Veröffentlicht inDortmund

Dortmund: Oliver Pocher sagt vor Gericht aus – Anwalt genervt! „Hier stellen Sie keine Fragen“

Fat Comedy ohrfeigte Oliver Pocher während eines Boxwettkampfs. Am Amtsgericht Dortmund wurde ein Urteil gesprochen.

© dpa

Tätlicher Angriff auf Oliver Pocher

Vor den Augen der Öffentlichkeit verpasste „Fat Comedy“ Oliver Pocher während eines Boxkampfes im März 2022 eine kräftige Ohrfeige. Ein Video davon ging viral. Rund zwei Jahre später fand in Dortmund am Freitag (15. März) die Verhandlung statt. Pocher sagte vor Gericht aus – und gleich mehrmals geriet er mit dem Anwalt von Fat Comedy aneinander.

Fat Comedy entschuldigte sich bei Oliver Pocher für seine Tat. „Das Ganze tut mir leid. Es war ein riesengroßer Fehler“, betonte er vor dem Amtsgericht Dortmund. Der Influencer kam mit einer Geldstrafe davon.

+++Oliver Pocher: Emotionales Geständnis! „Fühle mich nicht bereit“+++

„Frau Vorsitzende, ich fand das gerade sehr unsachlich“

Auch Pocher kam vor Gericht zu Wort: „Ich habe da gesessen und dann kam aus dem Nichts praktisch der Schlag“. Und weiter: „Ich wusste auch gar nicht, was los war. Ich hatte schon eine gewisse Bedrohungslage erkannt“, sagte er unter anderem aus (wir berichteten). Während seiner rund 20-minütigen Vernehmung geriet Pocher immer mal wieder mit Burkhard Benecken aneinander. Benecken, Rechtsanwalt aus Marl (NRW), vertrat Fat Comedy in dem Prozess.

Ob er mit dem Angeklagten verwandt oder verschwägert sei, wollte die Richterin zu Beginn seiner Aussage von Pocher wissen. „Zum Glück nicht“, lautete seine Antwort. Benecken fand die Reaktion alles andere als angemessen. „Frau Vorsitzende, ich fand das gerade sehr unsachlich“, machte er klar.

Dortmund: Pocher lässt sich auch vor Gericht den Mund nicht verbieten

Auch während der Vernehmung kam es zu immer wieder zu kleineren Reiberein. Benecken wollte von Pocher wissen, in welcher Rundenpause bei dem Boxkampf er den Schlag abbekommen habe. Doch der Comedian war sich nicht ganz sicher: „Macht das einen Unterschied, in welcher Runde ich geschlagen wurde?“, wollte Pocher wissen. „Ich stelle Fragen. Ich will von Ihnen die Antwort“, so die klare Ansage des Anwalts.

„Ich kann auch eine Frage stellen“, entgegnete Pocher. „Nein, hier nicht. Hier sind Sie Zeuge, hier stellen Sie keine Fragen. Jedenfalls mir nicht.“ Pocher: „Na, wenn das so ist.“ Ob der Angriff letztendlich in der vierten oder fünften Runde geschah, konnte Pocher auch nach reiflicher Überlegung nicht mehr genau sagen. „Aber macht das einen Riesen-Unterschied? Anscheinend.“

Pocher fuhr nach Ohrfeige direkt nach Hause

Pocher ließ nicht locker: „Wenn das hier das Wichtigste ist, ob es die vierte oder fünfte [Runde] war…“ Benecken ärgerte sich über das Verhalten des TV-Stars. „Jetzt bewertet er gerade meine Frage.“

Warum Pocher direkt nach Hause gefahren und nicht in eine Notfallambulanz gefahren sei, wollte der Anwalt weiterhin von ihm wissen. Pocher begründete das mit seinem Schockzustand. Außerdem wolle er sich als Prominenter nicht samstags nachts in eine Notfallambulanz setzen. „Klasse, super“, ärgerte sich Pocher über das Nachbohren des Rechtsanwalts. „Sie brauchen meine Fragen nicht kommentieren“, entgegnete der. „Mach ich aber.“

Kein Ordnungsgeld für Pocher

„Dann würde ich aber die Vorsitzende bitten, gleich ein Ordnungsgeld anzudrohen.“ Pochers knappe Reaktion darauf: „Oh ja.“


Mehr Themen und News:


„Weil ich das Verhalten des Zeugen hier schon langsam etwas unhöflich finde. Ich sehe nicht ein, dass meine Fragen hier kommentiert werden. Das muss ich mir nicht gefallen lassen.“ Ein Ordnungsgeld für Pocher gab es nicht. Allerdings muss Fat Comedy wegen vorsätzlicher Körperverletzung 120 Tagessätze à 15 Euro zahlen.