Dortmund

„Ich wurde Opfer eines Mordanschlags!“ Cindy K. (32) entkam nachts auf der A45 nur knapp dem Tod – jetzt sucht sie den Täter

Cindy K. entkam nur knapp einem willkürlichen Mordanschlag – ihr Auto wurde zerstört.
Cindy K. entkam nur knapp einem willkürlichen Mordanschlag – ihr Auto wurde zerstört.
Foto: Polizei Dortmund, privat; Montage: DER WESTEN
  • Cindy K. (32) wurde Opfer eines willkürlichen Mordanschlags
  • Unbekannte warfen einen riesigen Ast von einer Dortmunder Autobahnbrücke
  • Er traf das Auto der 32-Jährigen frontal
  • Mit DER WESTEN sprach sie über das traumatische Erlebnis

Dortmund. Cindy K. (32) arbeitete bei der Extraschicht bis spät in die Nacht. Um 3 Uhr saß sie endlich im Auto, fuhr auf dem Heimweg über die A45. Einen Augenblick später entkam sie nur knapp dem Tod.

„Es war nur eine Sekunde. Ein Knall. Ein Geräusch“, schildert Cindy K. den Moment am frühen Morgen des 1. Juli, den sie nie wieder vergessen wird. Hinterhältig hatten Unbekannte einen riesigen Ast von der Rahmer Brücke in Dortmund geworfen. Er traf Kramers Auto frontal. Ein willkürlicher Mordanschlag.

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„Meine Fahrerseite war komplett zerstört. In dem Moment hab ich einfach voll fokussiert, mein Gehirn hat die Kontrolle übernommen“, beschreibt Cindy K. die ersten Momente. „Ich hab sofort mein Tempo reduziert, bin auf den Seitenstreifen gefahren. Ich wusste instinktiv, dass da was von oben gekommen sein muss.“

Zuerst vermutete sie, dass Teile von der Brücke abgebrochen seien. Doch schon bald schwante ihr Böses: Jemand muss etwas von der Brücke geworfen haben.

Mordanschlag auf Dortmunder Autobahnbrücke: „Hätte nie gedacht, dass mir so etwas passiert“

Cindy funktionierte weiter – wie in Trance. Sie alarmierte den Rettungsdienst, stellte das Warndreieck auf und versuchte, andere Verkehrsteilnehmer anzuhalten. „Einer hielt an, fuhr dann aber weiter. Vielleicht hatte er den Schaden am Auto von hinten nicht gesehen, sondern nur, dass ich wohlauf war.“

Den riesigen Ast, der von ihrem Auto Richtung Leitplanke geschleudert wurde, fand die Polizei erst rund drei Stunden später. Die hinzugezogene Kriminalpolizei entdeckte zudem Spuren auf der Brücke.

„Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas passiert“, beschreibt Cindy K. ihre Gefühle heute. Seit dem Mordanschlag versucht sie auszublenden, warum Menschen zu so etwas fähig sind.

Die 32-Jährige hofft, dass der oder die Übeltäter aus dem Verkehr gezogen werden und nie wieder Straftaten begehen können. Dafür braucht es Zeugen. „Ich hoffe, dass sich jemand meldet, der trotz der Dunkelheit etwas gesehen hat. Vielleicht ein Taxi-Fahrer“, so Cindy. „Vielleicht meldet sich auch der Täter selbst. Ich denke ohnehin, dass er mit seinem Gewissen nicht klar kommt.“

Einziger Trost: „Es galt nicht mir persönlich“

Der einzige Trost für das Opfer des Mordanschlags: „Er galt nicht mir persönlich. Trotzdem fragt man sich natürlich: Was hat dieser Mensch erlebt, was ihn zu so einer Tat treibt? Was hat er gefühlt? War es geplant? War es ein Affekt? War er unter Drogen?“ Viele Fragen, die womöglich nie beantwortet werden können.

Cindy K. braucht nun Ruhe – und ihre Familie. „Für meine Angehörigen war das viel schlimmer als für mich.“ Und sie hofft weiter, dass diese perfide, für sie lebensverändernde Tat aufgeklärt wird.

Wenn du etwas zur Aufklärung der Tat beitragen kannst, melde dich bei der Polizei Dortmund unter 0231 / 132 7999.

 
 

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