Marxloh Pollmann gruseln. Manche Antworten erstaunten auch die Politiker. „Ein Kind hat sich ganz konkret eine Schaukel auf einem Spielplatz hier in der Nähe gewünscht. Das wäre sogar umsetzbar“, freute sich Herr Hagenacker. Er wünschte sich auch, dass es nicht nur bei Vorschlägen bleiben, sondern diese auch in die Tat umgesetzt werden könnten. Es gab noch unzählige weitere Wünsche: Bäume retten, mehr Grillplätze, Lernorte oder Fußball- und Spielplätze.

Alyn vom Team HeRoes, beheimatet in der Zitrone, betreute den Stand und fragte die Kinder am Ende immer, ob es ihnen gefallen habe und vor allem, ob ihnen die Politiker auch wirklich zugehört hätten. Im Anschluss konnte jedes Kind eine Bewertung von gut über mittel bis schlicht abgeben. Dass sie dafür einen farbgetränkten Wattebausch gegen eine Wand werfen konnten, dürfte dabei besonders viel Spaß gemacht haben.

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Duisburg: Für mehr politische Beteiligung – „Kindern eine Stimme geben“

Holger Venghaus würde Aktionen dieser Art gerne regelmäßig etablieren. „Wir wollen Kindern eine Stimme geben, weil sie sonst keine haben.“ Die Politikverdrossenheit im Norden sei sowieso sehr hoch. „Vielleicht können wir damit die Berührungsängste und Vorteile gegenüber Politikern nehmen, sowohl bei den Eltern als auch bei den Heranwachsenden“, erhoffte sich der Jungendzentrumsleiter. Jedoch vor allem bei den Kindern. „Das ist die nächste Generation Wähler.“

Die Bezirksbürgermeisterin Martina Hermann war jedenfalls dermaßen begeistert von der Aktion, dass sie die Plakate in einer Vitrine im Hamborner Rathaus ausstellen möchte.

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Eine Mutter zweier Kinder war ebenfalls positiv überrascht von der Beteiligungsaktion. Ihr Sohn hatte sich gewünscht, dass Corona endlich vorbei ist. „Das nimmt ihn schon sehr mit“, bemerkte die Frau. Sie freute sich zu hören, dass die Vorschläge tatsächlich der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. „Das wäre ja toll. Dann schaue ich da beim nächsten Mal vorbei.“